Test vom neuen ThermTec Ventus 640L

GEARTESTER.de Marke
7 Min. Lesezeit

Das ThermTec Ventus 650L ist ein binokulares Multispektral-Gerät, das einen Wärmebildkanal mit einem digitalen Tag- und Nachtsichtsensor kombiniert. Dadurch bietet das Gerät die Möglichkeit, verschiedene optische Technologien in einem Gehäuse zu nutzen.

Ergonomie und Bedienung
Das Gerät ist sehr kompakt gebaut und liegt dank spezieller Daumenmulden ergonomisch in der Hand. Die beiden Zeigefinger ruhen dabei natürlich auf den zwei separaten Fokussierrädern, mit denen der Tag-/Nachtsichtkanal und der Wärmebildkanal unabhängig voneinander scharfgestellt werden. Das zentrale Bedienelement ist ein Druckdrehschalter: Durch Drehen wird gezoomt, ein kurzer Druck wechselt blitzschnell zwischen Wärmebild- und Digitalkanal, und ein langer Druck öffnet das Hauptmenü. Neben dedizierten Tasten für Foto/Video und Entfernungsmessung wird auch das Menü bequem über dieses Drehrad navigiert.

Optik und Bildqualität
Das Modell 650L verfügt über einen Wärmebilddetektor mit 640x512 Pixeln, eine 50-mm-Frontlinse und einen hochauflösenden 4K-Sensor für den digitalen Kanal. Eine neue KI-Bildverarbeitung (AI Zoom Pro) glättet die Darstellung bei höheren digitalen Zoomstufen, um störende Verpixelungen im Wärmebild effektiv zu reduzieren. Eine weitere Besonderheit ist die Sehfeldsynchronisierung (FOV Sync): Ist diese aktiviert, übernimmt das Gerät beim Kanalwechsel automatisch die gewählte Zoomstufe, sodass man den Bildausschnitt nicht neu anpassen muss. Um Verwacklungen bei starken Vergrößerungen zu minimieren, ist ein in drei Stufen einstellbarer elektronischer Bildstabilisator (EIS) integriert. Dieser hält das Bild beim Beobachten ruhig, erzeugt beim Schwenken des Geräts allerdings ein leichtes Nachziehen ("Schwimmen"), da die Software die Bewegung ausgleicht.

Laserentfernungsmesser und IR-Strahler
Ein Laserentfernungsmesser (LRF) ist direkt in die Linse integriert und misst Distanzen bis zu 1000 Meter. Für den Nachtsichtkanal wird ein fokussierbarer IR-Aufheller an der Unterseite verschraubt, der über einen Kippschalter wahlweise mit 850 nm (für weite Distanzen) oder 940 nm (absolut wildsicher) betrieben werden kann.

Software-Features und Speicher
Mit 64 GB internem Speicher können Fotos und Videos direkt auf dem Gerät gesichert werden. Ein herausragendes Software-Feature ist die kanalübergreifende Bild-in-Bild-Funktion (PiP): Anwender können beispielsweise das Hauptbild im Wärmebildmodus zur großflächigen Detektion nutzen und zeitgleich im kleinen PiP-Fenster den Digitalkanal verwenden, um Details wie das Geschlecht des Wildes exakt anzusprechen. Zudem verfügt das Gerät über einen Ballistikrechner, der in Verbindung mit dem LRF die Haltepunktkorrektur für hinterlegte Munitionsprofile berechnet.

Stromversorgung und Näherungssensor
Betrieben wird das Ventus mit zwei 18650-Akkus (vier kurze Akkus ohne erhobenen Pol sind im Lieferumfang enthalten). Wichtig: Die Akkus müssen mit entgegengesetzter Polarität eingelegt werden und können nur in der externen Ladeschale geladen werden. Ein sehr empfindlicher Näherungssensor an den Augenmuscheln schaltet das Display beim Absetzen sofort in den Standby-Modus und beim Ansetzen wieder ein. Dieser kann im Menü deaktiviert werden, was besonders beim Pirschen nützlich ist, wenn man das Gerät nicht immer bündig vor beide Augen führen möchte.

Fazit
Das ThermTec Ventus 650L richtet sich an den anspruchsvollen Feld- und Waldjäger, der ein All-in-One-Gerät für Tag und Nacht sucht. Als kompaktes "Fernglas" bietet es alle nötigen Funktionen zum Spotten, Ansprechen und Entfernungsmessen. Als genereller Kompromiss bei binokularen Nachtsichtgeräten bleibt lediglich die Tatsache, dass sich nach dem Absetzen in völliger Dunkelheit beide Augen erst wieder an die Nachtverhältnisse anpassen müssen.

EinausführlichesVorstellungsvideofindet ihr hier:

Find' ich gut!
31
Geartester
Score

Autor

Offizielles Profil
Veröffentlicht am 6. Juni 2026
Find' ich gut!

Kommentare

Relevante Suchergebnisse von Gunfinder