Inhalt
- Der Rucksack selbst
- Nikon PROSTAFF 1000: Entfernungen richtig einschätzen
- Warme Hände mit Lepwings Taschenwärmern
- Blaser Sitzkissen: Ein bisschen Komfort darf sein
- Thermos Stainless: Tee, Brot und ein hartgekochtes Ei
- F. DICK ErgoGrip: Vorbereitet für die Wildversorgung
- Erste Hilfe: Darauf möchte ich nicht verzichten
- Anschussband: Klein, aber wichtig
- Smartphone, Powerbank und Mikrofasertuch
- Nice to have: Eine kleine Astschere
- Meine Packliste im Überblick
- Mein Fazit
Die ersten Drückjagden stehen an, die Waffe ist eingeschossen und die Einladungen stehen im Kalender. Spätestens jetzt wird es Zeit, den Rucksack wieder auf Vordermann zu bringen. Über die Jahre sammelt sich bei uns Jägern so einiges an Ausrüstung an. Manche Anschaffungen möchte man irgendwann nicht mehr missen, andere bleiben nach dem ersten Einsatz dauerhaft im Schrank liegen. Und dann gibt es noch die Kleinigkeiten, über die man sich vorher kaum Gedanken gemacht hat, die einem auf dem Stand aber wirklich weiterhelfen. Was in einen Drückjagdrucksack gehört, sieht vermutlich jeder etwas anders. Ich möchte euch deshalb zeigen, was ich persönlich mitnehme, welche Produkte ich verwende und warum sie ihren festen Platz in meinem Rucksack gefunden haben.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält unbezahlte Werbung durch die Nennung von Marken und Produkten. Es bestehen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine Kooperationen mit den genannten Herstellern oder Händlern. Sämtliche Produkte nutze ich selbst und die Erwähnungen beruhen ausschließlich auf meinen persönlichen Erfahrungen und meiner Überzeugung.

Der Rucksack selbst
Als Rucksack verwende ich einen taktischen Militärrucksack, den ich für rund 50 Euro bei Amazon gekauft habe. Was mir daran besonders gefällt, sind die vielen einzelnen Fächer, in denen sich die Ausrüstung ordentlich verstauen lässt. Ich möchte schließlich nicht jedes Mal den gesamten Rucksack ausräumen müssen, wenn ich etwas suche. Außerdem ist er wasserdicht, was gerade bei unserem norddeutschen Herbstwetter ziemlich praktisch ist. Sicherlich gibt es hochwertigere Jagdrucksäcke mit speziellen Funktionen und ausgeklügelten Tragesystemen. Für meine Anforderungen reicht dieses Modell allerdings vollkommen aus. Die Wege zum Stand sind meistens überschaubar und wenn der Rucksack durch den regelmäßigen Einsatz irgendwann beschädigt wird, ist das bei einem Kaufpreis von 50 Euro auch kein Weltuntergang.
Nikon PROSTAFF 1000: Entfernungen richtig einschätzen
Einer der wichtigsten Gegenstände in meinem Rucksack ist mein Nikon PROSTAFF 1000 Laserentfernungsmesser. Gerade bei Drückjagden in fremden Revieren finde ich einen Entfernungsmesser unglaublich hilfreich. Im eigenen Revier kennt man viele Entfernungen irgendwann aus Erfahrung. Man weiß, wie weit die nächste Rückegasse entfernt ist oder wo ungefähr die 100 Meter enden. In einem fremden Revier sieht das schon ganz anders aus. Zumindest mir fällt es dort deutlich schwerer, Entfernungen richtig einzuschätzen. Deshalb messe ich vor Beginn des Treibens einige markante Punkte aus, beispielsweise einzelne Bäume, Rückegassen oder Waldkanten. So habe ich später eine deutlich bessere Vorstellung davon, über welche Entfernungen wir überhaupt sprechen. Natürlich müssen die freigegebenen Schussbereiche und der geeignete Kugelfang bereits vorher feststehen. Aber auch innerhalb dieser Grenzen möchte ich wissen, wo meine persönlichen Grenzen liegen. Für mich gehört der Entfernungsmesser deshalb unbedingt zur Drückjagdausrüstung.
Warme Hände mit Lepwings Taschenwärmern
Bei Handschuhen bin ich tatsächlich etwas eigen. Ich trage auf Drückjagden keine, weil ich das direkte Gefühl an meiner Waffe behalten möchte. Gerade bei der Bedienung ist mir das wichtig. Allerdings möchte ich auch nicht nach einer Stunde mit völlig ausgekühlten Fingern auf dem Stand sitzen. Meine Lösung dafür sind elektrische Taschenwärmer von Lepwings. Die beiden Wärmer kommen mit einem praktischen Ladecase, in dem sie aufbewahrt und unterwegs wieder aufgeladen werden können. So kann ich meine Hände zwischendurch aufwärmen und habe trotzdem das gewohnte Gefühl an der Waffe, wenn es darauf ankommt. Zusätzlich habe ich immer einen Original Buff dabei. Das Schlauchtuch nimmt kaum Platz weg und schützt bei Bedarf den Hals oder das Gesicht vor kaltem Wind.
Blaser Sitzkissen: Ein bisschen Komfort darf sein
Wer schon einmal mehrere Stunden auf einem kalten, feuchten Drückjagdbock gesessen hat, weiß, wie unangenehm das werden kann. Deshalb habe ich immer mein Sitzkissen von Blaser dabei. Die Unterseite besteht aus Neopren, die Oberseite aus Loden. Diese Kombination hält Feuchtigkeit und Kälte zuverlässig ab. Gerade bei uns in Schleswig-Holstein haben wir im Herbst und Winter häufig diese unangenehme Mischung aus Wind, Feuchtigkeit und Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Da muss es nicht einmal besonders kalt sein, um irgendwann ordentlich zu frieren. Das Sitzkissen ist deshalb eines der Dinge, die ich wirklich nicht vergessen möchte.
Thermos Stainless: Tee, Brot und ein hartgekochtes Ei
Bei der Verpflegung halte ich es ziemlich klassisch. Eine Kanne heißen Tee, ein belegtes Brot und ein hartgekochtes Ei gehören für mich auf jede Drückjagd. Für den Tee verwende ich eine Thermos Stainless, die ihn zuverlässig warm hält. Gerade an kalten Tagen gibt es kaum etwas Angenehmeres, als zwischendurch einen Schluck heißen Tee trinken zu können. Und das hartgekochte Ei? Das hat sich irgendwann so eingebürgert und gehört mittlerweile einfach dazu. Warum genau, kann ich euch gar nicht sagen. Es ist inzwischen fast schon eine kleine Tradition. Viel mehr brauche ich während des Treibens meistens gar nicht, aber ganz ohne Verpflegung würde ich auch nicht losziehen. Schließlich weiß man nicht immer, wann die Jagd tatsächlich beendet ist.
F. DICK ErgoGrip: Vorbereitet für die Wildversorgung
Mein eigentliches Jagdmesser, ein Browning Korvar Fixed, trage ich direkt am Körper. Im Rucksack befindet sich zusätzlich ein F. DICK ErgoGrip Aufbruchmesser. Besonders gefallen mir daran die Sägepartie und die stumpfe Spitze, die bei der Wildversorgung durchaus praktisch sind. Dazu habe ich grundsätzlich Einmalhandschuhe dabei. Natürlich hängt es von der Organisation der jeweiligen Drückjagd ab, ob das Wild überhaupt selbst versorgt wird oder ob dies zentral am Streckenplatz geschieht. Trotzdem bin ich gerne vorbereitet, falls ich bei der Versorgung unterstützen kann oder soll. Viel mehr Werkzeug brauche ich dafür persönlich nicht.
Erste Hilfe: Darauf möchte ich nicht verzichten
Ein Erste Hilfe Set gehört für mich selbstverständlich in jeden Drückjagdrucksack. Ich verwende ein einfaches, fertig zusammengestelltes Set mit den üblichen Verbandsmaterialien. Zusätzlich habe ich immer ein CAT Tourniquet dabei. Damit lassen sich bei lebensbedrohlichen Blutungen an Armen oder Beinen schwere Blutungen kontrollieren, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Voraussetzung ist natürlich, dass man die richtige Anwendung beherrscht. Wir hantieren bei der Jagd mit Schusswaffen und scharfen Messern, bewegen uns teilweise in schwierigem Gelände und sind mitunter weit vom nächsten Rettungswagen entfernt. Natürlich hoffe ich, diese Ausrüstung niemals für einen ernsten Notfall zu benötigen. Aber falls doch, möchte ich sie lieber dabeihaben. Ebenso wichtig finde ich übrigens, dass jeder Jäger seine Erste Hilfe Kenntnisse regelmäßig auffrischt.
Anschussband: Klein, aber wichtig
Anschussband habe ich grundsätzlich dabei. Gerade bei Gesellschaftsjagden in fremden Revieren kann es schwierig sein, sich den genauen Anschuss oder andere wichtige Punkte im Gelände zu merken. Sollte ein Stück nach dem Schuss nicht unmittelbar verenden, ist es wichtig, solche Stellen für eine mögliche Nachsuche kenntlich zu machen. Selbstverständlich erfolgt das erst nach Ende des Treibens und entsprechend den Vorgaben der Jagdleitung. Aber wenn es so weit ist, möchte ich nicht feststellen, dass ich ausgerechnet das Anschussband vergessen habe. Es nimmt praktisch keinen Platz weg und kann im entscheidenden Moment sehr hilfreich sein.
Smartphone, Powerbank und Mikrofasertuch
Mein Smartphone habe ich ohnehin immer dabei. Gerade auf Gesellschaftsjagden ist es für mich ein wichtiges Kommunikationsmittel, um beispielsweise die Jagdleitung zu erreichen oder im Notfall Hilfe zu organisieren. Deshalb befindet sich zusätzlich eine Powerbank im Rucksack. Gerade bei niedrigen Temperaturen möchte ich mich nicht ausschließlich auf den Akku meines Smartphones verlassen. Außerdem habe ich immer ein kleines Mikrofasertuch dabei. Gerade bei Regen, Schnee oder hoher Luftfeuchtigkeit kann eine verschmutzte Optik ziemlich nervig sein. Wichtig ist natürlich, dass das Tuch sauber ist und man nicht versehentlich Schmutzpartikel über die empfindlichen Linsen reibt.
Nice to have: Eine kleine Astschere
Ein Gegenstand, den vermutlich nicht jeder auf seiner Packliste hat, ist eine kleine Astschere. Die gehört für mich allerdings ausdrücklich in die Kategorie „Nice to have“. Nicht jeder Drückjagdstand ist perfekt vorbereitet. Manchmal hängt ein einzelner Ast ungünstig in einer vorgesehenen Sichtschneise oder behindert die freie Schussbahn. Wenn es mit der Jagdleitung beziehungsweise dem Revierverantwortlichen abgestimmt ist, lässt sich so etwas vor Beginn des Treibens mit einer kleinen Astschere unkompliziert korrigieren. Natürlich geht es dabei nicht darum, eigenmächtig neue Schussschneisen anzulegen oder vorgegebene Schussbereiche zu verändern. Für mich ist die Schere einfach ein praktischer kleiner Helfer, den ich bei Bedarf gerne zur Hand habe.
Meine Packliste im Überblick
Damit ihr nicht den gesamten Artikel noch einmal durchgehen müsst, hier der Inhalt meines Drückjagdrucksacks auf einen Blick:
- Taktischer Militärrucksack von Amazon, circa 50 Euro
- Nikon PROSTAFF 1000 Laserentfernungsmesser
- Blaser Sitzkissen aus Neopren und Loden
- Lepwings elektrische Taschenwärmer mit Ladecase
- Original Buff Schlauchtuch
- Thermos Stainless mit heißem Tee
- Belegtes Brot und ein hartgekochtes Ei
- F. DICK ErgoGrip Aufbruchmesser
- Einmalhandschuhe
- Erste Hilfe Set
- CAT Tourniquet
- Anschussband
- Mikrofasertuch
- Powerbank
- Kleine Astschere als zusätzliche Ergänzung
Mein Fazit
Wenn ich mir den Inhalt meines Rucksacks so anschaue, ist da eigentlich nichts besonders Ausgefallenes dabei. Einige Produkte stammen von bekannten Jagdherstellern, andere aus dem ganz normalen Onlinehandel. Entscheidend ist für mich, dass die Ausrüstung zuverlässig funktioniert und mir auf dem Stand einen tatsächlichen Nutzen bringt. Dabei muss auch nicht alles von Anfang an vorhanden sein. Viele Dinge kommen mit der Zeit dazu, wenn man merkt, was einem persönlich fehlt oder was sich bei anderen Jägern bewährt hat. Gleichzeitig verschwinden manche Gegenstände wieder aus dem Rucksack, weil man feststellt, dass man sie ohnehin nie benötigt. Ich finde, genau so sollte sich eine persönliche Packliste auch entwickeln. Schließlich geht es nicht darum, möglichst viel Ausrüstung mitzuschleppen, sondern für die jeweiligen Situationen gut vorbereitet zu sein. Und solange am Ende noch Platz für mein hartgekochtes Ei bleibt, bin ich eigentlich zufrieden.
Jetzt würde mich interessieren, wie das bei euch aussieht. Was gehört in euren Drückjagdrucksack und auf welchen Ausrüstungsgegenstand möchtet ihr mittlerweile nicht mehr verzichten? Vielleicht ist ja noch etwas dabei, das in meinem Rucksack bisher fehlt.
Waidmannsheil und eine erfolgreiche Drückjagdsaison!