Sako Powerhead Blade 162 gr in .30-06 – meine Erfahrungen nach 44 Stück Wild

Wachtel345
9 Min. Lesezeit


 

 

Einleitung

Seit etwa acht Monaten verwende ich das Sako Powerhead Blade 162 Grain in meiner .30-06 Springfield. In dieser Zeit konnte ich mit der Kombination bereits 44 Stück Wild erlegen. Darunter waren 25 Sauen, 12 Rehe und 7 Füchse.

Das ist natürlich kein wissenschaftlicher Geschosstest, aber aus meiner Sicht inzwischen eine ausreichende Zahl an praktischen Erfahrungen, um ein erstes fundiertes Fazit zu ziehen.

Bei meinem Geschoss handelt es sich um das ältere Sako Powerhead Blade 656A mit einem G1-Ballistic-Coefficient von etwa 0,39. Sako hat das Blade inzwischen weiterentwickelt und mit dem 655A eine neue Version auf den Markt gebracht. Meine Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf das 656A.

Verladen wird das Geschoss bei mir in der .30-06 mit RS60. Die von mir gemessene Mündungsgeschwindigkeit liegt bei etwa 860 m/s, Aus meiner Browning X-bolt mit einer Lauflänge von 21 Zoll und einem Drall von 1/10.


 

Das Geschoss

Das Powerhead Blade ist ein bleifreies, monolithisches Kupfergeschoss. Im Gegensatz zu einem klassischen Teilmantelgeschoss besitzt es keinen Bleikern, der sich bei der Expansion stark verformt oder teilweise zerlegt.

Die Konstruktion des Blade ist darauf ausgelegt, eine kontrollierte Expansion mit gleichzeitig hoher Tiefenwirkung zu verbinden.

Leider konnte ich im bisherigen Nutzungszeitraum kein Geschoss bergen.

Ein bleifreies Geschoss muss aus meiner Sicht einen guten Kompromiss zwischen Expansion und Tiefenwirkung finden. Ein zu stark expandierendes Geschoss kann zwar eine sehr gute Sofortwirkung erzielen, verliert aber unter Umständen an Penetrationsleistung. Ein Geschoss, das zu wenig expandiert, kann dagegen zwar sehr tief eindringen, aber eine geringere Wirkungsfläche erzeugen.

Beim Blade scheint Sako versucht zu haben, diese beiden Eigenschaften miteinander zu kombinieren.


Die Kombination aus 162 Grain Geschossgewicht und einer V₀ von etwa 860 m/s ergibt eine Mündungsenergie von knapp 3.900 Joule.

Gleichzeitig besitzt das 656A mit etwa 0,39 einen für ein Jagdgeschoss dieser Gewichtsklasse brauchbaren BC.

Das Geschoss besitz damit auf 300m noch eine Restenergie von ca 2.200 Joule und eine Geschwindigkeit von 650 m/s, was die Kombination auch Bergjagd tauglich macht. Die neuere Version hat einen BC von 0,48. Damit würde Sie auf Distanz noch deutlich mehr Energie ins Ziel bringen. Wer braucht da noch ein Magnumkaliber?
 

Präzision und Geschwindigkeit

Die Präzision des Blade ist aus meiner Waffe sehr gut. Die Ladungsentwicklung ging relativ problemlos von statten. Bei Reload Swiss gibt es genau zu dieser Kombination publizierte Ladedaten, an welche ich mich gehalten habe. Laut Quick Load wäre eine V0 von 870 m/s bei einem Druck von 3760 bar möglich, was für eine 30.06 schon recht ordentlich ist. Ich erreiche mit der Ladung 100% Abbrand trotz des relativ kurzen 21 Zoll-Lauf. Soviel dazu "man braucht für eine 30.06 einen langen Lauf".  Geschossen wird mit einem Schalldämpfer (TI 48 XK von Roedale). Damit schießt sich die Ladung sehr angenehm.

 


 

5 er Schussgruppe auf 100m

 

 

3er Schussgruppe auf 300m

 

Erfahrungen auf Schwarzwild

Den größten Teil meiner Erfahrungen habe ich mit dem Blade auf Schwarzwild gesammelt.

Von den bisher 25 erlegten Sauen hatte ich bei allen Ausschuss.

Auch bei stärkerem Schwarzwild hat mir die Tiefenwirkung bisher keine Probleme bereitet.

 In der Regel versuche ich nachts bei Sauen auf das Blatt zu schießen. Bei Treffern auf das Blatt lagen die Sauen in meinen bisherigen Fällen am Anschuss und es war gleichzeitig Ausschuss vorhanden.

Eine Ausnahme gab es bei einem etwa 90 Kg schweren Keiler.

Hier lag ein weicher Treffer vor. Der Keiler flüchtete noch ungefähr 30 Meter und musste anschließend mit einem Fangschuss erlegt werden.

Diesen Fall möchte ich ausdrücklich erwähnen, weil ein Erfahrungsbericht aus meiner Sicht nicht nur die optimalen Treffer beinhalten sollte.

Gleichzeitig würde ich diesen Fall nicht als Aussage gegen das Geschoss werten. Die Trefferlage war nicht optimal und ein Geschoss kann einen schlechten Treffer nicht vollständig kompensieren.

 

Erfahrungen auf Rehwild

Mit dem Blade habe ich bisher 12 Rehe erlegt.

Die Wirkung war auch hier sehr zuverlässig. Bei Rehen waren die Treffer zum Großteil knapp hinter das Blatt, die Stücke lagen in der Regel am Anschuss oder in unmittelbarer Nähe. Die weiteste Fluchtstrecke waren 40m. Dies war ein Bock, welcher tief Blatt getroffen wurde. Man konnte der Schweissspur problemlos bis zum Stück folgen. Auch bei schwachen Kitzen zeigte sich eine sehr gute Wirkung ,auch ohne Knochenkontakt.

Ich hatte aufgrund der Kombination aus .30-06, 162 Grain und einer V₀ von etwa 860 m/s zunächst erwartet, dass die Wildbretentwertung auf Rehwild möglicherweise relativ stark ausfallen könnte. Das hat sich bei meinen bisherigen Stücken nicht bestätigt.

Die Wildbretentwertung war überwiegend gering.

 

Erfahrungen auf Fuchs

Sieben Füchse habe ich bisher mit dem Blade erlegt.

Auch hier war die Wirkung zuverlässig.

Der bisher weiteste Schuss war auf einen Fuchs und lag bei ungefähr 170 Metern. Hinsichtlich Präzision und Wirkung gab es dabei keine Probleme.

Der Einsatz auf Fuchs hat für mich die Grenzen der Kombination gezeigt. Bei ca. der Hälfte der Stücke war der Balg aufgrund der Wundwirkung nicht mehr verwertbar.

Wer mit dem Schwerpunkt Balgverwertung auf Fuchs jagt, wird deshalb vermutlich ein anderes Geschoss bevorzugen.

 

Fazit

Das Sako Powerhead Blade 162 Grain 656A hat sich in meiner .30-06 nach bisher acht Monaten und 44 Stück Wild als zuverlässiges Allround-Geschoss bewährt.

Technisch gefällt mir insbesondere die Kombination aus monolithischem Kupfergeschoss, kontrollierter Expansion und hoher Geschossmasse. Das Geschoss expandiert ausreichend, verliert dabei aber nicht seine gesamte Penetrationsleistung. 

Die Wirkung ist vom Rehkitz bis zum starken Keiler sehr gut. Die Angst vor geringerer Tötungswirkung bei bleifreien Geschossen ist aus meiner bisherigen Erfahrung völlig unbegründet. Das Geschoss entfaltet auch bei schwachem Wild ohne Knochenkontakt ausreichend Wirkung.

Mein bisheriges Fazit nach 44 Stück Wild: Das Powerhead Blade 162 gr ist für mich ein technisch überzeugendes und in der Praxis sehr zuverlässiges Allround-Geschoss für die .30-06.

 


 

Find' ich gut!

Kommentare

Das könnte dir auch gefallen

Neu: Sako Blade Munition Neu: Sako Blade Munition
GEARTESTER.de GEARTESTER.de
Moin Geartester,Sako hat ein neues Geschoss vorgestellt:Der Sako BLADE besteht aus 100% Kupfer und stellt die BLADE-Endspitze vor, die zusammen mit der 5-stufigen Geschossausdehnungsarchi...
Moin Geartester,Sako hat ein neues Geschoss vorgestellt:Der Sako BL...
22.176
Marke
Sako Powerhead Blade .30-06 Spr. Sako Powerhead Blade .30-06 Spr.
Hunters_View Hunters_View
Moin zusammen,Seit Anfang des Jagdjahres 2021 nutze ich in meiner R93 (47cm Lauflänge) die Sako Blade im Kaliber 3006. Nachdem ich bei einem Freund auf dem Schießstand eine sehr gute Präz...
Moin zusammen,Seit Anfang des Jagdjahres 2021 nutze ich in meiner R...
89.818
01:27 Hausken JD224 - Sako 85 / Tikka T3 in .308 Hausken JD224 - Sako 85 / Tikka T3 in .308
waldgerechteJagd waldgerechteJagd
Shooting a Sako 85 and Tikka T3 in .308 Win with and without Hausken JD224 Moderator. Barrel length 51cm. PICTURES and EXTRA SCENES on: http://www.facebook.com/BushcraftBear music : ...
Shooting a Sako 85 and Tikka T3 in .308 Win with and without Hauske...
1.771
03:33 Damwild Jagd bleifrei Waidmanns-Praxis TV Damwild Jagd bleifrei Waidmanns-Praxis TV
Finn Förster Finn Förster
Ein kurzer Clip über die ersten Erfahrungen mit der Hornady GMX Superperformance auf Damwild incl.ausgehen der Schweißspur
Ein kurzer Clip über die ersten Erfahrungen mit der Hornady GMX Sup...
1.556

Relevante Suchergebnisse von Gunfinder