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Federal Premium Trophy Copper 30-06, 165 grain



Hallo Geartester,

nach einem Jagdjahr mit dem RWS-Hit habe ich zur aufgehenden Bockjagd 2017 meine Waffe auf das Federal Premium Trophy Copper umgeschossen.

Schon mal vorab, es gab für den Wechsel keine gravierenden Gründe, vielmehr waren es Kleinigkeiten die mich am Hit störten und schließlich die Neugierde auf was Neues, vielleicht sogar für meine Bedürfnisse "besser" passendes.

Das fand ich am Hit nicht so gut:
- die sehr weiche (weil hohlgebohrte) und somit verformungsanfällige Kunststoffspitze
- die Nickelplattierung der Geschosse
- meines Erachtens sehr unterschiedliche Wirkung hinsichtlich Hämatome und Schweiß (ich weiß, ich weiß
ist sowieso immer unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig, ich führe es nur der
Vollständigkeit halber hier mit auf) ;)

Meine Vorgaben für Alternativen:
- Fabriklabos
- Präzision
- Deformatorprinzip
- möglichst Kupferlegierung (Tombak) um problemloses verwenden von günstiger Standmunition und
Jagdmunition zu ermöglichen
- Tombak bzw. Kupfer lässt sich bei Bedarf auch sehr einfach chemisch lösen (Nickel nicht)
- gute ballistische Werte
- gutes Preis/Leistungsverhältnis
- für die erste Einschätzung, möglichts positive Bewertungen in den Einschlägigen Inetforen

Folgende Munition kam da in meine engere Auswahl:

Hornady GMX, Hornady ETX, Nosler E-Tip, Federal Premium Trophy Copper

Nach eingehender Lektüre bestellte ich schließlich zwei Pakete Trophy Copper in 165 grain. Die ballistischen Daten und unterschiedlichen Geschossgewichte können auf der Herstellerseite eingesehen werden.

Erster Einduck:
Die Munition ist mittels sehr gut schützendem Kunststoffträger verpackt. Die Patronen sind qualitaiv sehr gut (keine unterschiedlichen Setztiefen, keine drehbaren Geschosse, Hülsen ohne Dellen, ....). Die Kunststoffspitzen der Geschosse sind nicht hohlgebohrt und damit weitgehend verformungsresistent.

Auf dem Schießstand:
Die Patronen lassen sich ausgezeichnet einrepetieren und angenehm schießen. Schießen sich subjektiv irgendwie weicher als die Hit (mag aber auch täuschen). Auf dem 100 Meter Schießstand lag schon nach der ersten 5er Gruppe mit anschließender Absehenkorrektur, die nächste Gruppe Loch an Loch. Sehr gut! Das passte schon mal.

In der Praxis:
Das Jagdjahr hat ja erst begonnen. Bisher konnte ich mit der Munition einen Jährlingsbock strecken. Haltepunkt Hochblatt, Entfernung ca. 40 Meter, lag im Schussknall. Einschuss kalibergroß, Ausschuss etwas mehr als 5 Markstück groß. Reichlich Schweiß am Anschuss. Zu eventueller Hämatombildung bei dem Stück kann ich nichts sagen, da ich es nicht selbst aus der Decke geschlagen habe.
Bis jetzt bin ich sehr zurieden mit der Munition. Erfüllt alle von mir gesetzten Anforderungen. Für mich eine echte Alternative zu Barnes Hit und Co. . :))



Testbericht folgen
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von Oberjäger

...und Nickel-Hülsen, seeeeeehr schön....

picture verfasst
von Försti

Ich war immer so verliebt in die Hüsen der RWS Silver Selection. Nur waren die nie bezahlbar. Ich schau mir das mal an, was Federal bietet. Die hatte ich nie so auf dem Schirm.

picture verfasst
von Totto

In der Tat, die Federal sind in teutschen Landen nicht gerade bekannt. Viele schießen halt klassisch RWS und Barnes. Wenn man etwas über den Tellerand schaut, bekommt man sehr gut gemachte Munition, sogar noch mit vernickelten Hülsen, in einem sehr guten P/L Verhältnis.

Und sie fliegen aus meiner Sauer 101 sehr sehr präzise.

Man kann sie sogar bei Frank und Monika bestellen, aber arms24 führt sie günstiger.

Und nein, es wird oft als Geschoßmaterial Kupfer-Alu Legierung angeführt. Hier handelt es sich schlicht weg um einen Übersetzungsfehler. Copper Alloy bedeutet KupferLegierung. (hier Tombak).

picture verfasst
von LynxHunter

Rückschlüsse auf die Wirkung des Geschosses aus einem erlegten Stück Rehwild zu ziehen ist schon ziemlich gewagt.

Dieser Kommentar wurde zuletzt geändert.
picture verfasst
von Totto

Hallo LynxHunter,

wie du in meinem Post liest, ziehe ich auch keine abschließende Bilanz hinsichtlich Wildwirkung. Deshalb auch die einschränkenden Worte in Fettdruck: "Bis jetzt bin ich sehr zurieden mit der Munition. Erfüllt alle von mir gesetzten Anforderungen. Für mich eine echte Alternative zu Barnes Hit und Co. . :))"

Nich immer sofort drauf hauen! ;)

Denke wenn schon eine Erlegung mit dem Geschoss stattgefunden hat, sollte ich auch berichten!

Dieser Kommentar wurde zuletzt geändert.
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von Donaujaga

Hallo Toto, sehr gute Wahl. Habe gerade ein déjà vu, aus fast der selben Motivation heraus habe ich mich vor 2 Jahren auch für Federal Trophy Copper 165gr. in .30-06 entschieden. Vorher schoss ich Blaser CDC und war mit der Wirkweise auch hochzufrieden, nur die schon angesprochene Wechselbarkeit zur günstigen Trainingsmuni war ohne Zwischenreinigung nicht möglich (es gab immer eine Treffpunktverlagerung, welche erst nach chem. Reinigung und 5 Schuss wieder weg war). Nach nun mehr 4 verschossenen Päckchen bin ich nach wie vor sehr zufrieden und habe mich für die nächsten Jahre eingedeckt. Für mich gibt es nichts Besseres. Die Strecke ist ca. 70% Sau und 30% Reh. Ausschuss ist keine Frage, und die Fluchtstrecken sind auch sehr gering. Präzision ist unerreicht. Wildbretentwertung ist Deformatortypisch auch gering. Die S&B TLM 180gr. aus der Schüttpackung schiesst aus meiner Blaser R8 genau 4cm tiefer.

picture verfasst
von Totto

Hallo Donaujaga,
deine Erfahrungen lesen sich ja vielversprechend. Schade, hätte ich die Federal schon eher auf dem Schirm gehabt, wäre ich im Praxistest schon nen Jahr weiter (2016 Bleibverbot NRW).

picture verfasst
von Uzas81

Moin!
Ich schiesse die Munition jetzt im zweiten Jagdjahr!
Meine Erfahrung ist, das bei Knochentreffern genug Energie im Stück bleibt um es in Sichtweite zu bannen. Ich verwende die Mun als Hundeführer auch auf DJ. Dort kann ich nur sagen, reicht die Augenblicksweirkung oftmals nicht aus um das Stück in Sichtweite zu bannen.
Von der Präzision kann ich das nur bestätigen!

picture verfasst
von Totto

Moin Uzas81,

wenn hohe Augenblickswirkung auf DJ gefragt ist, geht wohl nix über einen Zerleger (z. B. Geco Zero). Der Deformator braucht Widerstand (z. B. Knochen) um seine Energie abzugeben. Das war bei dem RWS Hit genauso.

Beim Ansitz an der Wiese habe ich da kein Problem, habe dann genug Zeit aufs Blatt anzuhalten.

picture verfasst
von Ricardo4866

Hallo Toto,

ich habe schon mehrfach gelesen das Federal beim Trophy Copper einfach ein Barnes Geschoss verlädt. Grundsätzlich ist das natürlich nicht relevant, allerdings handelt es sich beim Barnes Geschoss um ein "reines" Kupfergeschoss. Beim Trophy Copper ist immer von Tombak die rede, das bedeutet es kann nicht das selbe Geschoss sein.

Gibt es hier genaue Daten zum Geschossmaterial oder Infos zur Fertigung der Munition ?

picture verfasst
von Totto

Federal verlädt auch Nosler!

Das Trophy Cooper ist kein Barnes. Es handelt sich laut Federal um eine Kupferlegierung (Copper Alloy). Barnes legt besonderen Wert darauf, dass ihre Geschosse aus Reinkupfer sind.

Auf der Linkseite findet man ein Übersicht der Geschossmaterialien und der Kombimöglichkeiten:

ballistik-workshop.de/faq-...

Dieser Kommentar wurde zuletzt geändert.
picture verfasst
von mittfield_outdoors

Habe sie auch in .30-06 geführt und nach einem dreiviertel Jahr abgesetzt. Minimale Unterschiede in den Setztiefen, die Kunststoffspitzen verformen sich in der Jackentasche, beim Aus- und Einrepetieren, usw., und ich hatte sehr schlechte Wirkung auf stärkeres Schwarzwild. Ein Keiler mit Kammerschuss ging 350m ohne sichtbaren Nachweis von Schweiß, Ausschuss kalibergroß. Mit der Wirkung auf Rehwild war ich dagegen sehr positiv überrascht.

picture verfasst
von Totto

Hallo Archaios,

so macht jeder seine eigenen, oft sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit Munition. Da es meine ersten beiden Schachteln Federal waren, habe ich alle 40 Patronen mit dem Meßschieber auf unterschiedliche Setztiefen kontrolliert (die Mühe mache ich mir natürlich nicht immer), hier konnte ich keine Abweichungen feststellen. Repetieren ließen sich alle Patronen (12 Stück bisher verschossen, plus immer wiederkehrendes laden/entladen zum Ansitz) ausgezeichnet. Vielleichts ist es ja auch ein waffenbedingtes Phänomen.
Die Kunststoffspitzen sehen noch aus wie am ersten Tag.

Wenn sich bei dir Kunststoffspitzen der Federal verformen, möchte ich nicht wissen was du zu den Hohlspitzen beim Hit schreiben würdest.

Was für Munition schießt du denn jetzt?

Wh

Totto

picture verfasst
von mittfield_outdoors

Servus @Totto,

klar, natürlich ist das eine persönliche Sache und ich denke auch, dass sich seit 1,5 Jahren die Qualität (Setztiefen, etc. ) verbessert haben könnte. Die Wirkung auf starkes Wild ist dagegen schon objektiv bewertbar. Ich schreibe mir immer Wildart, Schussentfernung, Treffersitz, Fluchtdistanz und Wildbretentwertung auf. Irgendwann erkennt man da schon ein Muster.

Obwohl ich immer ein Freund von Deformatoren war, bin ich jetzt bei Geco Zero gelandet und bin bisher schlichtweg begeistert. Werde aber am Ende des JJ einen ausführlichen Test darüber verfassen. Unter 50 Stück Wild möchte ich mal noch keine Meinung abgeben.

picture verfasst
von Totto

@Archaios

Schieße die Zero in 7x64, zu meiner vollsten Zufriedenheit. Hab zur Zero in 7x64 ja nen Bericht geschrieben. Die Augenblickswirkung ist zerlegertypisch, im wahrsten Sinne "umwerfend". Aber Aussagen zur Wirkung auf starkes Schwarz- oder Rotwild kann ich mangels Erfahrung nicht beitragen. Objektiv eine sehr empfehlenswerte Rehwildpatrone.
Aus meiner anderen Büchse in 30-06 wollte die Zero aber einfach nicht fliegen. Hit, Evo green und Federal aber doch.

Mein bisheriges Fazit zu Deformator oder Zerleger:
Fairerweise muss man attestieren das Deformatoren halt ein ganz anderes Wirkprinzip im Vergleich zu Zerlegern haben. Das sollte man dann auch beim Haltepunkt berücksichtigen, dann klappt es auch mit beiden! Zumindest bei Rehwild, Überläufern und geringem Rotwild.

Dieser Kommentar wurde zuletzt geändert.
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