Tikka CTR von German-Gun-Stock (GGS)
Von Kai Schäffler am 29. August 2019

Anzeige

Vorgeschichte

Nachdem ich meinen Drückjagd 98er an einen Bekannten verkauft hatte, war mein Waffenschrank bis auf meine R8 und Beretta A400 Flinte leer. Also musste etwas neues her und da ich mit meiner R8 Professional Success, bereits den VW Golf der deutschen Jägerschaft besaß, sollte es etwas ein wenig Exotischeres sein.

Wieso eine Waffe von GGS

Einige Zeit vorher, war ich bereits durch Zufall bei Youtube, auf die Videos der Jungs von German-Gun-Stock (GGS) gestoßen und fand das Konzept und wie Sie die Waffen technisch umbauen sehr interessant, auch der etwas andere Lock der Waffen gefiel mir sehr gut. Daher recherchierte ich etwas in den gängigen Foren und fand eigentlich nur positive Resonanzen, dies bestärkte mich darin, dass ich so eine Waffe haben wollte. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt in Süddeutschland aber keinen Händler für die Waffen und ich fand auch keinen Besitzer einer dieser Waffen in meiner Nähe bei welchem ich die Waffe einmal anschauen bzw. testen hätte können, somit musste ich die Waffe blind kaufen.

Konfiguration

Vor meinem ersten Kontakt mit GGS machte ich mir natürlich etwas Gedanken, was für eine Konfiguration an Waffe ich gerne hätte. Die Waffe sollte vor allem für den Ansitz, zum Pirschen und manchmal für den Schießstand sein. Nach mehreren Mails telefonierte ich nochmals mit GGS und wir fixierten die Konfiguration wie folgt:

• Tikka CTR 20`

• Kaliber 308 win

• GGS Ranger Schaft (Farbe Bloody Night)

• Überarbeitung des Abzugs

• Kannelierung des Verschlusses

• GGS Kammerstengel

• GGS Mündungsbremse

GGS Schäfte

Aktuell gibt es drei verschiedene Versionen von Schäften bei GGS. Diese werden alle auch in Videos auf der Homepage von GGS ausführlich vorgestellt. Ich habe mich für den Ranger Schaft entschieden, weil er recht leicht ist und für meine Bedürfnisse am besten passt. Bei der Farbe der Schäfte hat man dann die Qual der Wahl, aber ich denke es ist für jeden etwas Passendes dabei. 

Tikka CTR

Über die Tikka CTR brauche ich hier eigentlich nicht mehr viel schreiben, von der Waffe gibt es ja genug ausführliche Tests im Netz. Ich kann nur sagen, dass mir das Tikka System gut gefällt und ich zufrieden bin.

Erster Eindruck

Als die Waffe dann im April kam, war ich natürlich sehr gespannt, was ich da gekauft hatte. Jedoch bereits bei den ersten Probeanschlägen, nach dem auspacken merkte ich, die Waffe passt. Daraufhin montierte ich mein noch vorhandenes Meopta R2 2,5-15x56 auf der Waffe und es ging ab auf den Schießstand. Um mich an die Waffe zu gewöhnen hatte ich ein 50er Päckchen günstige S&B VM gekauft und zum Jagen einige Päckchen Hornady GMX. Die ersten Streukreise nach dem einschießen mit der günstigen S&B waren nicht so berauschend, aber als ich dann auf die Hornady GMX umgestiegen bin, war ich ziemlich begeistert, die Streukreise gingen deutlich zusammen. Ich denke, die Waffe hat deutlich mehr Präzisionspotential wie ich aktuell als Steuermann herausholen kann. Der Präzision zuträglich, ist auch der überarbeitete Abzug der wirklich ohne spürbaren Vorweg bei ca. 750 Gramm bricht. Der Abzug der R8 ist schon für mein Empfinden sehr gut, aber der überarbeitete Abzug der Tikka ist noch besser.

Haptik

Der Schaft fühlt sich echt klasse an und ist sauber verarbeitet, an den richtigen Stellen ist die Oberfläche etwas rauer, damit man auch mit nassen Händen noch einen guten Griff hat. Die verstellbare Schaftbacke funktioniert gut und macht einen stabilen Eindruck.

Jagd

Auf der Jagd bringt die Waffe jetzt keine Vorteile gegenüber einem anderen Repetierer mit einem passenden Schaft und einer guten Präzision, aber auch keine Nachteile. Womit es wirklich eine „hunting und match rifle“ ist, mit welcher man gut jagen, aber auch auf dem Stand Spaß haben kann. Natürlich wird die Optik der Waffe, nicht in allen Jägerkreisen positiv gesehen. Um Herzrasen bei einigen Jagdkameraden (nicht nur älteren) zu vermeiden, nehme ich die Waffe nicht auf alle Gemeinschaftsjagden mit, aber dafür habe ich dann ja noch den R8 Golf. Da mir der Schaft gut liegt und das Repetieren Dank des GGS Kammerstengels wirklich schnell und flüssig von statten geht, werde ich die Waffe im Herbst auch mal auf der einen oder andern Drückjagd testen.

Kosten

Die Waffe hat in meiner Konfiguration ca. 2400 Euro gekostet, was in meinen Augen ein fairer Preis ist. Die Jungs von GGS stecken in die Waffen wirklich viel Mühe und Sorgfalt, was man den Waffen auch wirklich anmerkt.

Fazit

Wie man merkt, bin ich von der Waffe wirklich sehr begeistert und bereue den Kauf nicht. Nächstes Jahr möchte ich der Tikka dann noch ein neues Zielfernrohr gönnen, wahrscheinlich was mit 8-fach Zoom um dem breiten möglichen Einsatzbereich der Waffe gerecht zu werden. 



Anzeige

Kommentare

Jäger Hofmann

Spannend, das eine solche Schaft-Tuning Firma aus Deutschland kommt. FInde ich gut, das wie deutschen Schaftmuffel uns dem Thema auch mal annehmen und das Feld nicht nur den Amerikanern und Skandinaviern überlassen... Einzig oder gerade deshalb ist der Webauftritt und die Namen der Produkte unnötig amerikanisch.
Aber sei es drum! Das Produkt macht einen sehr guten Eindruck...

Hans Forstmann

Ein Jagdfreund führt auch einen solchen Schaft und ist sehr angetan.Und ich stimme zu: GRS und KKC sind Klasse. Gute wenn wir deutschen auch was tun auf dem Sektor.

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren