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Browning Maral

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Möchte sich ein Jäger eine Geradezugrepetierbüchse zulegen so stehen neben den üblichen Verdächtigen der Marken Blaser oder Merkel mittlerweile auch Fabrikate von Heym oder Steel Action auf der Auswahlliste. Jedoch liegt bei den allermeisten Betrachtungen die Browning Maral außerhalb des Blickfelds - zu unrecht, wie ich finde.

Über den tatsächlichen jagdpraktischen Vorteil von Geradezugrepetierern lässt sich durchaus streiten und die Anzahl an Doubletten oder Folgeschüssen, die einzig und allein durch die Verwendung eines Geradezugsystems ermöglicht wurden, ist wahrscheinlich verschwindend gering. Was sich aber sehr sicher sagen lässt: Ein Geradezug hat eine angenehme Handhabung und macht Spaß.

Was Browning bei der Entwicklung der Maral gemacht hat ist klar: Aus der halbautomatischen BAR wurde durch Weglassen des Gasdrucklader-Mechanismus und Hinzufügen einer Federung des Verschlusses sowie eines Kammerstengels der "Viertelautomat" Maral. Das ist erstmal nichts Verwerfliches, denn die BAR ist eine ausgereifte und zuverlässige Waffe. Eine Abwandlung der BAR und die damit verbundene Erschließung des Geradezugsegments ist sinnvoll. 

Seitdem die Browning Maral 2013 vorgestellt wurde, hegte ich reges Interesse für die Waffe. Als schließlich der Entschluss zur Anschaffung einer neuen Büchse feststand, stolperte ich über das unschlagbare Angebot eines Detmolder Büchsenmachers und bestellte die Maral im Kaliber .30-06 ohne sie jemals selbst geschossen zu haben. 

Die Betrachtung des Lieferumfangs und der Eigenschaften der Waffe, führt zu einem absolut unschlagbarem Preis-Leistungsverhältnis.

Für eine UVP von 1999,- € (ich habe für 1499,- € zugeschlagen) bekommt der Jäger einen Geradezugrepetierer mit Handspannung. In diesem Preis enthalten sind verschieden dicke Schaftkappen zum Auswechseln und eine verstellbare Schaftbacke. Hinzu kommt neben dem normalen vier Schuss Magazin ein zehn (bzw. neun) Schuss Magazin. Standardmäßig sind abnehmbare Riemenbügel und die Browning Nomad Montage auf der Waffe. Hierbei handelt es sich um eine bei Dentler gefertigte Montage sehr ähnlich der Dentler Basis Montage (in meinen Augen eine der besten Montagen auf dem Markt). Selbstverständlich verfügt die Waffe über ein Mündungsgewinde (M14x1).

In der Ausführung SF Composite Nordic kommt sie mit einem kannelierten 51 cm Lauf und einem schwarzen Polymerschaft.  Alles zusammen wird in einem robusten, gut gepolstertem Kunststoffkoffer (Abzugsschloss inklusive) geliefert.

Sucht man eine solche Waffe in diesem Lieferumfang bei anderen (deutschen) Herstellern findet man unter 3000,- € kein vergleichbares Angebot. 

Nach einer jagdlichen Nutzung von fast zwei Jahren möchte ich ein kleines Resümee ziehen. 

Auf der Jagd und dem Schießstand sind ca. 200 Schuss durch und es gab keinerlei Funktionsstörungen. Die Handspannung ist ergonomisch genug, bedarf aber schon einem beträchtlichen Kraftaufwand im Vergleich zu anderen Handspannungen (beispielsweise Blaser R8). Für durchschnittliche Männerhände kein Problem, bei schwächeren Frauenhänden kann die Handspannung als zu schwer empfunden werden. Mit etwas Übung lässt sie sich absolut lautlos betätigen.

Das repetieren geht nach ein paar Schuss in Fleisch und Blut über und es ist mittlerweile das normalste von der Welt den Kammerstengel nach dem Zurückziehen einfach loszulassen. Der Kammerstengel sieht zunächst etwas komisch aus, aber durch seine Form wird eine optimale Position oberhalb der Schusshand erreicht.

Das Standardmagazin schließt in einem Bild mit der Waffe ab. Der Auslöseknopf des Magazins ist sehr sparsam gehalten. Die Funktion ist immer gegeben nur macht sich hier der Preis bemerkbar. Das Polymer des Schafts und die gummierten Einsätze am Pistolengriff und Vorderschaft sind sehr hochwertig und sehen nach wie vor aus wie am ersten Tag. Die gesamte Beschichtung der Metallteile zeigt keinerlei Abnutzungsspuren und ist sehr widerstandsfähig.

Der größte allgemein vorherrschende Kritikpunkt an der Maral ist der Abzug. Es handelt sich hier um einen guten Abzug sofern er an einem Halbautomaten vorhanden ist. Für eine Repetierbüchse ist der Abzug als schlecht zu beurteilen. 

Das Abzugsgewicht ist absolut in Ordnung, aber ein deutlich spürbarer kratzender Vorweg, bevor der Schuss bricht, lassen den Abzug der Maral im Vergleich zu anderen modernen Repetierern sehr alt aussehen. Der Abzug ist jagdlich immer noch ausreichend und hindert einen nicht daran auch auf weite Distanzen sicher zu schießen, dennoch würde ein absolut trocken stehender Abzug das Gesamtbild der Waffe enorm aufwerten. 

Die Präzision der Waffe ist als sehr gut einzustufen unter jagdlichen Gesichtspunkten sowieso mehr als ausreichend. 

Ich bereue den Kauf der Waffe in keinster Weise und das Preis-Leistungsverhältnis überzeugt mich nach wie vor. Abwertende Argumente wie die schwierige Zerlegbarkeit der Waffe und der Schlitz im Systemkasten, durch den Dreck ins innere gelangen kann, hinken in meinen Augen etwas. Denn bei Halbautomaten und einem Konkurrenzprodukt der Marke Merkel sind diese Eigenschaften auch vorhanden, stören aber die Benutzer recht wenig und führen zu keinen Komplikationen. 

Ich empfehle bei einem Kaufvorhaben eines Geradezugrepetierers jedem Jäger eine genaue Betrachtung der Maral. Für wenig Geld kann die Maral bereits alle Anforderungen des normalen Jägers abdecken. 


 


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Kommentare

Felix M.

@campfire
Putzstab ohne Aufsatz von der Mündung aus Richtung Lager durchschieben. Bürste/ Patch aufschrauben und dann rausziehen.

Prof.Keiler

Als ich vor ca. 5 Jahren auch vor der Entscheidung stand mir eine neue Büche zuzulegen, war die Maral ebenfalls in der engeren Wahl. Das Preis- und Leistungsverhältnis ist echt toll. Klasse jetzt auch mal einen Bericht aus erster Hand zu bekommen. Vielen Dank dafür.

JagdW4

Danke für den ausführlichen Bericht.

Mit welcher Laborierung hast du persönlich bis jetzt die besten Erfahrungen gemacht bzw die besten Streukreise erzielt?

Ich führe die gleiche Büchse mit einem ERA SOB2 Schalldämpfer und habe sie mit Geco Plus in .30-06 mit 11g/170grs und einem Aimpoint auf 50m eingeschossen. Der Streukreis bei mir ist mit SD etwas größer als ohne und hält circa 3-4 cm.

Die schlechtere Präzision mit Schalldämpfer kenne ich so nicht, meine anderen Büchsen schießen mit SD deutlich besser als ohne. Vielleicht mag das an dem nicht freischwingenden Lauf der maral liegen?

Für mich jagdlich als Durchgeher und auf der Nachsuche ausreichend. Dennoch werde ich noch weitere Geschosse testen.

Felix M.

Ich habe bis jetzt ausschließlich S&B Teilmantel S 11,7 g/ 180 grs. verwendet. Mit dem Hausken JD 184 xtreme MK2 halte ich so ca. 20 mm auf 100 Meter.

Ich habe die Präzision ohne/ mit SD noch nicht verglichen, da ich eh nur mit SD schieße.

Generell habe ich noch nie Probleme mit der Munition gehabt und die Präzision überzeugt mich aus einem jährlich chemisch gereinigten Lauf, deswegen mache ich da keine weiteren Experimente oder probiere was neues aus.

Warum sollte der Lauf nicht komplett freischwingend sein?

JagdW4

Bei meiner Waffe liegt der Lauf im gesamten Bereich des Vorderschaftes am Schaft auf. Da passt kein Blatt Papier dazwischen. Sitzt nicht bei der Maral die Feder welche für den "viertelautomatischen" repetiervorgang sorgt am Lauf?

Felix M.

Also ich kann den "Papiertest" bis zu dem Bereich wo der Spalt zwischen Vorderschaft und Lauf kleiner wird ohne Probleme durchführen.

Aber ja, du hast Recht. Das Federsystem sitzt unterhalb vom Lauf. Zu sehen auf einem Bild in diesem Bericht der DJZ: https://djz.de/wp-content/uploads/sites/3/old_docs/jagdwaffe_browning_maral_djz_0114.pdf

Ich denke es gibt aber etliche Fabriklaborierungen, die jagdlich brauchbar sind und eine gute bis sehr gute Präzision in der Maral liefern.

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