Aduro LocIt Hundeortungssystem im Einsatz

Michael Sommer
10 Min. Lesezeit
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Aduro LocIt Hundeortungssystem im Einsatz

Bericht zu 2 Jahren Erfahrungen im Echtbetrieb

Kurz zu mir und meiner Verwendung eines Hundeortungssystems:

Ich führe aktuell zwei westfälische Dachsbracken, die jährlich bei ca. 40-50 großräumig ausgelegten Bewegungsjagden auf Schalenwild vom Stand geschnallt werden und entsprechend weiträumig solo jagen. Es werden je nach Wildvorkommen zwischen 8 und 15 km Laufleistung in den meist 2,5-3 stündigen Treiben erbracht, und Distanzen von bis zu 1,5 km Luftlinie zwischen mir und den Hunden zurückgelegt. Wir jagen vorrangig in mehr oder minder stark kupierten Revieren der Mittelgebirge. Die Mobilfunknetzabdeckung würde ich im Schnitt als für Deutschland „durchschnittlich“ bezeichnen; es gibt leider immer wieder Bereiche, in denen man keine Verbindung hinbekommt.

Erfahrungen mit dem Tracker-System

Seit deutlich mehr als 10 Jahren war ich Nutzer des finnischen „Tracker“-Ortungssystems (G1000, Artemis), welches mich mit den für mich wichtigen Funktionen:

  • Ortung in Echtzeit
  • Anzeige des Fährtenverlaufs
  • Offline-Karten verfügbar zur Vorbereitung
  • Möglichkeit der nachträglichen Darstellung der Fährtenarbeit
  • Bellanzeige
  • Hohe Netzabdeckung, bzw. möglichst kein Abriss der Ortung
  • Möglichkeit der Teilung meiner Hunde mit anderen Jagdteilnehmern/Ortungssystemnutzern, bzw. einer „Community“, um im Falle des Netzabbruchs vor Ort auf andere Nutzer zurückgreifen zu können
  • Support, Kundenservice, laufende Kosten

wirklich lange zufrieden gestellt hat.

Ich sollte auf jeden Fall betonen, dass ich ein absolut minimalistisches, technisches Verständnis habe und eine erworbene Ortung „einfach“ nur einschalten und nutzen möchte.

Überlegungen zum Systemwechsel

Als sich im Jahr 2023 abzeichnete, dass sich Tracker auf seine finnische Homebase zurückziehen würde und der bis dato so herausragende deutsche Support durch AduroJagd, Konny Kreitmair und später dann Benny Bube zumindest nur noch deutlich eingeschränkt zur Verfügung stehen würde, reiften bei mir die Überlegungen zu einem Systemwechsel. Die Kosten stiegen immer weiter und es kam bei diesem Mobilfunk-basierten System trotz MultiSim immer mal wieder zu Netzabrissen.

So wurde probehalber ein Garmin Alpha System angeschafft. Dieses, ausschließlich im Direktfunk arbeitende System, war im näheren Einsatzbereich durchaus zufriedenstellend, jedoch gab es Probleme auf größeren militärischen Liegenschaften und vor allem, wenn sehr viele Hundeführer mit Garmin-Geräten im Einsatz waren.

Der Umstieg auf das Aduro LocIt System

In genau dieser Zeit lernte ich Benny Bube näher kennen, und er offerierte mir, sein selbst entwickeltes Ortungssystem ausgiebig auf Herz und Nieren im Echtbetrieb zu testen.

So starteten wir, nach kurzer Einweisung und Einrichtung der zwei Halsbänder und des Handgeräts, in die Saison 2024.

Erster Eindruck

Das Handgerät ist mit einer orangen, abnehmbaren, gut griffigen Gummihülle passgenau überzogen. Es ist ein schwarzes, aus Hartkunststoff gefertigtes, recht grob wirkendes Mobilfunkgerät mit einer abnehmbaren und flexiblen Antenne.

Die Halsbänder sehen aus wie eine Kombination aus dem Garmin-Halsband (flacher viereckiger GPS-Sender) und dem Tracker-Artemis Mobilfunk-Modul (in etwa 3 Streichholz-Schachteln groß). Diese Module sind zusammen mit einer langen Antenne auf einem orangen Kunststoff-Halsband montiert, welches auch nach 2 Jahren noch keine Abnutzungserscheinungen oder gar Schäden zeigt.

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass es mindestens einen weiteren deutschen Anbieter sowie diverse asiatische „Billiganbieter“ gibt, die ein äußerlich nahezu identisches Bundle anbieten. Doch Achtung, es kommt auf die verbaute und programmierte Technik an! Hier präsentiert sich das Aduro LocIt Hundeortungssystem als eigene Entwicklung.

Das Einschalten und Verbinden der Geräte funktioniert dank der mitgelieferten Kurzanleitung reibungslos und einfach. Für technisch Unterbelichtete wie mich und um die weiteren Features kennenzulernen, hat Benny hierzu kurze Erklärvideos auf seinem YouTube-Kanal eingestellt.

Sollte es dennoch einmal zu Schwierigkeiten kommen, habe ich ihn immer als technischen Support kontaktieren können und stets Hilfestellung erfahren.

Karten und Datenmanagement

Wie beim Tracker-System bietet es sich an, Zuhause bei bestehenden WLAN-Verbindungen die Karten der Einsatzgebiete herunterzuladen. Dieses geschieht automatisch. Wer neben der voreingestellten Topo-Karte Luftbilder bevorzugt, kann auch diese hinzuladen. Hier ist man jedoch bezüglich der Größe der Kacheln (Maßstab und Fläche) begrenzt und muss diese händisch auf die zusätzliche MicroSD-Karte laden.

Sollte man die Karten nicht vorab geladen haben, lädt das Gerät diese dann vor Ort bei bestehender Mobilfunkverbindung herunter. Hierbei fallen natürlich Kosten der MultiSim an. Das Gerät fragt jedes Mal, ob das Herunterladen via MultiSim ausgeführt werden soll. Ich empfehle, ein solides Basisguthaben auf die MultiSim zu laden (das beruhigt mich ungemein) und bei jedem Einsatz als Backup eine Hotspot-Verbindung mit dem eigenen Smartphone einzurichten. Hier hat man in der Regel deutlich größere Datenmengen zu deutlich geringeren Kosten zur Verfügung.

Bedienung und Funktionen

Die Bedienung des Handgeräts erfolgt intuitiv und (ich darf das sagen…) idiotensicher! Über einen großen Button wechselt man zwischen der Kompass-Darstellung und der Kartendarstellung. Die Hunde werden in der Fußzeile angezeigt.

Benny, der Entwickler dieses Systems, hat sich im Jahr 2024 an verschiedene Anwender (Meuteführer, Schweißhundführer, Standschnaller mit Stöberhunden, Kadaversuchhundteams) gewandt und um ehrliche Meinungen zur Anwendung im Echtbetrieb gebeten.

Aus diesem Feedback heraus hat er entsprechende Veränderungen und Modifikationen vorgenommen, „Kinderkrankheiten“ abgestellt und an einer kontinuierlichen Verbesserung seines Systems gearbeitet. Das kann ich als „Anwender der ersten Stunde“ nicht oft genug positiv erwähnen. Benny arbeitet weiterhin an Verbesserungen und zusätzlichen Funktionen und hat mit seinem LocIt-Hundeortungssystem ein für mich und meinen Bedarf perfektes System entwickelt, auf welches ich mich verlassen kann.

So weit möglich erfolgt die Ortung der Hunde über Direktfunk (erkennbar an der Balkenfarbe in der Fußzeile des jeweiligen Hundes). Erst wenn diese Verbindung abreißt, erfolgt der automatische Wechsel hin zur mobilfunkbasierten GPS-Ortung. Die Anzeige „warnt“, sollte der Hund insgesamt aus der Ortung auszusteigen drohen.

Der letzte Ortungspunkt bleibt angezeigt, sodass man im Fall des Falles in diese Richtung fährt und dann, spätestens mit Erreichen der Direktfunk-Verbindung, wieder Kontakt zu seinem Vierbeiner bekommt. Der Fährtenverlauf wird mir als farbige Linie je Hund auf der Karte angezeigt.

Die Sichtbarmachung der Bellanzeige funktioniert bei meinen (spurlauten) Hunden immer besser, aber noch nicht perfekt. Die Lage des Bellsensors am Halsband meiner kurzläufigen Hunde sorgt noch für „Störungen“. Ich bin mir jedoch sicher, dass Benny auch hieran weiterarbeitet.

Es gibt etliche zusätzliche Anwendungen, wie z.B. einen virtuellen Zaun, bei dem man eine Warnung erhält, wenn sich der Hund diesem nähert. Sehr hilfreich, z.B. bei Jagden in Straßennähe. Dass man die Symbole, Farben etc. frei wählen kann, ist ebenfalls sinnvoller Standard.

Über eine Datumsauswahl ist die nachträgliche Darstellung der Fährtenarbeit in einem ausgewählten Zeitrahmen möglich, sodass man die Arbeit der Hunde im Nachhinein noch einmal nachvollziehen und z.B. interessierten Jagdleitern präsentieren kann (Stichwort Leistungskontrolle).

Fazit

Dank der Kombination dieser verschiedenen Ortungsmöglichkeiten konnte ich meine Hunde in dieser Saison stets nahezu lückenlos „überwachen“ und begleiten. So es einmal brenzlig wurde, die Jagd in Richtung einer Straße ging oder sich in Standlaut wandelte, war ich schnell zur Stelle und wurde dank der detaillierten Karteninformationen sicher zu meinen Hunden „geleitet“.

Bis heute kam es zu keinem längeren Netzabriss, sodass ich dem Schnallen der Hunde deutlich gelassener entgegensehe und der Funktionsweise sowie der permanenten Ortung vertraue.

Wenn sich nun noch mehr Hundeführer zur Verwendung des LocIt-Hundeortungssystems entschließen, kommen wir schnell an den Punkt, dass, ähnlich wie beim Tracker-System, eine Nutzer-Community entsteht, die die Daten der eingesetzten Hunde untereinander teilt und wir so stets Anwender haben werden, die Kontakt zu unseren Vierbeinern haben. Eine erweiterte Netzabdeckung sozusagen.

Mit Benny als „greifbarem“ Supporter, Entwickler und Hundeführer selbst habe ich zudem genau das, was ich im Ernstfall brauche: Verlässlichkeit.

Kosten

Wenn ich die Karten einmal vorab und zuhause heruntergeladen habe und auf der Jagd selbst zusätzlich einen Hotspot mit meinem Smartphone herstelle, verbrauche ich in der Regel kein Datenvolumen der MultiSim. Somit reicht das hier geparkte Guthaben „auf ewig“. Es fallen keine jährlichen Lizenzgebühren an.

So relativieren sich die einmaligen Anschaffungskosten in Höhe von derzeit 1.050€ für ein Handgerät und ein Halsband.

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Find' ich gut!

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