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Vorsatzgerät Xeye CL42 im Test
Von Wärmebildkamera Huber am 15. März 2021
Dieser Bericht enthält gesponserte Inhalte

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In meinen Praxis-Testberichten ist es nicht mein Anliegen, Katalogwerte zu wiederholen (die man überall nachlesen kann) sondern echte Praxisinformationen aus eigenen Erfahrungen vom Schießstand und/oder aus der Jagd wiederzugeben. Vielleicht helfen meine subjektiven Beobachtungen dem einen oder anderen, sich für oder gegen ein

Produkt zu entscheiden und einen Fehlkauf zu vermeiden. 


Die Mitbewerber

Im März 2020 stand für mich fest, dass ich für

die Jagd auf Schwarz- und Raubwild ein Wärmebild-Vorsatzgerät anschaffen möchte, und ich

verglich die damals im Preis relativ nahe beieinander liegenden Wärmebildgeräte Pulsar FXQ

35 BW, Guide TA435 (JSA TA435) und Xinfrared

CL42 (Merlin 42) aus meinem Bekanntenkreis,

indem ich sie alle zeitgleich bei denselben Wetterbedingungen im Revier auf diverse Entfernungen ausprobierte. Hier konnte ich natürlich erst

einmal nur die optischen Parameter vergleichen.

Das beste Gerät bei den optischen Parametern

war nach meiner persönlichen Einschätzung das

Xinfrared CL42, deshalb wollte ich mich damit

näher beschäftigen.


Den CL42er Geräten sagte man bei Modellen von

vor 2020 jedoch eine mangelhafte Wiederholgenauigkeit nach. Daher wollte ich, weil mich die optische Leistung überzeugte und bevor ich eine

Menge Geld für die neue CL42 Generation 2020

in die Hand nahm, die Wiederholgenauigkeit der

neuen Geräteserie natürlich selbst ausprobieren.

Der Händler war von der Qualität und der Wiederholgenauigkeit der 2020 Geräteserie überzeugt und sendete mir ein Exemplar auf Rechnung zum Testen zu. Sollte ich unzufrieden sein,

würde er es gerne wieder zurücknehmen.

Multiuse Gerät

Das Gerät ist ein Multiuse Gerät. Man kann,

wenn man das Gerät anstatt als „Shooter“ (Vorsatzgerät) als „Spotter“ (Handgehaltenes-Beobachtungsgerät) einsetzen will, die Kollimatorlinse

(eine Vergrößerungslinse für das ZF) abschrauben und mit einem Okular mit eingebauter Vergrößerung austauschen. Damit hat man einen

sehr weit reichenden Spotter.

Spotter und Shooter

Um es vorweg zu nehmen: Der Umbau im Dunkeln vom Spotter zum Shooter, um mit nur einem Gerät zu arbeiten, ist kaum möglich. Zu genau müssen die Teile zueinander gefügt werden,

es darf kein Schmutz dazwischengeraten (Feingewinde) und lautlos geht das auch kaum.

Sobald man selbst mit WB-Geräten auf der Jagd die ersten „Schritte“ gemacht hat, merkt man, dass man doch ziemlich oft zwischen Spotter und Shooter wechseln möchte. Denn nicht jede Situation erlaubt einen Schuss und dann müsste man wieder zurückbauen, um zu beobachten.

Auf dem Schießstand musste das CL42 nun zeigen was in ihm steckte. Montiert wurde es mittels Rusan-Adapter auf einer Waffe im Kaliber 6,5x55 mit SD die per se Streukreise <15mm/100m hält. Geschossen wurde aus einer Benchrestauflage, in welcher die Waffe vorne höhenverstellbar gelagert und hinten mit einem Ohrensack stabilisiert wurde.

Montiert wurde das Vorsatzgerät mit einem Rusan Adapter auf DDOPTICS 2,5-15x50 und DDoptics 1-6x24 Zielfernrohren, eine Paralaxeverstellung ist NICHT nötig.


Eine Vergrößerung an der Waffe ist sinnvoll 1-6 fach danach wird das Bild zu grobkörnig. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Vergrößerung beim Schuss meist bei 3-4 fach steht.


Schießtests

Um Schießergebnisse zu verifizieren habe ich folgende Tests an drei Schießterminen durchgeführt und je 3x wiederholt.

Schusspräzision

Als Wärmesignatur wurde ein Handwärmer mit einer Reißzwecke auf die Scheibe gepinnt und 3 Schüsse abgegeben. Nach jedem Schuss wurde das Gerät von der Waffe abgenommen und wieder erneut aufgesetzt. 

Das Ergebnis war ein Streukreis von ca. 4cm/ 100m. wieder erneut

aufgesetzt. Das Ergebnis war ein Streukreis von ca. 4cm/ 100m.

Fazit: Diesen Streukreis empfinde ich als jagdlich akzeptabel.


Wiederholgenauigkeit nach Umbau zum Spotter

Danach wurde die Kollimatorlinse zusammen mit dem Rusanadapter abgeschraubt (was beim Wechsel zum Spotter nötig wäre) und dann wieder erneut aufgeschraubt und fest angezogen.

Dann habe ich den obigen Versuch wiederholt.

Der Streukreis war der gleiche. Aber bis zu 8cm entfernt zur ersten Gruppe.

Fazit: Die Abweichung verbietet nach meiner Meinung den Einsatz nach Umbau zum Spotter ohne erneutes Einschießen.


Verkantungstest

Es wird immer darauf hingewiesen dass das WBG Vorsatzgerät verkantungsfrei auf der Waffe montiert werden muss. Ich habe hierfür als Referenzmarke ein Schusspflaster halbiert, auf ZF und Rusan Adapter aufgeklebt und mit Tesafilm wasserdicht versiegelt.

Dann habe ich das ZF absichtlich um 15-20° verkantet auf das ZF montiert und ausprobiert wieviel Trefferablagerung nun bei je drei Schuss entstehen.

An meiner Waffe und mit meinem Vorsatzgerät machte das 2-3cm /100m aus und ich denke, das ist vernachlässigbar.


Gerätedetails in der Praxis

Optische Leistung

Wer schon einmal durch einen hochwertigen, handgehaltenen Spotter geschaut hat weiss, dass Erkennungsreichweite nicht gleich Ansprechreichweite ist. Der begrenzende Faktor ist hier, neben der Detektionsreichweite, die Größe der Pixel. Ein Pixel ist ein Punkt und je mehr Punkte in einen Wildkörper passen, umso besser wird die Auflösung des Objektes.

Dass das Gerät Wärme detektiert und mit 1-x Pixel darstellt, lässt mich erkennen, dass dort etwas ist. Je näher ich herankomme je mehr Pixel erzeugen ein Bild. Bis man eben so nah ist, dass die Anzahl der Pixel die Wildart erkennen, später eventuell sogar das genauere Ansprechen zu lassen.

Verhalten und Bewegungsmuster lassen nach gewisser Erfahrung erahnen, um welche Wildart es sich handelt. Als groben Richtwert kann man sagen, dass man sich ab 100m beim Unterscheiden von Fuchs/Katze/ oder Dachs/Waschbär etwas schwer tut. (Erkennung bis ca. 400m),dass man wiederkäuendes Schalenwild bis auf 400 m als solches ansprechen kann. Ob Reh, Damwild oder Rotwild lässt sich hier jedoch nur knapp erahnen. (Erkennung bis ca. 800m), dass man Schwarzwild als solches ebenfalls bis 400m ansprechen kann. (Erkennung ebenfalls etwa 800m) 

Einen sauberen Schuss auf Reh/Dam /Wildschwein traue ich mir bis auf 150m, Rotwild eventuell bis 200m zu. Auf Raubwild beschränke ich mich auf max. 100m. 


Bedienbarkeit


  • Knöpfe fühlbar, aber wie bei den meisten WBG’s nur wenig erhaben, mit kalten Fingern deshalb etwas tricky zu finden, leise, saubere Rastung.
  • Gerätestart dauert ca. 5sec. (Standby 1sec)
  • Keine Status LED außen. Man weiß also nicht ob das Gerät an oder im Standby ist.
  • Bild hervorragend! Ich hatte in 10 Monaten Einsatz nicht eine Situation in der ich das Gefühl hatte zu schlecht gerüstet zu sein.
  • Bedienungsmenü simpel! Anleitung leicht verständlich.
  • Wiederholgenau im Einsatz als VORSATZGERÄT
  • Batteriefresser! Auch mit abgeschaltetem Bildschirm im „Standby“ Akkulaufdauer im Dauerbetrieb ca. 1Std. Betrieb mit Powerbank möglich.
  •  Kabel zur Powerbank mit geradem Stecker ungeschickt ein abgewinkelter Stecker wäre eventuell besser!
  • Das Batteriefach geht etwas hart (Silikondichtung) zu.
  • Objektivabdeckung geht mit einem lauten Knacken aus der Rastung, also am besten zu Beginn des Ansitzes aufklappen.
  • Das Bild ist auch auf niedrigster Beleuchtungsstufe ziemlich hell, die Bildauflösung ist so deutlich dass man auf 25m die Litze eines Elektrozauns, Fingerdicke Äste auf 50m sehen, somit auch Geweih/Gehörn erkennen und zum Teil ansprechen kann.


Mein Resümee

Ich habe dieses WBG, das ich ursprünglich nur

zum Testen hatte, behalten und bin nach 10 Monaten und bestimmt 100 Ansitzen damit immer noch sehr zufrieden.

Der Einsatz im Wechsel von Handbeobachtung zum Vorsatzgerät auf der Waffe macht im Jagdalltag keinen Sinn. Entweder - oder! Man braucht also einen Spotter und einen Shooter.

Lässt man das Gerät zusammengebaut und nutzt es nur als Shooter ist der Streukreis und die Wiederholbarkeit auf 100m top! 

Ansonsten mitunter deutliche Verlagerung der Gruppe.

Testautor Andreas Schurz

Diesen und weitere Berichte findet ihr auf 

www.waermebildkamera-huber.ch 

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