Überblick
Das Deerstalker Hybrid One in der zweiten Generation ist ein Begleiter, der dir in jeder im Revier aufkommenden Situation helfen soll. Es ist also sowohl für jagdliche Tätigkeiten wie das Aufbrechen und Zerwirken von Wild als auch als Outdoor- und Bushcraftmesser geeignet. Egal ob du also einen Ast im Sichtfeld der Kanzel entfernen oder die gemachte Beute für die Kühlkammer vorbereiten möchtest, mit dem Hybrid One bist du gewappnet.
Es gibt dieses Messer in zwei Versionen. Die jagdliche zeichnet sich durch eine zusätzliche Gekröseklinge mit Wellenschliff aus, die Outdoorvariante verfügt an dieser Stelle stattdessen über eine kleine Säge. Im folgenden wird genauer auf die Jagdversion eingegangen.

Lieferumfang
- Hybid One Gen 2
- Praktische, abschließbare Transporttasche
- Kydexscheide mit verschiedenen Befestigungsmöglichkeiten
- Wasserfest verpackt: Zubehörteile wie ein Zahlenschloss oder ein Hosentschenclip
-
Fangriemen aus Paracord
Technische Daten
- 11cm Klingenlänge sowie 11cm Grifflänge (42a konform)
- Klingenstärke 4.2mm
- Empfohlener Schleifwinkel 18-20 Grad
- Sekundärklingenlänge 58mm
- Sekundärklinge Jagdversion: Gekröseklinge mit Wellenschliff
- Sekundärklinge Outdoorversion: Säge
- Griffmaterial G10
- Droppoint Klinge in 14C28N
- Gewicht 198g
- Klingenoberfläche poliert oder black stonewash

Erfahrungen aus der Praxis
Ich führe das österreichische Jagdmesser nun bereits seit knapp einem Jahr im Dauereinsatz und möchte nun auf meine Erfahrungen eingehen. Das Messer macht seinem Namen „Hybrid“ alle Ehre. Aufgrund der Klinegengeometrie ist es prädestiniert um fast allen Aufgaben im Outdooreinsatz gerecht zu werden. Hacken, schneiden, aufbrechen - kein Problem für das robuste Messer. Erwähnen muss man allerdings, dass die 4.2mm starke Klinge zwar wirklich etwas aushält, jedoch weit von einer filigranen Ausbeinklinge entfernt ist. Sicherlich ist das aber auch nicht der Anspruch des Messers. Für die Arbeit am Wildbret in der Küche gibt es geeignetere Werkzeuge, deren Komfortzone genau da endet, wo die des Hybrid One Gen2 gerade anfängt.
Die Handlage des Messers überzeugt durch eine angenehme Ausgewogenheit, welche auf die identische Länge von Klinge und Griff zurückzuführen ist. Der unaufgeregte Griff des Messers ist aus widerstandsfähigem G10 und liegt satt in der Hand. Allgemein gibt es an diesem Messer keine Ecken oder Kanten, die bei der Handhabung unangenehm auffallen würden - selbst das Jimping am Klingenrücken ist so gestaltet, dass es zwar Griffigkeit bietet, aber nicht wie bei manch anderen Messern regelrecht in die Finger beißt. Die Sekundärklinge ist so in den Rücken des Griffes eingefasst, dass sie beim Arbeiten mit der Hauptklinge regelrecht vergessen werden kann.
Ich habe mit dem Messer nun einige Stücke Wild aufgebrochen und kann berichten, dass sich die Schärfe der Sekundärklinge auch über langes Arbeiten hinweg gut gehalten hat. 14C28N ist ein ein sehr geeigneter Stahl für diesen Anwendungsbereich da er die Waage zwischen guter Schnittfestigkeit und der Möglichkeit des einfachen Nachschärfens hält. Ich persönlich habe den, von Deerstalker empfohlenen, Schleifwinkel nicht eingehalten, und das Messer im Nachgang in einem spitzeren Winke angeschliffen, da bei mir die Arbeit am Wild im Vergleich zur Arbeit am Holz deutlich überwiegt. Die Sekundärklinge ist entgegengesetzt der Hauptklinge angeordnet und ein wirklich brauchbarer Helfer, der durch seinen aggressiven Wellenschliff das Aufbrechen, beispielsweise des Brustkorbs, deutlich vereinfacht. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass Deerstalker darauf verweist, dies Sekundärklinge nur zu verwenden, wenn die Hauptklinge in der Kydexscheide steckt. Das kling deutlich komplizierter als es in der Praxis eigentlich ist und leitet hervorragend zu einem Thema über, welches mir bei dem Messer besonders positiv aufgefallen ist: Die Scheide. Durch den in Breite und Position verstellbaren Gürtelclip sind der Trageposition des Messers keine Grenzen gesetzt. Ich kann es problemlos vertikal oder horizontal an Gürtel oder Rucksack tragen und kann das Messer inklusive Scheide mit einem Klick lösen (weswegen oben genannter Sicherheitshinweis kein Problem darstellt, da das Messer bzw. die Scheide nicht vom Gürtel gefädelt werden muss). Mir persönlich gefällt, wie hoch das Messer am Gürtel sitzt und dass es dadurch in der Regel unter der Jacke verschwindet, wodurch es beim Sitzen auf der Kanzel nicht im Weg ist und ausgesprochen unauffällig getragen werden kann.
Gerade für den jagdlichen Einsatz gibt es diverse verschiedne Messer und Werkzeuge: Feststehende Messer, Jagdnicker, Gekrösemesser, Knochensäge, Multifunktionstaschenmesser und und und - man kann sich entweder all das in den Jagdrucksack werden (und in der entscheidenden Situation wahrscheinlich genau das fehlende Werkzeug suchen) oder man schaut sich das Deerstalker einmal genauer an, dessen Anliegen es ist, alles andere überflüssig zu machen.
