Klassische Repetierbüchse 9,3x64
Von Martin Lütticke am 18. November 2020

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Waidmanns Heil Geartester,

ich möchte Euch mein Projekt vorstellen. Eine Büchse für alles Wild dieser Erde. Ich suchte eine Büchse mit Geschichte und Universalkaliber. Meine Wahl viel auf eine Mauser 98, Model. 1908 im Kaliber 9,3x64.

Das 98er System ist laut DEVA das sicherste und zuverlässigste System der Welt. Das Kaliber 9,3x64  ist eine der erfolgsreichten Brenneke-Entwicklungen und hat Eingang in nahezu alle Hochwild und Großwildgebiete gefunden. Sie liegt praktisch im gleichen Leistungsbereich wie die .375 Holland & Holland. Mit der entsprechenden Laborierung kann man aus der Patrone 6200 Joule generieren, aber auch Abbruchladungen die in den Bereich der 9,3x62 und der 9,3x74R  hinunterreichen Laden.

Eine historische Mauser Büchse und das besondere Kaliber passen natürlich für eine Custom Büchse sehr gut zusammen. Mir war klar, bei dem geringen Angebot an Werkslaborierungen ist der Wiederladerschein ein muß.

Ich fand eine klassische Safaribüchse mit 98er System bei EGun. Der Münchener Büchsenmacher Karl Roth von der Waffenstube Thalkirchen, hat das Mauser Model 1908 gefertigt in Brünn, überarbeitet und mit einem Lothar Walter Lauf ausgestattet und die Büchse gebaut. Ich konnte die Linksgeschäftete Büchse ersteigen (bin Linksschütze aber Rechtshänder). Nachdem ich bei der DEVA den Wiederladerschein gemacht  und meine Ausrüstung zugeleg, ging es an die Büchse. 

Folgende Umbauten hat mein BÜMA durchgeführt:

Schaftkappe, Recknagel Abzug, Rechnagel Schiebesicherung, Laufkürzung auf 60 cm, Fluchtvisierung, Magnum Mauser Kammerstängel.

Brünierung erneuert, Zielfernglas Swarovski 25-15x44 BRX-I Absehen, Schwenkmontage

Jetzt ist mein Klassiker  fertig, ich lade Barnes TTSX Geschosse mit 250GR und freue mich, diese schöne Büchse einsetzen zu können.

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Kommentare

Hunting Photographer

Cooles Projekt, danke für den Bericht.

Deutscher Jagdblog

Schöner Bericht! Die Waffe finde ich sehr interessant, hast Du über die Anbringung einer Mündungsbremse/ Schalldämpfer nachgedacht?

Martin Lütticke

Hallo, ich finde auf eine klassische Büchse passt kein Schaldämpfer oder eine Mündungsbremse, (Ästhetik). Ich schieße ohnehin alle meine Waffen mit Gehörschutz..
Gruß ML

Dieter Ernst

Ein 98er ist ein sehr gutes und zu oft unterschätztes System mit Vorteilen: Kein Verlust des Magazins, 5 Schuß, günstig zu haben, sicher zu repetieren, solange die Patronenbodenkonfiguration der 8x57 ähnelt bzw. keine Gürtelhülse zur Anwendung kommt

Warum werden bei Magnumpatronen, zu denen auch die 9,3x64 zählt, immer die Läufe gekürzt?! Schaut vielleicht gut aus, bringt der Werkstatt viel Geld, aber hat viele Nachteile.
Mein Eindruck ist, diese Patronen werden zumeist nicht richtig verstanden: Progressive Pulver benötigen lange Läufe, außer es wird ein erhöhter Mündungsknall, ein stärker Rückstoß, eine verminderte Leistung und für Hund und Schützen ein Tinnitus gewünscht.
Für gekürzte Läufe gibt es eine 9,3x62, geladen z. B. mit R902, die dann immer noch gut kickt und ggf. auf die Leistung einer 9,3x57 heruntergeladen werden kann, mit der immer noch jede Sau umgehend gebremst werden kann.

Martin Lütticke

Die 9,3x64 ist keine Magnumpatrone im engeren Sinn (übergroßer Pulverraum, relativ kleiner Geschoßdurchmesser und eher geringe Geschoßmasse) Betrachtet man das Öffnungsverhältnis im Vergleich, sieht man, daß sie noch offener ist, als beispielsweise die 8x57 IS oder die .308 W. Auch die Pulversäule ist noch nicht so hoch (kaum höher als bei der Stutzenpatrone 9,3x62), wie bei den klassischen Magnums. Mit R903 und 16 g Geschossen reichen 60 cm Läufe, was Rückstoß, Leistung und Lärmbelastung betrifft völlig aus. Nach dem Motto so lang wie nötig, so kurz wie möglich.

Dieter Ernst

Ich will keine unnötige Kaliberdiskussion beginnen, aber noch einmal den Begriff „Magnum Patrone“ in Verbindung mit der 9,3x64 aufgreifen:
Wenn die Menge des verwendeten Pulvers verschiedener Patronen unter dem Marketingbegriff Magnum mit der 9,3x64 ( z. B. Geschoss 18,5g / R 904 75 grs) verglichen werden, finde ich bei den nachfolgenden Kalibern im RWS-Buch für übliche Ladungen folgende Werte:
375 H&H Geschoss 19,5 g / R 904 74 grs, 458 Win Mag Geschoss 22,7 g / R 901 70 grs,
338 Win Mag Geschoss 17,8 g/ R 904 66,4 grs und 300 Win Mag Geschoss 11,7 g / R 904 72 grs
(Alle Werte ohne Gewähr! Alle Kaliber bereits selbst geschossen.)
Man sieht die 9,3x64 findet sich in einen illustren Gesellschaft.
Meiner Meinung nach definiert sich eine Magnum nicht über einen Gürtel oder über die geschäftsfördernde Werbung, sondern danach, was die Patrone nach vorne und aber auch nach hinten austeilt.
Dies gilt sogar für die gute, alte 9,3x62 bei kurzem Lauf oder schlechtem Schaft!
Nicht umsonst gibt es jede Menge gebrauchter Waffen, auffallend häufig mit relativ kurzen Läufen, die nach mehreren Backpfeifen oder „Magnum Kisses“ von den leidgeprüften bisherigen Besitzern als kaum gebraucht / kaum geführt /neuwertige Schrankwaffe, etc., als günstiges „Schnäppchen“ angepriesen und veräußert werden.
Mehr möchte ich und werde ich dazu nicht mehr sagen!

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