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Fährtenschuh Wasgau
Von Waldläuferin am 15. Oktober 2021

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Moin, liebe Geartester,

es hat einige Zeit in Anspruch genommen, den passenden Fährtenschuh für die Ausbildung meiner Steirischen Rauhhaarbracke zu finden. Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich für den Fährtenschuh Wasgau entschieden und bin auch nach intensivem, dreijährigen Einsatz von diesem Produkt überzeugt. Warum? Das erfahrt Ihr hier.

Für mich waren für die Kaufentscheidung folgende Kriterien ausschlaggebend: Benutzerfreundlichkeit beim Einspannen, Tragekomfort und Benutzerfreundlichkeit im Gelände, optimale Bodenverwundung und Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Sechskantschrauben lassen sich mit einem Engländer bestens festdrehen.


Benutzerfreundlichkeit beim Einspannen

Im Vergleich zu anderen Modellen zeichnet sich der Wasgauer-Fährtenschuh dadurch aus, dass die Läufe des Wildes unter ihm montiert werden: Diese werden mithilfe einer Metallschiene mittig unter dem Schuh und mit jeweils zwei Sechskantschrauben fixiert. Hierbei sollte man darauf achten, dass die Schalen nicht zu klein, aber auch nicht zu groß sind. Beim Schwarzwild haben sich vor allem die Schalen von mittelschweren Stücken zwischen 40 und 60 kg bewehrt. Beim Rotwild habe ich bisher nur Schalen von Schmal- und Alttieren genutzt, die sich sehr gut einspannen ließen. Rehwildschalen habe ich bei der Einarbeitung nicht genutzt. 

Schwarzwildschalen vom 40 kg Schwein.

Darüber hinaus solltet Ihr darauf achten, dass Ihr die Läufe möglichst kurz über den Schalen abschärft, damit Ihr später im Gelände bequem und sicher gehen könnt. Bei größeren Schalen empfiehlt der Hersteller, dass man die Schalen vor den Afterklauen etwas einschärft, um die Befestigung mit der Metallschiene zu erleichtern. Habt Ihr nur kleine Schalen zur Hand, solltet Ihr die mitgelieferte Styrodur-Platte als Unterlage nutzen (s. Foto).


Tragekomfort und Benutzerfreundlichkeit im Gelände

Der Fährtenschuh Wasgau ist in zwei Größen erhältlich (Universalgröße und Schuhgröße 37 bis 41). Ich habe mich für die Universalgröße entschieden, da ich die Fährten immer mal wieder von Freunden treten lasse, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen. In Straßenschuhen trage ich die Größe 39 und komme mit der Universalgröße bestens klar.

Der Wasgauer wird aus einem robusten und strapazierfähigen PU-Material hergestellt. Aufgrund dieses Materials ist er sehr leicht und elastisch, sodass man beim Laufen sehr gut abrollen kann. Mit jeweils zwei Befestigungsriemen und Klemmschnallen sind die Jagdschuhe einfach und problemlos zu befestigen. Diese haben sich beim Laufen nie gelöst und geben sehr guten Halt auf den Fährtenschuhen. Ein weiterer Vorteil: Die Hände sind frei, um die Fährte mittels Kreide oder Ähnlichem zu markieren.

Die Fährtenschuhe habe ich ausschließlich in bergigem, steinigen Gelände eingesetzt und habe dabei das Tragen als sehr bequem empfunden. Trotz der eingespannten Schalen unter dem Schuh hatte ich zu jedem Zeitpunkt sicheren Tritt und bin bisher auch noch nicht gestürzt, auch nicht bei Nässe. Für einen guten Halt sorgen sicherlich auch die Noppen unterm Schuh, sodass man auch in Steillagen nicht abrutscht.

Nach dem Nutzen friere ich die Schuhe übrigens einfach samt Schalen in einer Tüte ein. Dies hat den großen Vorteil, dass ihr nicht vor jedem Fährtentreten neue Schalen einspannen müsst und könnt - nachdem diese aufgetaut sind - sofort loslegen. Der Hersteller empfiehlt aber, diese spätestens nach dem dritten Gebrauch zu wechseln.

Bodenverwundung

Die optimale Bodenverwundung ist das A und O bei einem guten Fährtenschuh und damit auch für die erfolgreiche Einarbeitung des Junghundes. Diese ist meines Erachtens durch die Position der Schalen unter den Schuhen absolut gewährleistet. Durch das eigene Körpergewicht werden diese in den Boden tief eingedrückt. Dadurch werden die wichtigsten Pirschzeichen, wie Haare bzw. Borsten, Wildbretpartikel und minimal Schweiß, an den Boden abgegeben, die für den Hund entscheidend sind. Ich habe übrigens ausschließlich mit den Fährtenschuhen gearbeitet, ohne weiteren Einsatz von Schweiß.

Außerdem ist der große Vorteil, dass die eigenen Schuhsohlen zu keinem Zeitpunkt mit dem Boden in Kontakt kommen. Bei anderen Fährtenschuh-Modellen ist dies nicht der Fall. Dadurch kann sicher der Junghund komplett auf die Individualwittrung konzentrieren und wird nicht so sehr von menschlichen Gerüchen abgelenkt. Im Übrigen hat der JGHV in der Verbandsfährtenschuhprüfung (VFSPO) festgelegt, dass die Schuhsohlen des Fährtenlegers den Boden nicht berühren dürfen - der Wasgauer entspricht also dieser Verordnung.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Preisleistungsverhältnis mit 109,90 Euro pro Paar (Versand 7,50 Euro innerhalb DE) ist meines Erachtens gut, da dieser Fährtenschuh seinen Zweck voll umfänglich erfüllt und ich bis dato keine Kritikpunkte feststellen konnte. Übrigens ist der Wasgauer verglichen zu seinen Konkurrenzmodellen eher im unteren Preissegment anzusiedeln. Der Fährtenschuh „Suchenheil“ kostet 260 Euro, ist aber auch anders konzipiert.

Fazit: Wenn Ihr Euren Hund auf der getretenen Fährte ausbilden möchtet, seid Ihr mit dem Wasgauer sowohl in Handhabung und Qualität bestens bedient.

Ich wünsche Euch viel Suchenheil! 

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