Beretta A400 Xtreme Unico
Von Benedikt Akkerman am 17. Dezember 2017

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Hallo und Waidmannsheil liebe Geartester.

Wie schon in meinem vorherigen Bericht versprochen, möchte ich euch heute meine Selbstladeflinte, die Beretta A400 Xtreme Unico vorstellen.


Ich besitze die Waffe seit Mitte Juni diesen Jahres und konnte nun schon ein paar Eindrücke sammeln, sei es auf der Jagd auf Gänse, Enten oder Krähen.

Aber auch auf dem Schießstand muss diese Flinte sich nicht verstecken, auch wenn man auf Grund des Tarnmusters öfters mal schief angesehenen wird.

Die Waffe kommt in einem Kunststoffkoffer der durch 4 Druckknöpfe verschlossen wird. Der Koffer besitzt an der Längsseite 2 Bohrungen und an der oberen Seite eine Bohrung, um ein Schloss anzubringen.

In diesem liegt die Waffe im auseinander gebautem Zustand. Neben der Waffe liegen noch 2 Chockes (Voll und Zylinder) bei, der passende Chockeschlüssel, ein Waffenöl von Beretta, sowie 2 Magazinbegrenzer, als auch der übliche Papierkram.

Weitergehend liegen eine Schaftverlängerung und eine kleine Scheibe, mit der man die Waffe auf sich schränken kann, bei.

Was einem als erstes auffällt wenn man die Waffe in die Hand nimmt ist ein erstaunlich hochwertiges Gefühl, nicht wie man es von einer Waffe mit Synthetikschaft erwartet. Generell wirkt sie viel hochwertiger als andere SL Flinten, was auch bestimmt an ihrem Gewicht liegt, aber auch an der Griffigkeit und Verarbeitung. Die Waffe ist erstaunlich gut ausbalanciert und folgt einem ohne Probleme. Dies ist auch der Micro Core Schaftkappe zu verdanken die einen weichen Anschlag gewährleistet, ohne an der Kleidung hängen zu bleiben.

Alle Bedienelemente sind intuitiv gewählt und lassen sich gut erreichen.

Die Sicherung der Waffe sitzt vor dem Abzug, so das man diese mit dem Abzugsfinger sofort entsichern kann.

Der Auszugshebel ist groß genug dimensioniert, so dass man auch mit Handschuhen die Waffe sicher laden und enthalten kann.

Einzig der Magazin Cut OFF ist manchmal mit dicken Handschuhen schwierig zu bedienen, dazu nachher mehr.

Gehen wir nun aber zuerst mal auf die technischen Daten der Flinte ein.

Die Beretta A400 Xtreme ist mit einem 12/89 Lauf ausgestattet und kann somit alle Schrotpatronen verschießen, die man im heimischen Munitionsschrank finden kann.

Um es in Zahlen zu fassen : Die Beretta A400 Xtreme ist in der Lage alle Patronen im Kaliber 12/70, 12/76 und 12/89 mit einer Schrotvorlage von 24 Gramm bis 64 Gramm zu verschießen. Zudem ist sie in der Lage sowohl Blei als auch Stahl in dieser Ladung zu verschießen. Die Waffe kann bis zu 5 Schuss im Magazin plus eine Patrone im Lauf halten.

Lediglich der beiliegende Vollchocke verträgt keine Stahlmunition.

Die Waffe ist mit dem Beretta Gasdruckladesystem "B-Link" ausgestattet und ermöglicht laut Hersteller Angaben 4 Schuss in einer Sekunde.

Dies ist durch einen rotierenden Schraubenkopf namens B-Lok und ein neues Zuführungssystem möglich. Dabei verriegelt das B-Lok System in einem 60 Grad Winkel verriegelt, was einen schnelleren Folgeschuss ermöglichen soll.

Da die Waffe bei mir meist bei der Gänsejagd ihre Anwendung findet, war mir auf Grund der meist stärkeren Ladung auch die Rückstoßkontrolle eine wichtiger Aspekt bei der Auswahl der Waffe.

Bei der Beretta A400 Xtreme kommen dabei mehrere Innovationen zum tragen. Diese nennen sich auf die Beretta A400 Xtreme Unico "Kick- Off" und "Kick-Off 3".

Beim Kick-Off System handelt es sich um 2 hydraulische Rückstoßdämpfer, die beim Schuss eindämpfen und somit den Rückstoss um 60 % vermindern.

Bei der Beretta Xtreme ist zusätzlich noch das Kick-Off 3 verbaut. Dies ist eine dritte hydraulische Feder die zusätzlich den Rückstoss vermindert.

Die Wirkung des 3. Systems spiegelt sich darin wieder, dass der Großteil des Rückstoßes vor dem Hinterschaft abgedämpft wird und die Waffe weniger verreist. Dabei wird der ,im oberen Bild zu sehenden, schwarze gummiartige Teil der Waffe zusammen gestaucht und nimmt den Rückstoss auf.

All das Resultiert in einer 70% Rückstossdämpfung.

Zudem ist die Waffe wirklich für die Jagd in nassen Umgebungen gebaut.

Durch die Aqua Technology sind sowohl alle äußeren und inneren Teile der Waffe vor Korrosion geschützt. Hierbei werden alle inneren Teile mit einer Schutzbeschichtung versehen, das Verschlussgehäuse ist aus eloxiertem Aluminium und der Lauf ist von innen verchromt und von außen brüniert.

Zusätzlich werden Lauf und Verschlussgehäuse mit einem speziellen Tauchverfahren behandelt.

Nachdem die technischen Daten ja sehr vielversprechend wirken, war ich gespannt wie die Waffe sich den auch unter realen Bedingungen schlägt.

Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht. Die Waffe hält voll und ganz was sie verspricht. Egal ob Trap- oder Skeet Munition, über 36. Speziell bis hin zu 40 Gramm Schrotpatronen, die Waffe hatte nie Ladeprobleme.

Auch im Dauerregen oder bei Schnee und Eis, die Waffe hat immer das gehalten was sie verspricht, während andere SL Flinten in der gleichen Situation versagt haben.

Auch ein schnelles Nachladen der Waffe ist wunderbar möglich, da die Magazineinführung und alle notwendigen Teile groß genug dimensioniert sind.

Was mich aber an der Waffe wirklich überzeugt hat und auch schon oft Anwendung gefunden hat ist der Magazin Cut Off.

Damit ist ein kleiner Hebel auf der linken Seite der Waffe gemeint, mit dem die Kammer im geöffneten Zustand offen bleibt und kein neuer Schuss aus dem Magazin geladen wird.

Denn wer kennt nicht die Situation, in der die geladene Munition entweder zu stark oder zu schwach ist für einen "Überraschungsgast". Durch den Magazin Cut Off können wertvolle Sekunden gespart werden um den einen Schuss dann zu laden.

Generell lässt sich sagen, dass ich mit der Waffe sehr zufrieden bin. Sie hat mich bis jetzt sehr zuverlässig begleitet, und hat auch manch nasse Tage ohne Korrosion überlebt.

Ähnliche Meinung konnte ich von meinem Vater einholen, der sich auch im gleichen Zug die Waffe kaufte.

Oben in Optifade Marsh, unten in der Ausführung Realtree Max 5

Das einzige Manko was uns beiden auffällt ist, das Schaftkappe aus dem Micro Core material sehr schnell verschleißt und sich aufreibt.

Dies ist aber nur ein optisches Manko und bereitet Waffe und Schütze kein Manko.

Ich kann die Waffe jedem empfehlen, der sich eine Selbstladeflinte fürs Leben kaufen will. Für mich die einzig richtige Wahl.

In diesem Sinne, danke fürs Lesen und Waidmannsheil.

Zu weiteren Bildern der Beretta A400 und anderen Jagdmomenten :

https://www.instagram.com/beneakkerman_hunting/

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Kommentare

jannis_hunting

Sehr Guter und interessanter Bericht, weiter so!

Benedikt Akkerman

Leider hat er die Bilder nicht genommen, das ist schade. Versuch diese nachzureichen

Philip

Habe die Flinte seit ca. 1,5 Jahren und bin echt damit zufrieden.
Bei 24 Gramm Ladungen lädt sie manchmal nicht zuverlässig nach.

Leonhardt

Toller Bericht, kenne mich mit SLF´s null aus. Daher sehr hilfreich mal Eindrücke zu gewinnen.

Warum sind denn deine Wildgänse markiert?

Benedikt Akkerman

Hi Leonhardt,
Teilweise sind Wildgänse für das Zugverhalten beringt, so dass man diese über die farbigen Ringe aus der Distanz melden kann und auf den silbernen Ringen ist eine Nummer.
Diese kann man dann bei dem Institut bzw der Forschungsstelle Melden, wenn diese erlegt wurden oder wenn man diese auffindet.
Die sind dann froh das man diese meldet und geben einen dann auch Infos wo die Vögel waren und wie alt

Leonhardt

Ach cool, wusste ich überhaupt nicht. Sind sicher nicht viele so markiert. Dann ist das ja ein besonderes WMH nehme ich mal an :D habe selbst noch nie eine Gans erlegt.

Benedikt Akkerman

Ja das ist für einen Gänsejäger sowas wie ein Hirsch der Klasse 1 🤙🏻
Wenn du mal die Chance hast solltest du diese auf jeden Fall annehmen, das jagen der Gänse über Lockvögeln ist ein unbeschreibliches Gefühl, vor allem wenn du die Gänse durch dein Locken drehst und ein großer Schwarm von 30+ Gänsen in das Lockbild einfallen will.
Ist halt eine ganz andere art der Jagd, vor allem weil man mit mehreren meist unterwegs ist und dann die erlebnisse auch teilen kann

Bernhard Zürn

Habt ihr Erfahrungen machen können mit Flintenlaufgeschossen und dem Einsatz zur Nachsuche auf Schalenwild ?

Benedikt Akkerman

Hallo Bernhard, das schiessen mit Flintenlaufgeschossen wird von Beretta nicht empfohlen, da die innere Beschichtung des Laufes und der Lauf dadurch Schäden nehmen und insbesondere die Beschichtung und somit die Garantie der Korrusionsfreiheit geht verloren.
Ich persönlich hab sie bei uns im engen schwarzdorn schon mal auf den Fuchs geführt, jedoch ist sie für diesen Einsatz meiner Meinung nach zu lang und unwendig.

Meiner Meinung nach also für den Einsatz bei der nachsuche nicht zu empfehlen.
Mit freundlichen Grüßen und Waidmannsheil
Ben

Bernhard Zürn

Vielen Dank !

Mitch V

Mich würde interessieren, welch Camo-Variante in unseren Breiten die sinnvollste bzw. universellste ist?

Benedikt Akkerman

Hi Mitch, für die Flugwildjagd nehm ich Reltree Max 5, ist eigentlich super universell. Ansonsten die Optifade Varianten von Sitka Gear.
Die haben auch ein Extra Muster für die Flugwildjagd

Mitch V

Vielen Dank für die schnelle Antwort!

Benedikt Akkerman

Kein Problem, immer gerne

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