Seit einigen Monaten darf ich das kleine Handgerät RIX OPTICS STRIDE ST6 LITE führen und in meinem Taunusrevier testen.

Für mich war es eine Offenbarung, nach Jahren ein neues Gerät zu bekommen. Unglaublich, wie sich die Technik verändert hat. Das STRIDE ist super klein, kaum 4x so große wie die 18650 Batterie, die es am laufen hält. Und dabei ist das Bild stärker, als das von meinem vorherigen Gerät! Und das mit einer 25er Linse. Ich war beeindruckt!
Normal nutze ich ein Bino Harness auf der Jagd, um mein WBK griffbereit und leise erreichen zu können, viele sind zu groß für die Hosentasche und um den Hals baumeln lassen möchte ich es doch nicht, da es da ungewollte Geräusche schnell verursacht hat. Doch das kleine STRIDE passt mit seinen gerade mal 12cm Packmaß dann doch in die Hosen- oder Jackenasche, was gerade tagsüber, wenn man auch das Fernglas mitführt ein großer Vorteil ist.
Dazu kommt die Bildqualität. Wirklich nach Keiler oder Bache ansprechen kann man nach meiner Erfahrung etwa auf 60-80m allerdings ist die Bilddarstellung wirklich gut durch einen Bildschirm mit 1024x768 Pixeln. Auch die Detektionsreichweite, die mit 1300m angegeben ist, kann ich deutlich höher bestätigen. Bei mir im Revier schaut man über zwei Täler von der einen Seite auf die andere Seite, die ich so sehr gut auf Sauen am Mais kontrollieren konnte. So hatte ich regelmäßig das Vergnügen, das ST6 LITE performen zu sehen und auf über 2km noch die Wärmesignaturen angezeigt zu bekommen. Freilich gibt es einen Unterschied in der Qualität zum größeren Bruder, dem TITAN T6, was sich natürlich auch in Preis und Leistung wiederspiegelt. Dennoch führe ich als Pirschjäger in der Nacht und tagsüber in Kombi mit dem Fernglas deutlich häufiger das ST6, einfach weil es so handlich ist.

Es wiegt gerade einmal 205gr ohne die Batterie. Das ist schon sehr leicht. Wenn man jetzt denkt, dass das Bild dadurch instabil wird, irrt man, denn RIX hat dem Zwerg einen Bildstabilisator spendiert, ab der ersten Vergrößerungsstufe. Diese gehen übrigens bis 6-fach maximal.
Was auch besonders bei der Feldjagd und Pirsch Vorteile bringt, ist die Zoomlose Einstiegsvergrößerung. Mit einer echten 1-fach Zoomstufe und einem dadurch großen Sehfeld von etwa 30m auf 100m hat man schnell die Umgebung gescannt, behält den Überblick und kommt leise und unbemerkt auf den Ansitz im Wald oder im Feld am Rehwild vorbei zu den Sauen. So kam ich unbemerkt an einen Rotspiesser in einer Rauschendeckung bis auf 25m heran und hatte ihn trotzdem immer im Blick. Auch bei der Reizjagd auf den Fuchs oder der Stoppelporsche auf Sauen habe ich diesen Vorteil zu schätzen gelernt, denn so hat man immer den zustehenden Räuber oder die unherbummelnde Rotte im Blick, während man die Waffe mit dem kleineren Sehfeld ausrichtet.

Dafür, dass es nur eine 25mm kleine Linse hat, liefert es ein feines Bild, mit dem man zufrieden sein kann. Auch der Sensor hat mit 640x512 Pixeln eine angemessene Größe für so ein kleines Gerät.
Mein Fazit:
Das RixOptics STRIDE ST6 LITE ist das perfekte Gerät für jeden, der gerne pirscht, ob in Wald oder Feld. Es ist ungemein handlich und einfach intuitiv in der Bedienung, das Menü und die Handhabung sind klar und fallen sehr leicht. Es wird schnell der ständige Begleiter im Revier. Die Bilddarstellung ist Klasse, die Detektionsreichweite geht meiner Erfahrung nach weit über die vom Hersteller angegebene Maximale hinaus und das alles für einen moderaten Neupreis von ~1.500€. Ich denke für das Geld bekommt man woanders deutlich weniger. Jungjäger, Einsteiger in die Nachtjagd, oder eben die, die meine oben genannten Vorteile suchen, sollten hier mal ein Auge drauf werfen. Ich hab den Zwerg lieb gewonnen und werde ihn bis zum Ende der Rotwildbrunft noch intensiv führen. Danach werde ich auf das T6 umschwenken und bei der Jagd auf der Einsaat, der Raubwildjagd in Feld und am Luder und dem Ansitz in Feld und an den Wiesenschäden testen. Allerdings bei Ansitzen in Wald, werde ich mit Sicherheit bei dem Kleinen bleiben und sobald nächstes Jahr die Vegetation sprießt, weiss ich, dass mein ST6 LITE wieder in der Tasche seinen festen Platz hat.

Der Bericht zum TITAN T6 wird in einigen Monaten folgen, und darauf könnt ihr euch wirklich freuen. Das ist auch ein richtiges Schmankerl.

Für weitere Eindrücke oder Infos, schreibt mir oder folgt mir gern auf Insta @taunus_jaeger.