PARD Osprey 4K 2.0 – digitales Fernglas mit Tag- und Wärmebild sowie Nachtsicht
Vor einigen Monaten habe ich von @_huntrebel bzw. der Firma MAWA aus Österreich das neue PARD Osprey 4K 2.0 – ein digitales Fernglas mit Tag- und Wärmebild sowie Nachtsicht (inkl. Infrarot Strahler) zum testen zur Verfügung gestellt bekommen.
Das PARD Osprey 4K 2.0 ist ein hochmodernes Multispektral-Binokular und somit eine All-in-One Lösung was die Wildbeobachtung anbelangt.
Das kleine, kompakte Glas mit einem Gesamtgewicht von ca. 809 Gramm liefert erstaunlich gute und detailreiche Bilder sowohl bei Tag, in der Dämmerung und auch bei Nacht. Die einzelnen Modi für Tagbild, Wärmebild und Nachtsicht lassen sich problemlos im Betrieb mittels der oben am Gerät befindlichen Tasten umschalten. Weiter bietet das Gerät noch die Möglichkeit digital zu zoomen. Das Gerät verfügt weiter über einen Entfernungsmesser und kann sowohl Fotos- wie auch Videos anfertigen.
Technische Daten:
Ich verzichte hier mal bewusst auf das „niederschreiben“ der gesamten technischen Daten da ich die Erfahrung gemacht habe, dass es ca. 95% der Jäger nicht interessiert und die verbleibenden 5% in der Lage sind, sich die technischen Daten beim Hersteller auf der Homepage anzuschauen.
Ein paar Fakten, zur Leistungseinschätzung, will ich euch aber nicht vorenthalten:
- Wärmebildsensor, 4-fach optische Vergrößerung, Digitalzoom 2x/3x/4x, Sehfeld auf 100 m: ca. 12,3 x 9,2 m, Detektionsreichweite bis ca. 1.200 m
- 4K-CMOS-Taglichtsensor mit 5,6-facher optischer Vergrösserung (Digitalzoom 2x/3x/4x), Sehfeld auf 100 m: ca. 11,5 x 6,5 m
- optische Bildstabilisierung (OIS) im Nachtsichtkanal
- integrierter Laser-Entfernungsmesser bis ca. 1.000 m
- austauschbarer 21700-Akku, 3,7 V, bis ca. 4,5 h Betrieb
- OLED Bildschirm
- externer IR-Strahler
- einstellbarer Dioptrienausgleich
- USB-C Anschluss, Micro SD Karte, WiFi
- Foto und Video Funktion, Kompass und Gyroskop
- Preis: ca. 999 Euro
Das PARD Osprey 4K 2.0 aus meiner Sicht:
Das Gerät wurde von mir nach Erhalt ausgepackt, der Akku geladen und eingesetzt sowie der Infrarotstrahler angeschraubt und ich bin damit ins Revier gefahren. Die Bedienungsanleitung habe ich – wie bei jedem technischen Gerät – erst mal ignoranterweise im Karton gelassen! Die Bedienung das Geräts ist absolut intuitiv und auch die Belegung der Tasten ist auf diesen mit eindeutigen Piktogrammen erkennbar. So war es auch ein leichtes, zwischen den unterschiedlichen Tag- u. Nachtmodi zu wechseln. Auch der digitale Zoom mittels des Drehrads lässt sich intuitiv bedienen. Somit habe ich es nicht bereut, die Bedienungsanleitung nicht zu lesen.
Das Tagbild des Osprey ist farbgetreu und bei richtiger Einstellung scharf zu sehen. Hier muss einfach mal 2-3 Minuten „herumgespielt“ werden bis das Gerät an die eigenen Augen angepasst ist. Damit hat es sich dann aber auch – ich habe bis jetzt nichts mehr an dem Gerät verstellt.
Das Nachtbild ist auf Kirrungsentfernung bereits ohne den IR-Strahler sehr hell und lässt es problemlos zu das Wild vor einem anzusprechen. Das Bild ist so detailliert, dass auch bei führenden Bachen die Striche erkannt werden können. Wenn man dann noch den IR-Strahler einschaltet, wird der sichtbare Bereich deutlich erweitert und man kann auch im Feld auf weiterer Distanzen ansprechen. Die automatische Stabilisierungsfunktion verhindert, dass das Bild verwackelt und ist sehr nützlich für das ordentliche Ansprechen.
Die Wäremebildfunktion macht auch einen tadellosen Job. Hier kann Wild auch auf weitere Distanzen ausgemacht werden. Durch das hochauflösende Bild ist auch ein Ansprechen der einzelnen Stücke problemlos möglich.
Bis zum Erhalt meines PARD Osprey 4K 2.0 nutzte ich zur Jagd immer ein PARD FT32-LRF als Wärmebild-Handgerät und mein Noblex Fernglas. Das war auf dem Ansitz noch halbwegs praktikabel, aber beim Pirschen war das Hantieren, mit zwei Geräten eher hinderlich. Von daher habe ich mir sehr viel mehr „Komfort“ durch die All-In-One Lösung erhofft und wurde nicht enttäuscht. Das eine Gerät ist deutlich leichter als die beiden anderen zusammen, es nimmt deutlich weniger Platz in der Tasche ein und vor allem was für mich das Beste ist, ich kann nun von Tagesbild auf Nachtsicht oder Wärmebild mit nur einem Tastendruck wechseln. Zuvor musste ich das Fernglas absetzen, das Wärmebildgerät aufnehmen (oder umgekehrt) und ich bin mir sicher, durch diese Bewegung hat durchaus das eine oder andere Stück Wild, insbesondere Raubwild aber auch das Sikawild, mich eräugt, hat rechtzeitig „reißaus“ genommen und konnte nicht erlegt werden.
Fazit:
So führe ich nun auf dem Ansitz oder bei der Pirsch, egal ob tags oder nachts nur noch das PARD Osprey 4K 2.0 anstatt einem Wärmebildhandgerät und einem Fernglas mit. Durch das problemlose umschalten der verschiedenen Ansichten kann blitzschnell von Tag- auf Nachtsicht bzw. Wärmebild gewechselt werden. Mit dem integrierten Entfernungsmesser lässt sich dann auch noch schnell die Entfernung zum Wild bestimmen bevor auf die Waffe gewechselt und ein Schuss angetragen wird.
Für mich ist das Osprey inzwischen zu einem meiner nützlichsten Ausrüstungsgegenstände auf der Jagd geworden. Gerade beim Ansprechen von Schwarzwild in der Nacht finde ich das hin und her schalten zwischen Nachtsicht und Wärmebild sehr praktisch – denn wenn man vielleicht mit der einen Sicht Details nicht richtig erkennen kann, nach dem Umschalten auf die anderer Sicht, erkennt man diese dann meist ganz einfach.
Das Gerät kann alles, was ich zur erfolgreichen Tag- und Nachtjagd brauche, ist dazu kompakt und nicht allzu schwer. Der Akku hat eine ausreichende Laufzeit für normale Ansitze oder Pirschgänge und will man mal die gesamte Nacht durch sitzen, kann man entweder eine Ersatzakku kaufen oder eine Powerbank mit entsprechendem Kabel verwenden.
Für den Preis von unter 1.000 Euro erhält man ein super Gerät welches auf dem neuesten Stand der Technik ist und einem die Jagd sowie das sichere Ansprechen des Wildes erleichtert.
Von mir gibt es für das PARD Osprey 4K 2.0 eine klare Kaufempfehlung!
Weitere Bilder und Infos zu meiner Ausrüstung gibt es entweder hier bei Geartester oder auf meinem Instagram Account:
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Das digitale Fernglas wurde mir von der Firma MAWA zum Testen zur Verfügung gestellt. Daher kennzeichne ich diesen Bericht als Werbung.