500 m Longrangeseminar mit LH Tactical Training in Tschechien
Da ich nicht nur Jäger, sondern auch Sportschütze bin, war ich schon lange am Longrange interessiert. Aufgrund der Tatsache, dass meine TTS Xceed R eine sehr präzise Jagdwaffe ist, kam in mir der Wunsch auf, mich mit dieser Waffe im Longrange zu versuchen. Hierzu habe ich mich dann im Internet umgeschaut und bin auf die fränkische Firma LH Tactical Training gestoßen. Nach erstem Emailkontakt stellten der Firmeninhaber Sven und ich fest, dass Sven zusammen mit meiner Frau in der Ausbildung war, und so kamen wir dann weiter ins Gespräch und ich buchte bei Sven ein Longrange-Seminar für Anfänger in Tschechien. Es sollte dort bis auf 500 Meter gehen.
Den geplanten Schießstandtermin verband ich dann noch mit einem kleinen Jagdausflug nach Tschechien.
Ablauf des Schießens:
Am Schießstand angekommen, begrüßten Sven und seine Mitarbeiter die Teilnehmer des Seminars. Es fand eine kurze Kontrolle der Waffenbesitzkarten durch den Standbetreiber sowie eine Sicherheitsbelehrung statt. Durch einige Schützen wurden Zielscheiben auf 100 und 200 m aufgestellt und danach teilten sich die Schützen auf die Stände auf und bereiteten sich vor.
Begonnen wurde mit einem Kontrollschießen der Waffen auf 100 m. Ich selbst setzte nur wenige Schüsse auf die 100 m Scheibe und ging dann sofort auf die 200 m. Aufgrund der Absehenschnellverstellung an meinem Zeiss Zielfernrohr und zuvor ermittelter Mündungsgeschwindigkeit waren die Klicks schnell eingestellt und die Treffer auf 200 m passten auch.
Nach einer vorher festgelegten Schießzeit wurde die Trefferaufnahme auf 100 und 200 m durchgeführt und im Anschluss wurden die Zielscheiben auf 300 m gestellt.
Auch die 300 Meter Distanz war am Zeiss V8 mit ASV H+ schnell eingestellt und die Treffer lagen da, wo sie sein sollten. Da ich die 300 m regelmäßig schieße, wurden hier auch nur wenige Schüsse von mir abgegeben.
Es wurde wieder eine Trefferaufnahme durchgeführt, die Scheiben auf 500 m aufgestellt und dann war erst einmal Mittagspause. Zuvor hatten wir bereits für diesen Zweck Pizza an den Schießstand bestellt.
Nach der Mittagspause sollte es dann auf die 500 Meter Zielscheiben gehen. Just in dem Moment, als ich meine Xceed R entsicherte, kam eine Windböe und warf meine Zielscheibe auf 500 m um. Da wegen meiner umgefallenen Scheibe jedoch das Schießen nicht unterbrochen werden konnte, blieb mir nur der Gong, welcher ebenfalls auf 500 m hing.
Ich verließ mich auf die Genauigkeit meiner Absehenschnellverstellung, hielt mit dem Fadenkreuz genau mittig in den dreieckigen Gong, entsicherte, krümmte meinen rechten Zeigefinger und wartete auf die akustische Rückmeldung des Gongs und tatsächlich, gefühlt mehrere Sekunden nach dem Schuss, hörte ich ein „Pling“. Somit war mein erster Schuss auf 500 Meter ein Treffer - ich war erleichtert!
Während die anderen Kursteilnehmer anfänglich auf ihre 500 Pappscheiben schossen, „begnügte“ ich mich bis zur ersten Trefferaufnahme mit dem Stahlgong. Zur ersten Trefferaufnahme stellte ich dann meine Pappscheibe auch wieder auf und sicherte sie gegen erneutes Umfallen mit einem herumliegenden Stein.
Nachdem ich dann auch eine Pappscheibe auf 500 m stehen hatte, schoss ich die folgenden ca. 30 Schüsse auf diese, um bei der nächsten Trefferaufnahme meinen Streukreis auf diese Distanz besser ermitteln zu können. Zwischendurch schoss ich jedoch auch immer mal wieder einen Schuss auf den Stahlgong, das Geräusch war einfach zu schön ;-)
Die nächste Trefferaufnahme bestätigte auch hier das perfekte Ergebnis durch die Zeiss ASV H+ und vor allem durch die hervorragende Präzision der Tec Target Schneider Xceed R, inklusive dem TTS Zweibein, mit der Peterssen Gunworks Typ13V3 Mündungsbremse und in Verbindung mit der Geco Target HP Munition.
Da die Waffe, bis auf den Tausch von Schalldämpfer auf Mündungsbremse (tschechisches Waffengesetz), identisch war mit der Konfiguration, mit der ich auch zum Jagen gehe, füllte ich zum Schluss das Magazin der Xceed R noch mit 5 Schüssen meiner Jagdmunition (Hornady International, 125 gr. ECX) und schoss damit auf den Stahlgong. Was soll ich sagen: auch hier machte es fünfmal „Pling“.
Nach einem ganzen Tag am Stand war ich dann positiv gelaunt. Erstens hat es jede Menge Spaß gemacht, zum anderen habe ich mich und mein „Material“ auf 500 Meter testen können und nicht zuletzt habe ich einige neue Kontakte geknüpft.
Mein Equipment für die 500 m:
- Tec Target Schneider Xceed R im Kaliber .308 Winchester, 50 cm Lauflänge
- Tec Target Schneider Zweibein
- Zeiss V8 3.8-20x56 mit ASV H+
- Peterssen Gunworks Typ13V3 Mündungsbremse
- Geco Target HP mit 168 gr. Geschoss
- Hornady International mit 125 gr. ECX Geschoss
- Noname Spektiv mit Fotostativ
- Hinterschaftauflage Leder
- Garmin Xero C1 Pro
Fazit:
Das Longrangeseminar war für mich sehr lehrreich. Nun weiß ich, dass ich mit meiner Jagdwaffe und der dazugehörigen Munition (rein theoretisch) bis auf 500 Meter treffsicher schießen kann.
Es heißt für mich jedoch nicht, dass ich auf ein Stück Wild auf diese Entfernung schießen werde! Bei dieser Entfernung sollte, meiner Meinung nach, nur auf Pappe geschossen werden. Selbst im Gebirge sollte kein normaler, jagdlicher Schuss auf diese Distanz angetragen werden - auch nicht mit bestem Equipment und ausreichend Erfahrung!
Für mich war das Seminar bei Sven nicht das letzte Seminar und da ich „Blut geleckt hatte“, habe ich gleich noch ein 1.000 m Seminar im folgenden Jahr gebucht (einen Bericht hierzu gibt es ebenfalls auf Geartester).
Ich kann dieses Seminar jedem Jäger und Sportschützen empfehlen, der sein Equipment auch mal über die „normalen“ Distanzen hinaus ausprobieren will. Für den Fall, dass es dann bei dem einen oder anderen auf diese Distanzen mit dem Treffen nicht klappen sollte, können Sven und sein Team auch sehr hilfreich sein und mit ihrer Erfahrung in Sachen Longrange weiterhelfen.
Solltet auch Ihr Interesse an einem Schießseminar auf 500 m mit vorheriger Theorieschulung und ggf. Hilfe durch qualifiziertes Ausbildungspersonal haben, könnt ihr euch gerne auf https://lh-tactical-training.de/ informieren bzw. auch gleich einen entsprechenden Kurs buchen. Sven und sein Team können euch vorab auch super beraten und dafür sorgen, dass ihr zum Kurs auch mit der richtigen Ausrüstung antretet.
Weitere Bilder und Infos zu meiner Ausrüstung gibt es entweder hier bei Geartester oder auf meinem Instagram Account:
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Ich werde weder von LH Tactical Training, Tec Target Schneider, Peterssen Gunworks, Geco, Hornady noch von sonst einer Firma, Person oder dergleichen finanziert. Ich habe keinen finanziellen oder sonstigen Vorteil durch die Vorstellung des Longrangeseminars auf dieser Seite.