Hausken WD60 Xtrm
Von Hessen_Jäger am 9. Februar 2018

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Ich möchte Euch gerne meine Erfahrungen mit dem Hausken WD60 Xtrm mitteilen. Diesen Schalldämpfer habe ich seit dem Spätsommer 2017 im Einsatz und konnte ihn auf dem Schießstand aber vor allem auf der Ansitzjagd und Pirsch einsetzen.

Nach ausgiebiger Recherche hatte ich mich dazu entschieden, diesen Schalldämpfer in Zukunft zu nutzen. Das Hauptentscheidungskriterium war dabei meine Waffe samt Kaliber. Ich führe eine Blaser R8 Success im Kaliber 8x68S und einen Wechsellauf im Kaliber .308 Win. Ich wollte das Maximum an Dämpfungsleistung für die 8x68S und sah dabei den Hausken WD60 Xtrm aufgrund seines großen Volumens und der angegebenen Leistung, im Vergleich zu der mittlerweile großen Vielzahl von Schalldämpfern am Markt, bei den "Leistungssiegern". Die Besonderheit der Xtrm-Ausführung besteht in der zusätzlich verbauten Stahlwolle zwischen den einzelnen Lamellen, was die Dämpfungsleistung noch weiter verstärkt. In dieser Ausführung bringt der Schalldämpfer laut Hersteller eine Reduktion von ca. 38-45 dB, was je nach Kaliber und Lauflänge variiert. Ich konnte dies nicht nachmessen, jedoch habe ich ihn mit anderen Schalldämpfern vergleichen können und bin von der Leistung absolut beeindruckt. Ich schieße mittlerweile ohne lästigen Gehörschutz und der Dämpfer erfüllt voll und ganz seinen Zweck. Dies betrifft sowohl die 8x68S, als auch die .308 Win. In der 8mm-Ausführung kann ich den Dämpfer auf beiden Läufen gleichermaßen nutzen.

Der Hausken WD60 ist 22,4cm lang, wiegt 490 Gramm und hat einen Durchmesser von 60mm. Da ich hauptsächlich vom Ansitz aus jage und kurze Strecken pirsche, stört mich das zusätzliche Gewicht in keinster Weise. Lediglich die Verlängerung der Waffe kann in manch kleinerer Kanzel etwas stören und man muss aufpassen, dass man beim Hantieren nirgends anstößt. Das merke ich vor allem bei dem langen 65cm-Lauf der 8x68S. Hier kommt mir die etwas kompaktere Bauweise der Blaser R8 entgegen, die das Ganze etwas kürzer werden lässt.

Warum berichte ich Euch von diesem Dämpfer und bin von ihm begeistert? Wie bereits erwähnt, ist die Leistung nicht nur objektiv, sondern auch subjektiv "großes Kino". Wer den Knall eines stärkeren Kalibers dämpfen will, dem kann ich dieses Produkt absolut empfehlen. Ein Bekannter von mir führt den gleichen Dämpfer auf seiner 300 Win. Mag und verspürt dabei die gleiche Begeisterung wie ich. Neben diesem Vorteil konnte ich die allgemeinen Vorteile eines Schalldämpfers auf der Jagd miterleben. Neben dem deutlich geringeren Rückstoß (gerade bei der 8x68S), hat man bei der Schussabgabe kein störendes Mündungsfeuer mehr, was gerade bei der Jagd in der Dämmerung oder der Nacht von Vorteil ist. Außerdem konnte ich bei all meinen Erlegungen stets den Kugelschlag klar und deutlich hören. Dies war früher nicht immer der Fall. Subjektiv konnte ich außerdem ein anders Fluchtverhalten des Wildes nach Abgabe des Schusses feststellen. So gelangen mir in der kurzen Zeit seit dem Einsatz drei Sauendoubletten bei Ansitz und Pirsch, was früher äußerst selten der Fall war. Rehwild reagierte teilweise nur mit einem kurzen Verhoffen auf in der Nähe abgegebene Schüsse. Während ich beispielsweise im Spätsommer drei Jungfüchse innerhalb von 2 Stunden auf einem Stoppelacker erlegen konnte, reagierte ein 50m entfernt stehendes Schmalreh auf die Schüsse nur mit einem kurzen Blick in die Feldflur und äste dann in Ruhe weiter.

Einige werden sich sicherlich fragen, ob der große Durchmesser von 60mm nicht störend im Zielfernrohr ist. Ich habe auf beiden Läufen variable Zielfernrohre, eins von Zeiss (Varipoint 3-12x56) sowie ein Meopta (R1 3-12x56). Aufgrund der flachen Montage und des kurzen Abstands zwischen Waffe und Zielfernrohr war ich diesbezüglich auch etwas skeptisch. Bei beiden Zielfernrohren sehe ich im Zielfernrohr einen kleinen Schatten, wenn ich die Vergrößerung auf < 4-fach stelle. Dieser Schatten befindet sich im untersten Teil des Zielfernrohres und ich habe mich daran gewöhnt und empfinde es nicht als störend. Ab einer Vergrößerung > 4-fach ist kein Schatten mehr im Zielfernrohr zu sehen. Da ich meist zwischen 5- und 8-fach jage, sehe ich diesen minimalen Einfluss meistens nicht.

Nachfolgend habe ich noch einmal kurz die von mir festgestellten Vor- und Nachteile des Hausken WD60 Xtrm aufgelistet.

Vorteile: 

- herausragende Dämpfungsleistung

- kein Mündungsfeuer mehr

- deutlich geringerer Rückstoß

- Kugelschlag (immer) zu hören

- anderes/kürzeres Fluchtverhalten des Wildes

Nachteile:

- (hohes Gewicht) 

- großer Durchmesser

- Verlängerung der Waffe

Link zum Schalldämpfer: http://ruag-ammotec.de/marken/hausken-lyddemper/hausken-schalldaempfer/hausken-jakt-wd-60-wd-60-xtrm/


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Kommentare

Waidmann

Danke für den Beitrag. Ich habe sowohl den 184, den 224 und den WD 60 im Einsatz. Den WD60 habe ich auf alles größer als .300 Win Mag drauf und teile deine Erfahrungen ausgenommen. Einzig lange Läufe mit dem WD 60 werden wirklich kopflastig. Ich bastel gerade an einem 9,3x62 Projekt mit kurzem Lauf. Hier spielt der WD60 seine Stärken dann voll aus. Ich würde empfehlen für maximale Leistung: alles bis 8x57 JD224 oder JD184 alles über 8x57 WD60

Hessen_Jäger

Da stimme ich Dir vollkommen zu. Ich wollte mir nur einen Schalldämpfer für beide Läufe anschaffen, sonst würde ich für den .308 Lauf auch einen kleineren, kürzeren und leichteren, wie den JD184, nutzen.

Boarhunter764

Ich habe gehört das die Stahlwolle ein Nachteil hat. Das Kondenswasser der Schussgase soll wohl ätzend sein was zur Folge hat das Teile der Stahlwolle in den Lauf rieseln und bei hoher schusszahl so der Lauf nach und nach ausgeschossen wird weil das Projektil mit den Stahlwollteilen die Felder und Züge glatt schleift.

Grüße und Waidmanns Heil!

Waidmann

Nach dem Gespräch mit dem RUAG Profi folgender Pflegehinweis:
1: SD nie audfgeschraubt in den Waffenschrank stellen! NIEMALS!
2: SD mit Fön oder Druckluft nach jedem Gebrauch durchpusten und zum trocknen hochkant eine Nacht auf die Heizung stellen.
3: 1x jährlich aufschrauben und reinigen.

Waidmann

Die im Schalldämpfer gesammelten Pulvergase können in Verbindung mit Feuchtigkeit schädlich für den SD oder den Lauf sein. Da spielt es keine Rolle, ob mit Edelstahlgeflecht (keine Stahlwolle ;-)) oder nicht. Befolgt man die Anwendungshinweise kann nichts passieren ...

Alex

Ich habe mir den SD auch gerade für m17 308 bestellt.

Kann mir jdm. sagen, ob ich diesen auch per sep. Gewindeadapter für 223 (HK MR223) benutzen kann? Die bisherige Auskunft vom Händler war ein schlichtes *nein*, allerdings ist es doch ein kleineres Kaliber... Dieses Problem müsste sich doch irgendwie lösen lassen?!

Wie haltet ihr das mit der Reinigung (und tatsächlich nach wieviel Schuss)?
Aufmachen und in Öl "marinieren" oder nehmt ihr clp her?

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