Die Rot-Weiß-Rot Kombi für Linksschützen
Von Rainsch am 5. Oktober 2020

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Hier mal wieder ein Bericht speziell für Linksschützen - und die, die es noch werden wollen ;)

Diesmal dreht es sich um meinen Steyr Mannlicher CL2 in Linksausführung im Kaliber 6,5x55 SE. Es handelt sich um die Goiserer Ausführung mit kurzem Lauf und einem M15x1 Gewinde. Grundsätzlich könnte der Lauf für die Schwedenpatrone schon etwas länger sein, in Verbindung mit einem Schalldämpfer bietet diese Variante jedoch noch eine recht akzeptable Führigkeit.



Beginnen wir von hinten nach vorne:

Die Steyr wartet mit einem schönen, dunklen Schaftholz auf. Die Schaftkappe ist aus weichem Gummi und die Fischhaut ist sauber verschnitten. Der Schaft hat einen leichten Schweinsrücken und eine dynamisch verlaufende Backe. Ich wäre an diesem Punkt fast schwach geworden, da die Steyr Kunststoffschäfte (SX Ausführungen) eine sehr angenehme Haptik bieten. Der Holzschaft überzeugte mich als Holzfan jedoch letztendlich durch seine Eleganz und bekam daher den Vorzug gegenüber dem Kunststoffschaft.



Besonders gelungen finde ich die Steyr 3 Stellungs Sicherung (S.B.S. System). Über die Drehradsicherung am Kolbenhals kann hier zwischen Feuerbereit (roter Punkt), Ladestellung (weißer Punkt mit gesichertem Abzug, jedoch öffenbarer Kammer) und der vollgesicherten Stellung mit weißem Punkt und einem Kunststoff Schnapper gewählt werden. Zusätzlich ist es in der vollgesicherten Stellung noch möglich, den Kammerstängel an den Schaft anzudrücken. Dadurch wird das Safe-Bolt-System aktiviert und der Schlagbolzen ist formschlüssig blockiert. Diese Stellung bietet eine sehr hohe Sicherung und bietet sich vor Allem für das Pirschen an. Dreht man nun die Sicherung nach vorne um einen Schuss abzugeben, hüpft der Kammerstängel mit einem leisen Geräusch wieder heraus. Dem kann am Ansitz entgegengewirkt werden, in dem man den Stängel etwas zurück hält. Wenn es mal schnell gehen muss hat das Geräusch jedoch noch nie so stark gestört, dass mir ein Stück Wild abgesprungen wäre. Das System hat mich sehr überzeugt und dadurch habe ich auch den CL2, anstatt den SM12 mit Handspanner zu gewählt.

Entsichert


"Ladestellung" - Hier ist ein gesichertes Laden und Entladen möglich.


Vollgesichert mit angelegtem Kammerstängel. Zum Entsichern muss der graue Kunststoffdrücker betätigt werden.


Der Verschlussgang ist einwandfrei und wirklich in Ordnung, daran gibt es nichts auszusetzen. Der kleine Stift am Schlösschen ist sichtbar und spürbar, wenn das Gewehr gespannt ist.


Beim Abzug handelt es sich um einen Kombiabzug. Der Abzug ist auch ohne den Rückstecher gut handelbar. Den Rückstecher verwende ich eigentlich nur, wenn ich weiter schieße. Der Stecher wurde vom Büchsenmacher entsprechend meiner Bedürfnisse eingestellt. Ein zusätzliches Feature: Vergisst man zu Entstechen und sichert das Gewehr wieder voll, wird automatisch Entstochen (Stellung "vollgesichert").


Das Magazin ist (für mich als Metallfan leider) aus soldidem Kunststoff und fasst in 6,5x55SE 4 Patronen. Der Magazinschacht ist passgenau gearbeitet, ich hatte beim Laden, Entladen und Repetieren noch nie Probleme.



Die Präzision der Waffe ist sehr gut. Die Waffen von Steyr sind dafür bekannt recht gut zu schießen, der Lauf weißt die steyrtypischen Hammerspuren auf.  An der Mündung ist ein Gewinde M15x1 angebracht.



Als Optik verwende ich ein Swarovski Z6i 2-12x50 der zweiten Generation mit Ballistikturm (montiert mit einer Fixmontage auf Weaver Basen). Das ist hervorragend für die Jagd geeignet. Ich verwende den Ballistikturm um das Gewehr sowohl mit als auch ohne Schalldämpfer verwenden zu können. Derzeit verschieße ich das RWS Doppelkern mit 9,1 Gramm. Diese Kaliber und Geschosskombination hat sich bestens bewährt. Ich jage hauptsächlich Rehwild, verwende die Waffe aber auch zur Jagd auf Rotwild (vorrangig Kahlwild). Die Doppelkern hat mich dabei noch nie enttäuscht, auch die Wildbretentwertung ist sehr gering.


Fazit:

Eine ausgezeichnete, wenn auch nicht ganz günstige Kombination. Ich fühle mich mit dem Gewehr bestens für die Ansitzjagd, Pirsch und auch Hegeringschießen usw. ausgerüstet. Das Kaliber 6,5x55 ist mein absolutes Lieblingskaliber. Wer wie ich vorrangig Rehwild und Fuchs bejagt ist damit super aufgestellt. Auch für die Kahlwildjagd sowie eventuell durchwechselndes Schwarzwild ist man damit sehr gut aufgestellt.


Ich hoffe ich konnte euch einige interessante Einblicke in die Kombination "Made in Austria" bieten und wünsche einen guten Anblick und ein kräftiges Waidmannsheil!



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Rainsch
Greenhorn

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