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Die Königin 9,3x64
Von Dieter Nagl am 31. Januar 2024 in Bleifreie Munition

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Meine Liebesbeziehung zur 9,3x64 reicht fast 20 Jahre zurück. Damals war ich auf der Suche nach einer weiteren Waffe für Afrika. Ich hatte bis dahin eine STEYR S in 8x68S geführt, die hervorragend funktioniert hat, aber eigentlich zu viel "Dampf" für meine Bedürfnisse für Schüssen auf starke Antilopen wie Oryx oder Eland, sowie Gnus und Zebra hatte.

Abgesehen von einem Schuß auf einen Pavian auf 425 Meter waren meine weitesten Schüsse in Afrika nie über 300 Meter, manchmal auch nur 35 Meter, wie bei meinem Kudu im dichten Bush. Dafür ist die 8x68S eigentlich nicht notwendig.

Ich fand beim alten Büchsenmacher Martin Kruschitz in 1090 Wien eine gebrauchte STEYR S in 9,3x64 die mit Fabriksmunition unfaßbare Streukreise von 15mm schoß. Montiert war ein altes Kahles 8x56, das für meine Zwecke ausreichend schien. Zuerst schoß ich 19 Gramm schwere Teilmantelgeschosse, dann das  16,25 Gramm Accubond, die zwar gut funktionierten, aber weder meinen Vorstellungen von flacher Ballistik und erträglichem Rückstoß entsprachen, noch meiner Abneigung gegen Blei im Wildbret.

Bald begann ich auch für die 9,3x64 das KJG von Lutz Möller zu verladen und erreichte damit eine GEE von ca. 230 Meter, einen wunderbar geringen Rückstoß und eine hervorragende Penetration. Ich erlegte damit z.B. einen 950Kg Eland auf 280 Meter, der nach einem Schuß hinter das Blatt einmal im Kreis ging, zusammenbrach und verendete.

Wieder ein paar Jahre danach, brachte Lutz Möller das MLG auf den Markt und ich stieg um. Das 10 Gramm leichte MJG (im Gegensatz zu den schweren 16, 18 oder 19 Gramm Teilmantelgeschossen) funktionierte auf starkes Wild hervorragend. Ein Red Hartebeest, dass wir fast 5 Stunden durch den Bush verfolgt hatten, konnte ich mit einem Schuß von links hinten schräg durch den Körper zur Strecke bringen. Das Geschoß fand ich beim Aufbrechen und Zerwirken des Stücks - vor der rechten Schulter - in der Decke. Es hatte etwa einen Meter Wildkörper durchdrungen!

Ich wechselte dann vom Kahles 8x56 auf ein modernes Kahles K 418 mit 4,5-18x50. Mit dieser Waffen-ZF Kombination konnte ich in der Steiermark ein schwer laufkrankes Rotwildtier über einen Talkessel hinweg auf 440 Meter zur Strecke bringen. Der Ballistikturm des Kahles K 418 funktionierte dabei makellos.

Im Jahr 2013 konnte ich bei einer Reduktionsjagd auf Zebra, Gnu und Oryx in Namibia mit der 9,3x64 auch einen Leoparden erlegen, der als Kälbermörder bei dem Farmer für Ärger und sogar Verzweiflung gesorgt hatte. Ich finde es wirklich schade, das kaum noch Waffen in 9,3x64 produziert werden, da ich das Kaliber wirklich zu lieben gelernt habe. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass es der gehypten .375 H&H überlegen ist, sowohl was die ballstischen Leistungen, als auch den geringeren Pulververbrauch und die Penetration betrifft.

Seit dem viel zu frühen Tod von Lutz Möller, bin ich bei der Beschaffung von Geschossen auf die https://www.geschoss-manufaktur.de/ umgestiegen, deren SPLINTER (bis 6,8mm oder .277) und TIP (ab 7mm oder .284) Geschosse mir große Freude bereiten.

Im März 2024 geht es wieder nach Namibia, diesmal auf die Petersfarm von Axel Cramer https://www.namibia-hunting-experience.com/ , mit dabei ist natürlich meine STEYR S in 9,3x64.

Steyr S in 9,3x64 mit Kahles K418 (Die verstellbare Schafterhöhung ist häßlich und selbstgebastelt aus einem U-förmig gebogenen Stück Kydex)

Oben: Geschosse 9,3mm: MJG  und Accubond

Unten: Patronen 9,3x64: Accubond, KJG und MJG

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