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FFP-Absehen, Zero Stop und 34mm-Tubus für unter 800 Euro

Mit dem Diamond FFP 34mm 5-30x56 bringt Nikko Stirling ein Zielfernrohr in den Markt, das auf dem Papier vieles verspricht, was man sonst eher in höheren Preisklassen findet: 34mm-Tubus, First Focal Plane, ein fein gerastertes MRAD-XTR-Absehen mit Christmas-Tree-Struktur, Zero Stop und ein flexibler 3-Positionen-Thrower. Zum Preis von rund 769 Euro stellt sich damit die Frage, wie viel von diesem Ausstattungspaket sich auch in der Praxis bestätigt. Ich habe das Glas auf einer Bergara BMR-X Carbon in .22lr (Testbericht dazu hier) getestet, sowohl auf dem Schießstand als auch im alltäglichen Handling, und mir Verarbeitung, Optik, Absehen und Bedienung im Detail angeschaut.
Transparenzhinweis: Das Testmuster wurde mir von Leader Trading kostenlos zur Verfügung gestellt. Das hatte keinen Einfluss auf meine Bewertung.
Technische Daten
| Modellnummer | NSFFP3453056MRAD |
| Vergrößerung | 5-30 |
| Objektivdurchmesser | 56mm |
| Mittelrohrdurchmesser | 34mm |
| Sehfeld bei 100 m (max./min. Vergrößerung) | 1,3 m / 8,0 m |
| Klickwert | 1/10 MRAD (10 mm auf 100 m) |
| Parallaxenausgleich | ab 13,7 m (15 Yards) bis unendlich |
| Verstellbereich Höhe/Seite | 25 MRAD |
| Augenabstand | 90mm |
| Baulänge | 392mm |
| Gewicht | 880g |
| Absehen | MRAD XTR (First Focal Plane) |
| Linsenvergütung: | Vollvergütet, Absehen glasgeätzt |
| Preis (Leader Trading) | 769,00€ |
Zur Marke Nikko Stirling
Nikko Stirling ist eine Optikmarke, die sich ausschließlich auf Jagd- und Schießsportoptik spezialisiert hat. Gegründet wurde das Unternehmen 1956 vom australischen Großwildjäger Malcolm Fuller, der Nikko Stirling als Stirling Scope Company Ltd. in Tokio startete und dabei gezielt auf die damals in Japan aufkommenden Optikfertigungskapazitäten setzte, um seine langjährige Jagderfahrung mit hochwertiger Fertigungstechnik zu verbinden. Auf der Verpackung des hier getesteten Diamond FFP 34mm steht allerdings "Made in China". Das deckt sich mit Berichten aus der Schützen-Community, wonach Nikko Stirling seine Fertigung über die Jahre zumindest teilweise von Japan nach China verlagert hat.
Verarbeitung & erster Eindruck
Die Verarbeitung des Diamond FFP 34mm 5-30x56 macht einen hochwertigen und stabilen Eindruck. Auch der Lieferumfang überzeugt: Neben dem Zielfernrohr liegen eine Sonnenblende aus Metall, Schutzkappen, ein Mikrofasertuch sowie ein zweiter, beschriftbarer Absehenturm bei. Die Beschriftungen an den Verstelltürmen sind sauber und präzise ausgeführt. Alle Verstellrädchen fühlen sich hochwertig an und lassen sich angenehm verstellen.

Optik & Bildqualität
Die Optik zeigt sich bis in die Randbereiche sauber, die Eyebox ist komfortabel und verzeiht damit auch kleinere Ungenauigkeiten in der Kopfposition. Auch die Lichttransmission überzeugt. Das Glas bewegt sich nicht auf dem Niveau einer Top-of-the-Line-Optik deutscher Hersteller, das wäre in dieser Preisklasse auch nicht zu erwarten. Für ein Zielfernrohr dieses Preissegments ist die optische Leistung aber überraschend gut.
Absehen (MRAD XTR, FFP)
Beim Absehen zeigt sich am ehesten, dass es sich um ein Glas der mittleren Preisklasse handelt. Die feinen Zahlen sind bei aktiviertem Leuchtabsehen nur eingeschränkt gut zu erkennen. Im ausgeschalteten Zustand ist aber alles sehr sauber geätzt und gut zu erkennen.
Die Umsetzung eines komplexen Absehens mit mehr als nur einem einfachen Leuchtpunkt ist technisch anspruchsvoller, dennoch habe ich bei anderen Absehen bereits eine bessere Ablesbarkeit gesehen, wenn auch nicht in dieser Preisklasse.
Technisch handelt es sich beim MRAD XTR um ein waschechtes Präzisionsabsehen: Die durchgehende Stadia-Linie ist bis auf 0,04-mrad-Strichstärke fein unterteilt und mit Bezifferung bei 2, 4 und 6 mrad in alle vier Richtungen versehen, sodass sich Halte- und Korrekturwerte direkt ablesen lassen, ohne an den Türmen drehen zu müssen. Unterhalb der horizontalen Linie ergänzt ein klassisches Christmas-Tree-Raster aus mehreren Punktreihen bei 2, 4 und 5 mrad Elevation die Windablage-Haltepunkte, sodass sich bei bekannter Distanz und Windschätzung direkt ein passender Punkt als Haltepunkt anvisieren lässt, statt zwischendurch die Türme verstellen zu müssen. Da es sich um ein FFP-Absehen handelt, gelten alle diese Maße unabhängig von der eingestellten Vergrößerung.


Leuchtabsehen
Der Leuchtpunkt lässt sich in 11 Stufen regulieren, eine batteriesparende Abschaltautomatik fehlt allerdings. Positiv fällt auf, dass nicht nur der Mittelpunkt des Absehens beleuchtet ist, sondern auch die Zahlen mit ausgeleuchtet werden, was im praktischen Einsatz sehr komfortabel ist. Da es sich um ein FFP-Absehen handelt, bleiben die Maßverhältnisse über den gesamten Vergrößerungsbereich konstant, das Absehen vergrößert sich also mit dem Bild mit.
Verstellung & Zero Stop
Die Klicks der Verstelltürme rasten sauber ein und sind sowohl fühl- als auch hörbar gut wahrzunehmen, was eine präzise Verstellung im Feld erleichtert. Das Einrichten des Zero Stops gestaltet sich einfach und funktioniert zuverlässig. Auf dem Schießstand ließ sich die Klickpräzision bestätigen.

Der Thrower lässt sich in drei Stellungen einsetzen und bietet damit ein hohes Maß an Flexibilität. Zu beachten ist allerdings, dass der Throwlever in der ganz rechten Position bei Waffen mit größerem Kammerstengel-Öffnungswinkel mit diesem kollidieren kann.

Praxistest
Getestet wurde das Glas auf einer Bergara BMR-X Carbon in .22lr (Link zum Testbericht). Der Test auf dem Schießstand verlief sehr zufriedenstellend. Das Diamond FFP 34mm eignet sich sehr gut als Optik für eine .22lr Plinking Rifle zum Training oder als Einstieg ins Long-Range-Schießen. Professionelle Wettkampfschützen oder ambitionierte Long-Range-Schützen werden voraussichtlich sowieso eher zu höherpreisigen Marken greifen.
Preis-Leistung
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sehr gut: Es gibt nur wenige Zielfernrohre mit diesem Vergrößerungsbereich und dieser Feature-Vielzahl (Verstelltürme, Zero Stop, Thrower und mehr) in dieser Preisklasse.
Fazit
Das Nikko Stirling Diamond FFP 34mm 5-30x56 hinterlässt im Test einen durchweg positiven Eindruck. Verarbeitung, Lieferumfang und die Haptik der Verstelltürme liegen auf einem Niveau, das man in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich erwartet. Zero Stop und Thrower funktionieren zuverlässig und lassen sich einfach einrichten, die Klicks sind präzise und gut wahrnehmbar. Auch optisch überzeugt das Glas mit sauberer Randschärfe, komfortabler Eyebox und guter Lichttransmission, ohne dabei mit Top-of-the-Line-Optiken deutscher Hersteller konkurrieren zu wollen oder zu müssen.
Kleinere Abstriche gibt es beim Absehen: Die feinen Ziffern sind bei aktivierter Beleuchtung nur eingeschränkt gut ablesbar, und eine batteriesparende Abschaltautomatik fehlt. Wer die ganz rechte Thrower-Position nutzt, sollte vorab prüfen, ob der Kammerstengel der eigenen Waffe genug Platz hat.
Das Diamond FFP 34mm bietet ein Ausstattungspaket, das man in dieser Vergrößerungs- und Preisklasse selten findet. Für Einsteiger ins Long-Range-Schießen und als Trainingsoptik auf einer .22lr Plinking Rifle ist es eine klare Empfehlung. Wettkampfschützen und ambitionierte Long-Range-Schützen mit höheren Ansprüchen an Absehen-Ablesbarkeit und Optikqualität greifen erfahrungsgemäß eher zu höherpreisigen Marken, für alle anderen ist das Diamond FFP 34mm ein sehr überzeugendes Preis-Leistungs-Paket.