COLT 1911 ist die Mutter aller Pistolen
Von Ober Jäger am 28. September 2014

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Ich gebe hier gleich zu Beginn zu Protokoll, ich bin weitaus länger ein Sportschütze als Jäger. Bei mir schlagen deshalb zwei Herzen in meiner Brust: Das eine für die Jagd und das andere für alles was Präzision bringt. Für mich kein Widerspruch aber in den Augen mancher Jäger oder auch Sportschützen etwas übertrieben fremdartig. So schaute man mich auch des öfteren schon etwas befremdlich an, als ich meinen schönen COLT 1911 in der MK IV / SERIES 70 Gold Cup National Match Ausführung zur Nachsuche anrückte. Es handelt sich hierbei um das legendärste Matchmodell der noch viel legendäreren M 1911er Serie, auch bekannt als "Colt Government". Natürlich in .45 ACP!

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Natürlich war es John Moses Browning, welcher diese Selbstladepistole für die US-Streitkräfte entwickelte. Von 1911 bis 1985 (!) war diese dann die Standardbewaffnung der Amerikaner. Der Verschluss basiert auf der Funktion eines Kettengliedes am Lauf, welcher beim Schuss das System entriegelt, so das der Lauf und der Schlitten nach hinten wandern kann. Der Lauf wird gestopt aber der Schlitten geht weiter nach hinten und spannt das System erneut. Mit Hilfe einer Feder schließt sich das System wieder und eine Patrone wird zugeführt. Klingt kompliziert aber es ist extrem bewährt. Der Grund des Erfolges dieser Waffe bei der US Armee war nicht die Präzision sondern vielmehr die Verlässlichkeit. Die Waffe ist ein Single Action System und verfügt über eine Sicherung am Griffstück und über die charakteristische Griffstücksicherung.

Die Waffe gab es zunächst nur in der spartanischen Militärausführung. Es folgten jedoch nach dem zwieten Weltkrieg unzählige Zivilversionen. Das "Original" kommt von COLT. Meine Match Variante hat die folgenden präzisionsförderlichen Features: Trigger Stop, Mikrometervisier, 5 Zoll Lauf, Matchabzug udn sogar .22lfb Wechselsystem.

Zurück zur eingangsbeschriebenen Situation auf der Nachsuche. Natürlich ist die Waffe schwer und nicht wirklich kompakt aber sie ist vor allem präzise. Durch die lange Visierlinie und den guten Abuzug bin ich in der Lage relativ weit hinzureichen. Was die Waffe auf dem Stand auf 25 Meter leistet ist gewaltig: 10 Schuss auf der unter Jägern bekannten Maßeinheit, dem Bierdeckel, hält man gut. Das hat sich schon das ein oder andere Mal bewährt, denn das schaffe ich nicht mit einem Taschenrevolver mit 2 Zoll Lauf. Was einem Jäger in der Regel als DIE Nachsuchenwaffe angeboten wird ist meiner Meinung nach nicht funktional. Sei es drum, das muss jeder selber wissen. Ich rate zu einer schwereren Waffe mit langer Visierlinie. Die .45 ACP ist natürlich Stopkraft pur. Gerade das GECO mit der extrem weiten offenen Hohlspitze reißt um. Zwar arbeitet sie nicht auf jede Distanz gleichmäßig aber sie hat enorme Tötungswirkung. Teilweise reißen die Fahnen ab oder teilweise bleibt eine Deformation aus. Damit sollen sich hier in der Community mal die Ballistikexperten auseinandersetzen. Meinungen sind herzlich willkommen...

Was ich an der Waffe nicht mag? Schwer zu sagen! Wenn man Waffenkonzepte wie die Glock oder vergleichbares kennt, vermisst man hier und da die Firepower der High Cap Magazine. Mit 7 Schuss bin ich im Feld zwar stets zurecht gekommen aber auf dem Stand hätte ich manchmal gern mehr, nur so zum Spaß...

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