Mauser meldet sich im Segment der Geradezugrepetierer zurück: Mit der auf der Messe „Jagd und Hund 2025“ vorgestellten M25 bringt der Traditionshersteller eine Waffe auf den Markt, die optisch zwar leichte Ähnlichkeiten zur etablierten Blaser R8 aufweist, technisch jedoch eigene Wege geht. Ich habe die Waffe seit April 2025 intensiv auf Bock und Sau geführt und mir ein genaues Bild von ihren Stärken und Limitierungen gemacht.

Verschluss und Sicherheitssystem Das Herzstück der M25 ist der neu entwickelte "Mauser Spreadlock"-Verschluss, der beidseitig auf 125 Grad verriegelt und ein hohes Maß an Sicherheit bietet. In der Praxis beeindruckt vor allem der Repetiervorgang: Der Geradezugverschluss gleitet völlig ohne Widerstand. Die Waffe lässt sich geradezu „zuschmeißen“, was extrem schnelle Repetiervorgänge ermöglicht. Ein großer Vorteil im Anschlag ist, dass der Verschluss dem Schützen beim Repetieren nicht ins Gesicht fährt, wodurch das Zielauge problemlos auf der Optik bleiben kann. Wer das System der R8 gewohnt ist, wird hier durch das greifende Muskelgedächtnis keinerlei Umstellungsprobleme haben.

Kritisch anmerken muss man das Sicherungssystem: Mauser verbaut hier eine klassische Zweistellungssicherung (die auch das Öffnen des Verschlusses im gesicherten Zustand erlaubt) und keine Handspannung. Für wen die Handspannung ein absolutes Muss-Kriterium ist, für den ist die M25 nicht die erste Wahl.

Lauf, Kaliber und Verarbeitung Die Testwaffe im klassischen Kaliber .308 Winchester ist mit einem 51 cm langen, kaltgeschmiedeten Präzisionslauf samt Schalldämpfergewinde ausgestattet. Ein echtes Highlight ist die Plasmaoxid-Oberflächenbehandlung. In meinem Test wurde die Waffe klatschnass ins Futteral gepackt und erst Tage später wieder herausgeholt – das Resultat: nicht das kleinste bisschen Rost. Diese Waffe scheint für den harten Praxisalltag und widrige Wetterbedingungen auf der Drückjagd bestens gewappnet zu sein.

Schaft und Ergonomie Geführt habe ich die Variante mit dem „Max Schaft“, einem Buchenschaft aus Schichtholz. Mit seinem steilen Pistolengriff, der erhöhten Wangenauflage und der griffigen Fischhaut an Vorderschaft und Pistolengriff bietet er eine hervorragende Ergonomie. Ohne Zielfernrohr und Schalldämpfer bringt die Büchse in dieser Konfiguration 3,6 kg auf die Waage und reiht sich damit im soliden Mittelfeld ein.

Abzug, Magazin und Montage Der verbaute Direktabzug ist ein klares Plus. Das Abzugsgewicht lässt sich stufenlos zwischen 700 g und 1700 g einstellen. In meinem Test stand der Abzug bei etwa 800 g absolut „glasklar“ und brach ohne jeglichen Vorweg – eine absolute Top-Leistung für eine Serienwaffe.

Bei den Magazinen setzt Mauser auf leichtes, aber robustes Polymer. Zur Wahl stehen 3-Schuss- und 5-Schuss-Varianten, wobei letztere für den Einsatz auf der Drückjagd die bessere Wahl ist. In puncto Montage zeigt sich Mauser erfreulich flexibel: Die Waffe kann ab Werk mit Blaser Sattelmontage, Picatinny-Schiene oder Festmontage bestellt werden. In meinem Fall kam die absolut wiederholgenaue Blaser Sattelmontage zum Einsatz, was den Wechsel bestehender Optiken enorm erleichtert.

Fazit Für wen ist die M25 von Mauser die richtige Wahl? Sie ist ideal für den Jäger, der einen blitzschnellen Geradezugrepetierer mit herausragendem Abzug und robuster Verarbeitung sucht, aber nicht das Budget für eine R8 in die Hand nehmen möchte. Man muss jedoch Kompromisse eingehen: Der Waffe fehlt eine Handspannung und sie bietet nicht die ausgeprägte Modularität (wie z.B. schnelle Kaliberwechsel) anderer Premium-Modelle. Wer sich aber einmal für ein Kaliber entscheidet und eine zuverlässige, führige Büchse – insbesondere für die Drückjagd – sucht, bekommt mit der M25 ein sehr leistungsstarkes und preislich attraktives Werkzeug an die Hand.
