GAIM VR –Das beste private Trainingssystem für Jäger, Sportschützen und alle die es werden wollen?

Waidwerker
23 Min. Lesezeit
Dieser Bericht enthält gesponserte Inhalte

GAIM ist ein Virtual-Reality-Simulator für die Jagd und den Schießsport, der in Kombination mit einer Meta-Quest VR-Brille (Meta Quest 2, Quest Pro, Meta Quest 3 oder Meta Quest 3S) funktioniert und das Training grundlegend verändert. Das System simuliert realistische Szenarien, ballistische Daten und anatomisch korrekte Trefferbilder und ermöglicht dadurch ein regelmäßiges, orts- und zeitunabhängiges Üben – ohne Munition, ohne Anreise, ohne Risiko und ohne nennenswerten Platzbedarf. Gerade dieser Mix macht GAIM so interessant, denn Schießkinobesuche sind nicht nur teuer, sondern erfordern auch Zeit, Fahrtwege und meist eine rechtzeitige Terminbuchung. Mit GAIM hingegen kann man buchstäblich jederzeit trainieren und in kürzeren, dafür häufigeren Einheiten drastisch an seinen Fertigkeiten arbeiten.

Im GAIM-Simulator stehen zahlreiche jagdbare Wildarten und Trainingsziele zur Verfügung: Schwarzwild, Dam- und Weißwedelhirsch, Elch und Bär sowie Enten, Tauben, Fasane, Hase und Fuchs sowie Tontauben für Skeet und Trap.

Gerade in den realistischeren Szenarien kommt durch Treiberrufe, Hundegeläut und das Auftauchen mehrerer Schussgelegenheiten echtes Jagdfieber auf. Es ist faszinierend, wie schnell man gedanklich „drin“ ist. Und genau das ist ein echter Vorteil: Man kann gefahrlos schwierige oder weite Schüsse ausprobieren, die man in der Realität niemals verantworten könnte. Anschließend zeigt die Analyse sehr genau, ob der Treffer waidgerecht gewesen wäre oder ob man sich in einer echten Situation besser zurückgehalten hätte. Dieses reflektierende Lernen empfinde ich als einen der größten Mehrwerte des Systems.

Szenario "Fallow Deer Grass Meadow" mit aktivierten Distanzringen (Bildquelle ©GAIM)

Disclaimer: GAIM hat mir das System für diesen Test kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine Einflussnahme auf meine Meinung oder Bewertung fand nicht statt – der folgende Bericht spiegelt ausschließlich meine eigenen Erfahrungen wider.

Hardware, Haptik & Einrichtung

Ein großer Vorteil des Systems ist die Vielfalt an verfügbaren Griffstücken und Schaftlösungen. GAIM bietet mehrere Griffstücke wie die "Wooden Rifle", eine verstellbare "Adjustable Rifle", ein AR-Style Griffstück, Module für die Kurzwaffe (Dry-Fire-Mag für Glock) sowie Einsätze für die Blaser R8. Damit deckt das System sowohl Büchsen-, Flinten- als auch Kurzwaffentraining ab. Innerhalb des Programms kann, je nach Szenario aus klassischer Repetierbüchse, Blaser R8 Ultimate Silence, SL-Büchse, BDF, SL-Flinte oder Kurzwaffe ausgewählt werden.

Die Abzugseinrichtung kann mit dem mitgelieferten Werkzeug sehr einfach ausgebaut werden, um beispielsweise die Batterie zu wechseln.

Die Haptik ist überraschend gut: Der Abzug fühlt sich realistisch an und die Form der Schäfte ist nahezu baugleich zu einer scharfen Waffe. Auch das Gewicht kommt mit knapp 2 Kilo für die Wooden Rifle der Realität zumindest nah genug, um das Handling echter Waffen simulieren zu können – natürlich mit der Einschränkung, dass Rückstoß und Repetieren nicht nachgebildet werden. Das fällt aber weniger ins Gewicht, da es hier primär um das Trainieren des Schwungverhaltens, der Visierlinie, der Abzugsdisziplin und des Vorhaltemaßes geht.

Die Einrichtung funktioniert unkompliziert. Der GAIM-Abzug wird per Bluetooth mit der Brille gekoppelt, anschließend richtet man die Waffe im virtuellen Raum anhand der eigenen Körperhaltung aus. Besonders praktisch ist, dass mehrere Nutzerprofile angelegt werden können – ideal für Haushalte oder Jagdschulen mit mehreren festen Schützen. GAIM läuft kabellos, sodass man sich frei im Raum bewegen kann. Zwei mal zwei Meter reichen vollständig aus.

Damit ist das System perfekt für Wohnzimmer, Nebenräume, Jagdhütten oder Vereinsräume geeignet.

SimPro – bewusst schlicht, didaktisch stark

Die SimPro Szenarien dienen dem reinen Techniktraining und sind bewusst minimalistisch gehalten. Genau das macht sie so effektiv: keine Ablenkung, klare Linien, maximale Wiederholungszahl.

Bildquelle ©GAIM

Hier kann man nahezu alles einstellen:

• Tierarten

• Rotte-/Rudelgrößen

• Richtungen

• Geschwindigkeiten

• Distanzen

• Lichtverhältnisse

• Vegetation

Auswahlmöglichkeiten im SimPro Hunting Szenario (Bildquelle ©GAIM)

Die optische Einfachheit sorgt für Fokus auf das Wesentliche. Die Analyse bietet anschließend die Möglichkeit, Schwung, Haltepunkt, Abzugsverhalten und Trefferlage zu analysieren – und zeigt exakt, wo und warum man vorbeigeschossen hat. Diese Feedbackschleife ist extrem wertvoll.

Die realistischen Szenarien

Neben SimPro bietet GAIM eine ganze Reihe immersiver Jagd- und Sportszenarien, die grafisch aufwendig gestaltet sind und echte Jagd- bzw. Wettkampfatmosphäre erzeugen.

Federwild

Wild Duck Woodland Lake

Bildquelle ©GAIM

Ein früher Morgen, der See liegt ruhig, Lockvögel schwimmen vor einem. Eine stimmige, ruhige Szene, die dennoch Timing und präzisen Schwung fordert.

Mallard Duck

Bildquelle ©GAIM

Ein dynamisches 360-Grad-Wasservogelszenario, das besonders die Raumorientierung und schnelle Reaktionsschüsse trainiert.

Wood Pigeon Farmers Field

Bildquelle ©GAIM

Spätsommer, Maisernte, schnelle Anflüge und dichter Betrieb – perfekt, um schnelles Flintenschießen zu üben.

High Pheasants

Bildquelle ©GAIM

Eine klassische englische Shooting Einladung in virtueller Umgebung.

Schwarzwild – vielfältig, anspruchsvoll und realistisch

Wild Boar Hunting Lane

Bildquelle ©GAIM

Klassische Drückjagdatmosphäre mit anspruchsvollen Entscheidungen, führenden Bachen, Frischlingen, wechselnden Winkeln, Hunden, Standnachbarn und Sicherheitsbereichen. Hervorragend für jagdethisches Verhalten.

Blick vom Stand mit vielen Details wie verbleibender Munition (Jede Runde dauert 30 Schuss), Schusssektoren und Standnachbarn (Bildquelle ©GAIM)

Wild Boar Corn Field

Bildquelle ©GAIM

Teilweise abgeerntetes Maisfeld – plötzliche kurze Distanzen, Stresssituationen und schnelle Schüsse.

Wild Boar Hilly Forest

Bildquelle ©GAIM

360-Grad-Umgebung mit Zeit zum Setzen sauberer Schüsse. Ideal für Techniktraining.

Wild Boar Winter Forest

Bildquelle ©GAIM

Schneelandschaft, hohe Geschwindigkeit, unvorhersehbare Richtungen – brutale Reflexschulung.

Diese Szenen gehören eindeutig zu den stärksten Modulen des gesamten Systems.

Hochwild

White Tail Deer Trail

Bildquelle ©GAIM

Geduld, Präzision und kontrollierte Ansprache in winterlicher Umgebung.

Fallow Deer Grass Meadow

Bildquelle ©GAIM

Damwild reagiert hier auf Wunsch auch auf (zu) schnelle Bewegungen des Schützen – eine gut umgesetzte KI-Komponente.

Autumn Stag

Bildquelle ©GAIM

Atmosphärische Hirschjagd im herbstlichen Wald, ideal für Entfernungseinschätzung.

Bear Valley

Bildquelle ©GAIM

Ein Tal mit Wasserfall, Bären und engem Gelände – präzise Schüsse sind entscheidend, Fehler werden „bestraft“. Wer den Bären nur anschweißt, wird von diesem angenommen, und wenn man dann immer noch nicht schnell genug ist, ist die Runde vorbei. Sehr immersiv.

Sportliches Schießen

SimPro Clay Pigeon

Verschiedene Werfer, verschiedene Standpositionen – effektiv und extrem flexibel.

Vielfältige Auswahlmöglichkeiten ermöglichen das gezielte Training einzelner Situationen (Bildquelle ©GAIM)

Skeet, Trap & 5-Stand

Bildquelle ©GAIM

Wettkampfsimulationen, die echte Schießstandabläufe nachbilden.

American Trap

Bildquelle ©GAIM

Multiplayer- und Solo-Modus mit Handicap-System – überraschend motivierend.

IPSC & Time Challenge

Bildquelle ©GAIM

Drei feste IPSC-Stages oder reines Speed-Schießen im Time Challenge.

SimPro Sport Shooting & GAIM of Steel

Bildquelle ©GAIM

Für IPSC und Sportschützen: dynamische Ziele, Reaktionsschießen, kontrollierte Abzüge.

Hierbei kann zwischen Kurzwaffe und SLB ausgewählt werden.

Das Modul SimPro Hunting Exam ermöglicht es, die Schießprüfung der deutschen, französischen, schwedischen und dänischen Jagdprüfung virtuell zu absolvieren oder einzelne Prüfungsteile gezielt zu wiederholen – ideal, um sich systematisch vorzubereiten.

Bildquelle ©GAIM

GAIM deckt damit praktisch den gesamten jagdlichen und sportlichen Bereich ab.

Ballistik & Trefferwirkung

Die ballistische Engine basiert auf realen Daten: GAIM nutzt eine .308 WIN mit 11,7 Gramm Geschossgewicht und ca. 800 m/s Mündungsgeschwindigkeit. Für die Flinte wird Schrot US6 mit rund 411 m/s verwendet. Die Tiere besitzen anatomisch korrekte Trefferzonen, und nur Treffer auf Herz, Lunge, Haupt und Träger führen zu einem waidgerechten Ergebnis. Das ist didaktisch extrem wertvoll, da man sehr schnell ein Gefühl dafür bekommt, wie präzise die eigene Schussabgabe wirklich ist. Gleichzeitig sollte man wissen, dass GAIM nur die .308 Win berücksichtigt. Wer mit Kalibern schießt, deren ballistische Kurve stark davon abweicht – etwa .30-06, 6.5 Creedmoor etc. – sollte sich darüber im Klaren sein, dass insbesondere das Vorhaltemaß abweichen kann. Eine Funktion, eigene ballistische Daten einzutragen, fehlt derzeit noch.

Punkte, Ethik & Kritikpunkte

Das Punktesystem in den realistischen Szenen ist bewusst erzieherisch aufgebaut. Waidwunde Treffer geben Punktabzug, während waidgerechte Treffer in Kombination mit Beachtung von Klein-vor-Groß belohnt werden. Ein Treffer auf Hunde oder Standnachbarn führt zum sofortigen Abbruch der Runde – das sollte selbstverständlich sein. Ein Kritikpunkt am System ist jedoch, dass ein nachgeschalteter Fangschuss auf dasselbe Tier keine Punkte gutgeschrieben bekommt. In der Realität wäre genau dieser Schuss aber zwingend waidgerecht. Hier wäre aus meiner Sicht eine Überarbeitung sinnvoll.

Trefferanalyse, diese ist zudem auch dynamisch in einem Replay für jeden Schuss einzeln einsehbar ( (Bildquelle ©GAIM)

Natürlich hat das System auch Schwächen. Ein großer Kritikpunkt ist, dass nicht-tödliche Treffer (z. B. Laufschüsse) zwar korrekt erkannt werden, das Tier aber ohne erkennbare Geschwindigkeitseinbuße weiterläuft. Einige Testpersonen hatten zudem Schwierigkeiten, in der VR-Brille das Visier korrekt zu sehen. Das ist aber eher ein Meta-Quest-Thema und hängt stark mit der individuellen Einstellung der Linsen zusammen. Und selbstverständlich fehlt der mechanische „Punch“: kein Rückstoß, kein echter Knall, kein Repetieren. Für letzteres gibt es zwar DIY-Lösungen mit 3D-gedruckten Repetiermechanismen, aber von Haus aus bietet GAIM das nicht.

Trotz dieser Punkte ist GAIM ein extrem gutes Werkzeug. Für mich ist es derzeit die beste private Trainingslösung für Zuhause – insbesondere für das Schießen auf bewegtes Wild und das korrekte Vorhaltemaß. Die Lerneffekte sind schnell sichtbar, und die Möglichkeit, wirklich regelmäßig zu trainieren, macht den Unterschied. Besonders für Jäger, die nicht regelmäßig ins Schießkino können, ist GAIM ein massiver Mehrwert. Auch für Jagdschulen oder Gruppenabende bietet das System große Vorteile, besonders da man per Chromecast die Sicht des Schützen auf Fernseher oder Beamer übertragen kann, um gemeinsam Situationen zu besprechen.

Kosten

Preislich liegt das GAIM Hunting Set bei rund 590 Euro, das Meta-Headset kostet zusätzlich etwa 300 Euro. Das wirkt im ersten Moment hoch, wird aber sehr schnell relativiert: Ein paar Besuche im Schießkino inklusive Munition liegen preislich schnell in einem ähnlichen Rahmen. Und hier hat man ein System, mit dem man buchstäblich jeden Tag trainieren kann – ohne Buchung, ohne Fahrtweg und unabhängig von Tageszeit oder Jahreszeit.

Fazit

GAIM ersetzt das Schießkino zwar nicht komplett, ist aber eine hervorragende Ergänzung und in vielerlei Hinsicht sogar überlegen. Besonders für Besitzer einer VR-Brille, die diese auch für andere Zwecke nutzen, ist GAIM eine sinnvolle Investition. Wer sein Schießtraining ernsthaft verbessern möchte, insbesondere beim Schießen auf bewegtes Wild, findet derzeit keine effektivere, flexiblere und lehrreichere private Trainingslösung.

Eine klare Empfehlung von mir!

Find' ich gut!

Kommentare

Felix B.
Enthusiast
vor etwa 2 Stunden

Danke, der Bericht liest sich gut!

Ich teile allerdings nicht dein Fazit (Empfehlung). Möglicherweise hat das auch mit deinem Sponsoring zu tun. Ich habe mir das GAIM-System bereits vor Jahren gekauft und inzwischen "verstaubt" es. Ich nutze es gar nicht mehr. Hintergrund ist die wirklich schlechte Grafik. Schon damals war sie schlecht, heutzutage aus meiner Sicht eigentlich nicht mehr "verkaufbar". Darüber hinaus gibt es immer wieder Verbindungsprobleme (sowohl bei der Quest 2 und der Quest 3), der GAIM Support ist schlecht und wenn man das System mal verkaufen will, kann man zwar das Gewehr oder die Pistole verkaufen, aber die Software-Lizenzen sind an deinen Account/deine E-Mail-Adresse gekoppelt. Das macht es quasi (zumindest für mich) unverkäuflich. Im Juni 2026 gab es auch noch einen Daten-Leak bei GAIM. Alle GAIM-Kunden wurden per E-Mail im offenen Verteiler angeschrieben. Jetzt weiß ich (und jeder andere GAIM-Kunde) welche E-Mail-Adressen alle auf der Welt GAIM nutzen, einschließlich Behörden. GAIM hat sich zwar für den "Data incident notice" entschuldigt, professionell ist und war das insgesamt aber nicht. Insofern würde ich persönlich keine Kaufempfehlung geben.

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