Sellier & Bellot SPCE 8x57IS
Von crs_lr am 3. Dezember 2020

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Bericht des Monats Dezember 2020
Dieser Bericht wurde vom Geartester-Team für besonders wertvoll befunden und deshalb ausgezeichnet.

Hallo zusammen,

bevor es los geht, möchte ich euch noch kurz etwas über mich erzählen, ich heiße Christian bin 31 Jahre Jung und bin seit ca. 5 Jahren Jäger.

Ich habe über die letzten 5 Jahre sehr viel Erfahrungen gesammelt und gelernt, mich extrem mit dem Thema Geschosse und Kaliber beschäftigt, sehr viel gejagt und ordentlich Strecke gemacht und genau deshalb dieser Bericht.

Auf das S&B SPCE Geschoss wurde ich aufgrund des günstigen Preises aufmerksam. (50 Schuss ca. 50€) Ich habe die Munition gekauft und auf dem Schiesstand und im Schießkino getestet. Die 196grs. kamen mir entgegen, da meine Jagdmunition Sako Hammerhead 200grs. auf die Wage bringt und die Treffpunktlage nahezu identisch war. Nach positiver Resonanz (keine Fehlzünder und super Genauigkeit aus meiner Steel-Action, beschloss ich die Munition auch mal langsam jagdlich einzuführen. Die Zusammenfassung findet Ihr im weiteren verlauf.

Noch ein paar technische Details und Informationen vorab: Bei dem SPCE-Geschoss (Übersetzt Soft-Point-Cutting-Edge) handelt es sich um ein klassisches Teilmantel Geschoss mit Scharfrand.  Der Scharfrand sorgt dafür, dass ein sauberes Einschussloch gestanzt wird und in der Regel am Anschuss Schnitthaar zu finden ist, was auf die Trefferposition hinweisen kann. Getestet wurde das Geschoss übrigens in dem Kalibern 8x57is.

Was habe ich das Jahr über damit bejagt? In unserem Revier habe ich vom Fuchs, über den Waschbär und den Dachs, bis hin zum Rehwild und Schwarzwild und Rothirsch einiges erlegt. Ich blicke zurück auf eine Strecke von ca. 100 Stück Wild, über 3 Jahre verteilt.

Um euch einen besseren überblick zu verschaffen hier meine Hauptkriterien aufgestaffelt: jedes Kritrerium wird von mir mit Sternen bewertet, wobei maximal 5 * die Bestnote wären und 1 * die schlechteste Note wäre:


Augenblickwirkung *****

Wir fangen mit dem für mich wichtigsten Punkt an, die Augenblickwirkung. Mit ein paar wenigen Ausnahme lag bei mir alles im Feuer. Die Sauen (alle zwischen 25-55Kg) gingen selten noch 15-30 Meter, je nach Treffersitz. Auch bei schlechterem Treffersitz, war aufgrund des relativ weichen Teilmantelgeschoss, der Wundkanal so groß, dass alles aufgeklärt werden konnte.  Die Pirschzeichen waren nicht immer vorhanden, da bei Treffern auf dem Blatt nicht immer ein Ausschuss vorhanden war.  

Pirschzeichen Rehwild, Treffer direkt hinter dem Blatt mit Ausschuss.


Wildbretentwertung ***

Hier ist zu erwähnen, dass die Wildbretentwertung natürlich immer davon abhängt wo der Treffer sitzt. In meinen fällen kann ich nur sagen, es ist nicht anders, als bei gewöhnlicher Teilmantelmunition. Wenn man kurz hinter das Blatt schießt sind die Entwertungen vertretbar. Mit Hämatomen, und größeren Schäden, bei Treffern direkt auf dem Blatt ist definitiv zu rechnen. (Einschuss 2€, Ausschuss Handgröße. Raubwild, war nach dem Schuss nicht mehr zu verwerten. (Balg)

Einschussseite Rothirsch 78KG, kurz Hinter dem Blatt, Ausschuss vorhanden, flucht 30 Meter.
Geschoss nach Treffer auf dem Blatt Überläufer Keiler 55 KG kein Ausschuss (Geschoss in Schwarte Ausschussseitig)
Ausschüsse Jungfüchse, Treffersitz auf dem Blatt, Flucht 0 Meter Ausschuss vorhanden.
Einschuss Schwarzwild 55KG, Treffersitz auf dem Teller, Flucht 0 Meter, kein Ausschuss.


Einschuss Rehwild 14 kg direkt hinter dem Blatt.
Ausschuss Rehwild 14kg  direkt hinter dem Blatt


Präzision *****

Bevor es auf den Hochsitz ging, wurde natürlich ausgiebig auf dem Schießstand getestet. Ich war Anfangs etwas skeptisch aufgrund des günstigen Preises aber ich wurde schnell eines besseren belehrt. Ein Streukreis 3 Schuss auf 100m im Kleeblatt Design und das war kein Zufall, dass Schieße ich an guten Tagen Regelmäßig.

Drei Schuss auf 100 Meter sitzend in 8x57IS mit der Steel Action HM.


Verarbeitung ****

Die Munition kommt in einer großen Schüttgut-Packung daher, das Inlay ein weiteres Stück Karton, sorgt dafür, dass die Munition nicht wild in der Schachtel herum fällt. Die Patronen sehen optisch alle 100% identisch aus, keine Schäden oder ähnliches. Hervorzuheben ist, dass ich bisher (ca. 500 Schuss) noch keinen einzigen Fehlzünder hatte. Die Treffpunkt Abweichungen zu anderen Chargen waren bei mir bisher sehr sehr gering, meist vernachlässigbar.

S&B SPCE 8x57IS Schüttgutpackung 50Stück


Preis Leistung *****

Alles in allem kann man sagen das man hier ein sehr gutes, klassisches Teilmantel-Geschoss für einen super Preis (50 Schuss ca.50€) bekommt. Auch hier kann man nicht von der Eierlegenden Wollmilchsau sprechen, aufgrund der realtiv weichen Bleilegierung ist das Ansprechen garantiert! Die Wirkung ist wirklich umwerfend was allerdings zur folge hat, dass die Entwertung etwas größer ausfällt. Man sollte mit Blutergüssen und größeren Ausschüssen rechnen. Bei Treffern auf dem Blatt kann es auch sein, dass keine Ausschüsse vorhanden sind, dann liegt das Wild aber auch in der Regel am Platz, da die volle Energie abgegeben wurde. Das Geschoss hat mich noch kein einziges mal im Stich gelassen, Blindgänger gab es auch noch nicht. Sowohl auf dem Schießstand und im Schießkino als auch auf der Jagd, sehr empfehlenswert!

Kurz und knapp, was zeichnet das Geschoss aus?

- sehr hohe Augenblickwirkung

-sehr gute Präzision

- günstiger Anschaffungspreis

Ich hoffe euch hat der Bericht gefallen,

WMH!

P.S. ich persönlich nutze dieses Geschoss gerne auf Drückjagden aufgrund der sehr guten Wirkung. 

Chris

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crs_lr
Enthusiast

Kommentare

Bärenbrudi

Hi Chris,
super Bericht. Genau die gleichen Erfahrungen habe ich auch mit den SPCE´s gemacht. Ich habe sie in einer 7x64 Johannsen Büchse benutzt, allerdings wiedergeladen. Bei der Präzision konnte ich damit auch nicht mehr rausholen. Nach Wechsel auf .308Win habe ich die Geschosse allerdings aus dem Auge verloren und bei den Nosler Ballistic Tip hängen geblieben. Wäre mal wieder ein Versuch in der .308 wert wenn ich das so sehe.
Danke für den Input

Movoblo

Moin,

danke für den Bericht. Bevor ich vor einigen Jahren auf bleifreie Geschosse gewechselt habe, war das SPCE aus ähnlichen Überlegungen hinsichtlich Preis und Verfügbarkeit auch in meiner 8x57 IS unterwegs.
Interessanterweise sehe ich in den beiden Schwarzwildbildern auch ein Phänomen bestätigt, dass mich hat etwas stutzig werden lassen. Es konnte schon bei Frischlingen durchaus mal vorkommen, dass kein Ausschuss vorhanden war. Bei stärkeren Sauen trat das regelmäßig auf, was mich dann letztlich doch zur Norma Vulkan hat wechseln lassen.
Ansonsten war die Stoppwirkung in diesen Fällen durchaus überzeugend, wo sollte die Energie sonst auch hin?

crs_lr

@Movovlo, genau so ist es, auch bei Frischlingen hatte ich teilweise kein Ausschuss wenn man aufs Blatt schießt.

Vom Ansitz aus, schiese ich meist hinters Blatt, daher passt es.

Ich habe auch schon die Vulkan geschossen und fast immer Ausschuss. Ist eine gute Alternative und liegt im Grunde mit Wirkung und Entwertung genau zwischen der hammerhead und dem s&b spce.

Viele Grüße

Nachsuche Nord-Hessen

Hallo Freunde der Jagd, ich muss hier mal einhaken.
Bitte verabschiedet von diesen Billig(Blei)geschossen.

Wie du auf deinem Bild vom Geschoss schön erkennen kannst, handelt es sich um ein klassisches etwas modifiziertes nicht gebondetes Teilmantelgeschoss mit Scharfrand.
Gebondet bedeutet, mit dem Mantel verschweißt.

Gebondet sind nahezu allen moderne Bleigeschossen(Nosler BT, Accubond etc).
Der Nachteil von diesen deinem Vorgestellten Geschoss liegt daran, dass sich das Blei munter im Wildkörper verteilen kann.
Eine Art Splitterwolke aus Blei.
Daraus resultiert, bei schwereren Stücken und evtl. Knochentreffern gibt es keinen Ausschuss, weil sich der Bleikern aufgelöst hat. Das hast du ja bereits festgestellt.
(Erschwerte Nachsuchen wären dann auch eine Folge)
Für den Schiesskino/stand-besuch zum üben auf die laufende Scheibe, denke ich ist Sie prädestiniert!
Aber !!!
Wer Bleifrei schießt und das werden wir wohl alle in den naher Zukunft tun, (Novelle Bundesjagdgesetz) soll die Finger davon lassen.
Zu Recht! Lebensmittelsicherheit von jagdlich gewonnen Wildbret hat Vorrang.
Zudem würde die Laufbeanspruchung, bei der Kombination beider Munitionsarten, katastrophal sein.
Deshalb mein Resümee aus deinen Bericht.

Zum Üben ja
Auf der Jagd, auf gar keinem Fall. Finger weg!!

Horrido

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