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Mit der neuen OMNI-Serie bringt Nocpix zwei Multispektral-Ferngläser auf den Markt, die digitale Tag- und Nachtbeobachtung mit Wärmebildtechnik in einem Gerät verbinden. Das OMNI H35R und das OMNI L19Rkombinieren einen hochauflösenden Digitalkanal mit einem Wärmebildkanal, Laserentfernungsmesser und austauschbarer IR-Beleuchtung.
Nocpix bezeichnet das OMNI als weltweit erstes 8K-Multispektral-Fernglas. Die Idee dahinter ist vor allem für Anwender interessant, die bislang mehrere Geräte für unterschiedliche Beobachtungssituationen benötigten: Tagsüber lässt sich der hochauflösende Digitalkanal verwenden, bei Dunkelheit steht neben der digitalen Nachtsicht der Wärmebildkanal zur Verfügung.
Das Ganze steckt in einem klassischen Fernglasdesign und soll dadurch ein möglichst natürliches Beobachtungserlebnis ermöglichen.

8K-Sensor für die digitale Beobachtung
Im digitalen Kanal arbeitet bei beiden OMNI-Modellen ein Sensor mit 8192 × 6144 Pixeln. In der Pressemitteilung nennt Nocpix eine Pixelgröße von lediglich 1,2 Mikrometern. Zusammen mit der lichtstarken Optik soll das System sowohl bei Tageslicht als auch während der Dämmerung und in der Nacht eine hohe Detailauflösung ermöglichen.
Die technische Datentabelle auf Seite 3 führt für den digitalen Kanal bei beiden Modellen ein 50-mm-F1.8-Objektiv auf. Das Sehfeld beträgt 15 × 12 Meter auf 100 Meter, während die digitale Vergrößerung von 3- bis 18-fach reicht.
Für die Nachtbeobachtung besitzt das OMNI zusätzlich einen IR-Strahler. Abhängig von der jeweiligen Situation kann zwischen einem 850-nm- und einem 940-nm-Strahlerkopf gewechselt werden. Beim OMNI H35R gehören laut Nocpix beide Varianten zum Lieferumfang.
Der 850-nm-Aufheller bietet die größere Reichweite und ist damit für Situationen gedacht, in denen eine stärkere Ausleuchtung erforderlich ist. Der 940-nm-Strahler arbeitet dagegen unauffälliger und reduziert die sichtbare Restemission.
Zwei Wärmebildvarianten für unterschiedliche Anforderungen
Während der Digitalkanal bei beiden Modellen identisch ausgelegt ist, unterscheiden sich OMNI L19R und OMNI H35R vor allem beim Wärmebildsystem.
Das günstigere OMNI L19R arbeitet mit einem 384 × 288 Pixel großen Wärmebildsensor mit 12 µm Pixelpitch. Davor sitzt ein 19-mm-F0.9-Objektiv. Die thermische Empfindlichkeit gibt Nocpix mit NETD ≤ 15 mK an. Die Bildrate beträgt 50 Hz.
Die Wärmebild-Grundvergrößerung liegt beim L19R bei 1,5-fach, maximal sind 12-fach möglich. Mit 24 × 18 Metern auf 100 Meter bietet es ein vergleichsweise großes Sehfeld. Die angegebene Detektionsreichweite beträgt 986 Meter.
Das OMNI H35R setzt dagegen auf einen 640 × 512 Pixel großen 12-µm-Sensor, ebenfalls mit einer thermischen Empfindlichkeit von NETD ≤ 15 mK und einer Bildrate von 50 Hz. Hier kommt ein 35-mm-F0.9-Objektiv zum Einsatz.
Dadurch verändert sich auch die Charakteristik des Gerätes: Das Sehfeld beträgt 22 × 16 Meter auf 100 Meter, die Vergrößerung reicht von 2- bis 16-fach und die angegebene Detektionsreichweite steigt auf 1.818 Meter.
Beide Modelle ermöglichen damit eine etwas unterschiedliche Schwerpunktsetzung. Das L19R bietet die niedrigere Grundvergrößerung und das größere Wärmebild-Sehfeld, während das H35R mit höher auflösendem Sensor und deutlich größerer Detektionsreichweite aufwartet.
Bedienung wie bei einem klassischen Fernglas
Besonderen Wert hat Nocpix nach eigenen Angaben auf eine intuitive Bedienung gelegt. Die Fokussierräder befinden sich auf der Unterseite des Gehäuses. Dadurch sollen sie während der Beobachtung erreichbar bleiben, ohne das Ziel aus dem Blick nehmen zu müssen.
Für die wichtigsten Funktionen steht eine Vier-Tasten-Bedienung zur Verfügung. Mit einem kurzen Tastendruck kann zwischen Digital- und Wärmebildkanal gewechselt werden. Die digitale Vergrößerung wird wiederum über ein separates Zoomrad gesteuert und lässt sich damit schnell und gleichmäßig verändern.
Hinzu kommen eine feine Zoomabstufung von 0,5-fach und die verfügbare elektronische Bildstabilisierung EIS (Electronic Image Stabilisation). In Kombination mit dem großen Sehfeld und den Grundvergrößerungen von 1,5-fach beziehungsweise 2-fach soll das beim schnellen Absuchen von Flächen und beim Ansprechen ebenso helfen wie bei der Verfolgung bewegter Ziele. Die Bildstabilisierung soll insbesondere bei höheren Vergrößerungen für ein ruhigeres Beobachtungsbild sorgen.
Ein Laserentfernungsmesser ist ebenfalls integriert. Seine maximale Messreichweite gibt Nocpix bei beiden Modellen mit 1.000 Metern an.

AMOLED-Display und 12 Millimeter Austrittspupille
Die Bildausgabe erfolgt über ein rundes 0,5-Zoll-AMOLED-Display mit 1600 × 1200 Pixeln. Auffällig ist zudem die mit 12 Millimetern großzügig dimensionierte Austrittspupille. Der Augenabstand liegt bei 25 Millimetern, während der Dioptrienausgleich einen Bereich von ±4 Dioptrien abdeckt.
Für längere Beobachtungseinsätze setzt Nocpix auf eine Kombination aus integriertem Akku und zwei austauschbaren 18650-Akkus. Die Batteriekapazität beziehungsweise Laufzeit wird in den technischen Daten mit 7,5 Stundenangegeben.
Interessant für die Handhabung bei Dunkelheit ist das verpolungsfreie Batteriefach. Die Akkus müssen beim Einsetzen nicht auf eine bestimmte Polung ausgerichtet werden. Dadurch soll ein Wechsel auch bei schlechten Lichtverhältnissen unkompliziert möglich sein.
Für Fotos und Videos beziehungsweise gespeicherte Aufnahmen stehen 64 GB interner Speicher zur Verfügung.
Freihändig beobachten oder auf das Stativ
Trotz der umfangreichen Technik sollen beide OMNI-Modelle kompakt bleiben. Nocpix gibt Abmessungen von maximal 198 × 144 × 75 Millimetern und ein Gewicht von unter 900 Gramm an.
Das Gehäuse besteht aus Magnesium und soll neben hoher Widerstandsfähigkeit auch einen sicheren Halt sowie zuverlässige Funktion unter anspruchsvollen Bedingungen gewährleisten.
Neben der klassischen freihändigen Verwendung kann das OMNI für längere Beobachtungen auf einem Stativ montiert werden. Dafür befindet sich am Gerät eine 1/4"-20-UNC-Gewindebohrung. Das erweitert den Einsatzbereich beispielsweise bei stationären Beobachtungen über einen längeren Zeitraum.

OMNI L19R und H35R: Preise und Verfügbarkeit
Nocpix bietet das OMNI in zwei Ausführungen über den Fachhandel an. Das OMNI L19R kostet laut unverbindlicher Preisempfehlung 1.799 Euro, während für das leistungsstärkere OMNI H35R 2.899 Euro aufgerufen werden.
Der wesentliche Unterschied zwischen beiden Varianten steckt damit im Wärmebildkanal. Das L19R kombiniert einen 384er-Sensor mit 19-mm-Optik und großem Sehfeld, während das H35R einen 640er-Sensor mit 35-mm-Optik und einer angegebenen Detektionsreichweite von 1.818 Metern bietet. Digitalkanal, AMOLED-Anzeige, Entfernungsmesser, Speicher, Energieversorgung und grundlegendes Bedienkonzept sind dagegen weitgehend identisch.