NightPearl 35 PRO II (2019)
Von Matthias L. am 14. September 2020

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Hier möchte ich meine Erfahrungen mit der NightPearl 35 teilen. Vorweg, man möge mich steinigen, aber ich bin mir sicher, es handelt sich um ein baugleiches Gerät wie die Keiler von Liemke. Vielleicht gibt es da auch was Offizielles zu, ich vermute einmal, dass die Chinesen das Gerät an verschiedene Importeure liefern und die das dann entweder Liemke, NightPearl oder was und wie auch immer nennen...

Ich hatte den Vorgänger mit kleinerem Display von Liemke zum Testen, das war eigentlich schon ausreichend für die Jagd aber durch den kleinen Bildschirm wirkte es ein wenig, als würde man in einen Tunnel blicken...

Über Frankonia habe ich mir dann diese Version bestellt und seit Januar 2020 im Einsatz. Vorweg, da wir auch die “die Große“ von Pulsar haben, welche regelmäßig als Referenz dient, ist ein Vergleich der (Bild-)Qualität gut möglich.

Im direkten Vergleich zur teureren Pulsar gefällt mir an der NightPearl/Liemke 35 pro 2 besonders die einfache Und weitestgehend intuitive Bedienung, die handlichen Abmessungen, das geringe Gewicht und die doch ausreichende Akku-Kapazität - eine Powerbank brauche ich bei moderater Nutzung nicht. Teilweise und je nach Mondhelligkeit/Nutzungsdauer komme ich 2-4 Ansitze mit dem Akku aus. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, lade ich das Gerät aber meistens nach Gebrauch wieder auf.

Zum Vergleich: Die Pulsar ist im Detail schärfer, Ja. Insbesondere beim Zoom, ok. Aber: für das grobe Ansprechen bis 150-200m ist es überhaupt kein Problem, dieses Wärmebildgerät zu nutzen. Im Gegenteil: auf typischer Kirrungs-Entfernung sind auch Details wie Gesäuge o.ä. meist gut zu erkennen.

Beim Zoom wird dann jedoch schnell sichtbar, dass die Optik an ihre Grenzen stößt und der verbaute größere Bildschirm dies auch schonungslos offenbart (siehe Vergleich unten, ist dieselbe Sau). Hat man dann z.B. zusätzlich ein klassisches Nachtsichtgerät bei sich, um Details wie Enden/Sprossen im Geweih zu sehen, relativiert sich dieses Manko. Aber nochmal, es reicht auch wirklich so für die allermeisten Situationen vollkommen aus. Ich hoffe, die Bilder verdeutlichen das etwas (dazu muss ich sagen, dass ich immer den Eindruck habe, dass die Schärfe im Moment des Drückens des Auslösers ein Stück weit abnimmt...).

Natürlich verfügt das Modell auch über verschiedene Bild-Modi (Bird, White, black, red & Color), weiter 1, 2 und 4- fach Zoom, W-LAN und Auto-Focus. Zusätzlich lässt sich die Schärfe zum einen am Objektiv durch drehen regulieren und eine weitere Feineinstellung kann im Okular vorgenommen werden. Dazu befindet sich an der linken Gehäuseseite ein kleines Stellrad welches nach Scharfstellen stabil in seiner Position bleibt.

Was mir positiv auffällt, Geweihe oder Gehörne (selbst wenn sie nicht mehr im Bast/durchblutet sind), wie auch teilweise die Enden der Pürzel von sus scrofa sind relativ gut zu erkennen oder zumindest zu erahnen. 

Hier mal ein Bild (2x Zoom) eines schwachen Rehbocks, den ich aufgrund dieser Ansprache am folgenden Morgen erlegen konnte.

Ich kann dieses Gerät wirklich empfehlen. Es ist den Preis im wahrsten Sinne wirklich wert (ich habe im Angebot knapp über €2k ausgegeben). Die preisliche Differenz zum teuren Pulsar beispielsweise ist (für mich) nicht gerechtfertigt. Wer beim Pirschen oder auf dem Weg zum Hochsitz seine Umgebung “ableuchten“ will, um z.B. Kein Wild zu vergrämen, die Bachen sicher ansprechen zu können oder im Gras nach Frischlingen Ausschau halten will, der ist hier wirklich ausreichend bedient.

 

Vielleicht habt ihr auch Erfahrungen, die die meinen untermauern oder aber in eine ganz andere Richtung gehen?!

Waidmannsheil 

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