Zusammenfassung
In den vergangenen 2 Jahren habe ich 4 Geco Star Deformationsgeschosse und 1 Splitter nach der Erlegung von 3 Wildschweinen, einem Reh und einem Fuchs wiedergefunden. Auf Entfernungen von 30 bis 100m pilzten die vier komplett erhaltenen Geschosse bis mindestens doppelte Kalibergröße auf und blieben intakt. In dem Stück Rehwild wurde nur eine abgerissene Fahne gefunden.

Keine Homöopathie: 200 Schuss für zwei Waffen schaffen Flexibilität und sparen Geld
Hintergrund
Ich verschieße seit ca. 5 Jahren die Geco Star in .308Win (10,7g, 168 gr) aus meiner Ruger Gunsite Scout Rifle (LL 39cm, kürzer geht’s wahrscheinlich kaum) und seit einem Monat aus meiner Tikka T3 Tac (LL 49cm plus Schalldämpfer).
Die Präzision ist aus beiden Büchsen jagdlich ausreichend mit Streukreisen von unter 2,5cm auf 100m. Die Geschossgeschwindigkeiten habe ich bei beiden Waffen nicht gemessen.
Mit 10,7g bzw. 168gr liegt das Star-Geschoss in der gleichen Gewichtsklasse wie „klassische“ Bleigeschosse. Meine RGSR schießt mit schweren (längeren) Geschossen präziser als mit leichteren. Diese Kombination aus Präzision und Wirkung machen die Geco Star daher für mich zu einer zuverlässigen Jagdpatrone.
In den vergangenen 2 Jahren konnte ich 4 Geschosse und einen Splitter (abgerissene Fahne) nach der Erlegung bergen. Das ergibt kein repräsentatives Bild, fügt sich als kleiner Erfahrungsbericht aber vielleicht mit anderen Beschreibungen zu einem größeren Bild zusammen.

Vier ziemlich tödliche Pilze
Beschreibung
Erstes Geschoss von links:
Hiermit wurde ein 40kg Überläufer auf rund 30m aus der RGSR mit einem Blattschuss geschossen. Das Geschoss durchschlug bei der trabenden Sau beide Blätter und hinterließ einen ca. 50cm langen Kugelriss im kurzen Gras. Die vier Fahnen sind bis fast auf den Boden der Kaverne aufgepilzt und unbeschädigt. Das Geschoss misst nun 17-18mm im Durchmesser.

2m hoher Drückjagdbock, 30m Schussentfernung. Klassisch bei uns im Bergischen.
Zweites Geschoss von links:
Hiermit wurde ein 50kg Überläufer am Mais auf ca. 50m aus der RGSR erlegt. Der Treffer lag hoch Blatt und das Geschoss steckte in der Wirbelsäule. Es pilzte auf 16-17,5mm auf und blieb auch unbeschädigt.
Drittes Geschoss von links:
Dieses Geschoss wurde aus einem 60kg schweren Keiler geborgen. Wie auch das vorherige Geschoss steckte dieses hoch Blatt in der Wirbelsäule. Alle vier Fahnen gingen sauber bis auf 16mm auf. Geschossen wurde aus der Tikka auf 100m.
Viertes Geschoss von links:
Von der gleichen Ansitzeinrichtung wie das erste Geschoss habe ich einen Fuchs auf rund 60m mit der RGSR erlegt. Auch hier hinterließ das Geschoss einen langen Kugelriss im Gras, sodass ich es ausbuddeln konnte. Von allen pilzte es am wenigsten auf (14,5mm) und es lässt sich nicht sagen, wie stark es im Wildkörper aufging und wie viel in der Erde. Der Ausschuss beim Fuchs war sehr groß, was aber wahrscheinlich an dem Knochentreffer lag.

Keine Sauerei: Null Bleibelastung und sauberer Wundkanal
Der Splitter:
Diesen fand ich beim Aufbrechen in einem Knopfbock. Schussentfernung ca. 70m aus der RGSR. Auf der Einschussseite traf das Geschoss kurz hinter dem Blatt eine Rippe und erzeugte einen ca. handtellergroßen Ausschuss. In dem toten Fichtenstamm direkt hinter dem Stück fanden sich mehrere kleinste Löcher und Knochensplitter und auch das Einschussloch des Geschosses. Dieses habe ich aber nicht versucht zu bergen. Das Geschoss und die Knochensplitter haben Herz und Lunge komplett zerstört.

Sieht aus wie Zero, ist aber Star Teil 1: Mehrere „Treffer“ von Splittern in der oberen Hälfte des Stammes

Sieht aus wie Zero, ist aber Star Teil 2: Herz und Lunge komplett zerstört.
Bei rund 50 Stücken Schalenwild, die ich mit der Geco Star erlegt habe, ergab sich dieses Bild nur das eine Mal. Normalerweise ergaben sich Ausschüsse von rund 5cm Durchmesser und ein moderater Wundkanal.
Mein Fazit
Selbst aus kurzen Läufen (und damit geringerer Geschossgeschwindigkeit) öffnet sich die Geco Star in meinen Beobachtungen auf Distanzen von 30m bis 100m zuverlässig. In den meisten Fällen ergibt sich ein Ausschuss bei Reh- und Schwarzwild von durchschnittlich 5-7cm. Da es fast immer Ausschuss erzeugt, lässt sich auch das Geschoss fast nie finden. Da ich als Haltepunkt das Blatt wähle, erlebe ich in der Regel keine oder nur kurze Fluchtstrecken.
Gewundert hat mich einzig die Tatsache, dass die .308Win zweimal keinen Ausschuss erzeugt hat, sondern in der Wirbelsäule stecken blieb (das habe ich allerdings auch schon mit der 6,5CM und Sako Blade Geschoss auf unter 50m Schussdistanz erlebt).
Wie ist Eure Erfahrung mit dem Geco Star in .308 oder anderen Kalibern?