Inhalt
Einleitung und erste Eindrücke
Vor drei Jahren hatte ich die Idee, mir eine halbautomatische Büchse für die Bejagung von Raubwild zuzulegen. Waschbären an der Kirrung, Füchse in der Ranz oder auch eine Rehwild-Doublette schienen mir einfacher zu bewältigen, ohne repetieren zu müssen. Also durchsuchte ich das Internet und landete schlussendlich bei der Savage MSR 15 Recon 2.0.

Erst einmal vorab die technischen Daten der Waffe:
- UVP: 1499 € (für 1350 € zu bekommen)
- Typ: Halbautomatische Büchse, AR15-Plattform
- Kaliber: .223 Remington
- Carbonstahl-Lauf mit Melonite QPQ-Finish und 5-R Laufprofil
- Längenverstellbarer Magpul MOE-Schubschaft (MilSpec), Magpul MOE-Pistolengriff, Schaftkappe
- Picatinny-Schiene für Montage von Zieloptiken
- Freischwingender 8-eckiger M-LOK Handschutz mit durchgehender Picatinny
- 2-Stufen Druckpunktabzug
- Laufgewinde: 1/2"x28
- Lauflänge: 16,75"
- 10-Schuss Magazin
Meine ersten Eindrücke waren durchaus positiv. Die Waffe ist insgesamt gut verarbeitet, macht einen robusten Eindruck, und der Abzug ist für eine AR-Plattform auch auf der besseren Seite (hierzu gleich mehr). Ein leichtes Klappern war jedoch zu vernehmen, auch hierzu gleich mehr.
Meine Erfahrungen mit der Waffe teile ich in den folgenden Abschnitten in positive und negative Punkte auf.
Was spricht für die Waffe?
Führigkeit
Zuerst fällt mir hier die Führigkeit ein. Durch den kurzen Lauf und den einschiebbaren Hinterschaft kann man die Waffe hervorragend verstauen und manövrieren. Außerdem bin ich ein Fan der Griffform, auch wenn sie für meinen Geschmack etwas steiler und dicker sein könnte. Das lässt sich jedoch leicht bewerkstelligen und bringt mich zu meinem nächsten Punkt: die Modularität. Das AR-System ist schon lange bekannt und weit verbreitet. Man kann also die Hinterschäfte und Griffe kaufen, die einem persönlich zusagen, und das meist für wenig Geld.
Modularität
Die M-Lok-Schlitze am Vorderschaft erweitern die Möglichkeiten nochmals um ein Vielfaches. Ich habe z. B. eine Quick-Detach-Riemenbügelöse befestigt. Diese erlaubt es, den Riemen mit einem Knopfdruck zu entfernen. Außerdem habe ich eine normale Riemenbügelöse für die Montage von Zweibeinen installiert. Das M-Lok-System ist einfach aufgebaut, man erhält jegliche Anbauteile für kleines Geld und kann diese in Minuten selbst installieren.
Präzision und Abzug
Die Präzision der Waffe ist darüber hinaus beachtlich. Ich konnte mit der Geco SP 55gr. Streukreise unter 25 mm auf 100 m erzielen. Nicht zuletzt ist das auch dem Abzug zu verdanken. Dieser hat einen Vorzugsweg von ca. 850 g und bricht dann nach einer "Wand" bei weiteren ca. 500 g Abzugsgewicht. Das hört sich vielleicht viel an, fühlt sich aber an wie nur 500 g, da der Vorzugsweg, mangels einer besseren Beschreibung, "bereits überwunden" ist.
Was hat mir nicht zugesagt?
Bedienung
Die Sicherung ist für meinen Geschmack zu laut. Man kann sie zwar leise bedienen, dies erfordert jedoch eine verkrampfte Handposition oder sogar ein Umgreifen. Das am Anfang angesprochene Klappern stammt aus der Toleranz zwischen Schubschaft und seiner Aufnahme. Dieses Problem ist aber schnell gelöst: Ein Streifen Panzerband auf die Aufnahme und der Schaft sitzt stabil, lautlos und lässt sich immer noch problemlos verschieben.
Schussverhalten mit Schalldämpfer
Das größere Manko ist für mich das Schussverhalten. Ich habe die Waffe mit Schalldämpfer genutzt und aufgrund der nicht vorhandenen einstellbaren Gasabnahme ist der Druck in der Gasröhre zu hoch. Hierdurch repetiert die Waffe sehr gewaltsam, und teilweise merkt man, wie einem der Druck mit kleinen Partikeln ins Gewicht fliegt. NUR BEI NUTZUNG MIT SCHALLDÄMPFER!
Fazit
Die Waffe macht das, was sie soll, und kämpft über ihrer Preisklasse. Ob man eine solche Waffe nun wirklich braucht, muss jeder für sich bewerten. Ich muss zugeben, dass ich bisher in noch keine Situation geraten bin, die mit einer "herkömmlichen" Büchse erfolgreicher ausgegangen wäre. Um die Frage aus dem Titel zu beantworten: Ich sehe keinen Grund, eine solche Waffe nicht zu nutzen, besonders weil diese Meinung immer nur auf die Optik der Waffe reduziert wird.