Die neue .17 Hornet im K&S Einstecklauf
Von Dreiviertelmond am 14. August 2014

Hallo zusammen!

Schon einige Jahre stand er stets etwas vernachlässigt in meinem Waffenschrank: der gute alte Drilling von Wolf Suhl.

Damals zum Spottpreis aus einem Nachlass erworben und mit Glas und Montage versehen (er war nie geführt und nie montiert worden) kam er zwar einige Male mit ins Revier, jedoch wurden die Gelegenheiten seltener und seltener. Die Kaliber-Kombi .30-06 und 12/70 war zwar für meine jagdlichen Möglichkeiten mit viel Schwarzwild gut geeignet, aber wenn ich ehrlich zu mir war brauchte ich die Schrotläufe so gut wie nie. Daher wurde der Drilling mehr und mehr durch meine verschiedenen Repetierer verdrüngt und höchstens einmal zum winterlichen Fuchsansitz mitgenommen. Und selbst da schoss ich die meisten Füchse dann doch mit der Kugel.

Was fehlte, war ganz klar: ein Einstecklauf! Denn Füchse jage ich leidenschaftlich gerne. Allerdings konnte ich nur selten mal einen Balg verwerten, da ich ansonsten ausschließlich mit Hochwildkalibern auf sie jagte.

Also musste ein Einstecklauf für den Drilling her. Beim Gedanken, nun beim Sauansitz mit deutlich leiserem Knall ohne schlechtes Gewissen, Füchse schießen zu können, steigerte die Vorfreude auf die Wintersaison enorm! Und auf Krähen und Raubzeug wäre so eine kleine Kugel auch was Feines.

Da meine Waffe noch ein klassischer Suhler Drilling alter Bauart mit Greener-Riegel und doppelter Laufhaken-Verriegelung ist, schieden alle Rehwild-tauglichen Kaliber leider aus. Also blieb eigentlich nur die gute .22 Hornet, oder?

Genau zu diesem Zeitpunkt im letzten Sommer las ich zum ersten Mal über die brandneue .17 Hornet. Je mehr ich recherchierte, umso begeisterter war ich. Umwerfende Wirkung auf Raubwild mit dem 20 grain V-Max Geschoss in der (damals einzigen verfügbaren) Superformance Laborierung von Hornady, extrem gestreckte Flugbahn bei einer V0 von 3.650 fps. (über 1.100 m/sec) und null Rückstoß bei relativ leisem Knall.

Ein kurzer Besuch beim Büchsenmacher und die Idee wurde in die Tat umgesetzt. Ein mündungslanger Einstecklauf von K&S im Kaliber .17 Hornet wurde bestellt und direkt bei Keller & Simman in meinen Drilling eingebaut. Etwas Verzögerung ergab sich leider dadruch, dass Hornady Lieferprobleme mit der neuen Munition hatte und die Nachfrage in der USA ebenfalls enorm war. Als dann jedoch endlich Munition verfügbar war, konnte es los gehen.

Das Einschießen gelang problemlos und die Hornet schoss hervorrand mit der großen Kugel zusammen. Also raus ins Revier!!!

Der Fuchs kam leider nicht an diesem Septembermorgen. Aber Krähen waren im Revier und hatten noch keine Feder gekrümmt bekommen in diesem Jagdjahr. Das sollte sich jetzt ändern. Da saß auch schon eine auf einem kleinen Misthaufen. Raus aus dem Auto und auf dem Dach aufgelegt. Die Krähe hält auf ca. 90m aus und kippt im peitschenden Knall der .17er einfach um. Ein gelungener Start! Und als am gleichen Morgen noch eine Krähe auf gute 130m im Knall liegt, bin ich schon begeistert von dem Patrönchen.

Um es kurz zu machen: ich schoss mit der .17 Hornet seitdem natürlich auch einige Füchse. Die Wirkung der Partone mit dem V-Max Geschoss ist einfach top! Alle Füchse lagen zunächst am Anschuss. Lediglich zwei rappelten sich noch einmal auf um dann nach max 10 Metern zu verenden. Davon hatte eine starke Fähe einen sehr schlechten Treffer direkt vor den Keulen im Gescheide. Sie schnütte flott im mondlicht über eine weide, verhoffte auf mein Mäuseln und zog genau in der Sekunde wieder an, als ich den Finger krümmte. Ich rechnete aufrund des schlechten Abkommens und des dumpfen Kugelschlages mit einer üblen Nachsuche, doch die Fähe lag wie gesagt im Feuer, um sich nochmal zu berappeln und dann 10 Meter vom Anschuss zu verenden. Seit diesem Erlebnis weiß ich um die enorme Schockwirkung des Varmint-Geschosses und vertraue der Patrone fast blind!

Auch auf größere Distanzen zeigte sie sich von der besten seite. Ein Jungfuchs im Juni diesen jahren lag auf gelaserte 158m wieder mal im Feuer. Natürlich sollte es nicht zu windig sein, wenn man mit diesem 1,1 Gramm Geschoss auf solche Distanzen schießt.

Also für alle, die an diesem Kaliber interessiert sind, kann ich zusammen fassen: sie macht einfach nur riesig Spaß zu schießen und hat mich bislang in ihrem Haupt-Einsatzgebiet au Füchse und Raubzeug voll überzeugt!

Waidmannsheil

Kommentare

Siegfried Pieper

Super Beitrag!! Ich bin auch ein größer Fan der .17er auch wenn ich persönlich bei der .17 FIREBALL hängen geblieben bin. Einziges Problem: Wie geschildert knallen die Hornet wie auch die FIREBALL unverschämt laut!! Gehörschutz auf ist Pflicht!

Minos Dobat

Lieber Christian. Vielen Dank für den schönen Beitrag! Wie sieht es aus mit der Balgverwertung - gerade bei nahen Schüssen? Hattest Du Ausschuss - und wie Gross ca.? WH, Andres

Constantin_W

Ich nutze ebenfalls den Einstecklauf und die .17 Hornet. Ich finde, man sollte noch erwähnen, dass die Munition leider noch sehr teuer ist im Vergleich zu .22 Hornet oder lfb, etc. Trotzdem würde ich sie immer wieder kaufen!
@minos: die Ballverwertung ist top. Ich schieße ebenfalls das GMX, was sich komplett im Körper zerlegt. Bei Winterfüchsen großteils ohne Ausschuss, aber stets am Platz bindend. WMH, Constantin

Oliver

Hallo Dreiviertelmond, wie sind Deine Erfahrungen mit dem NTX auf Krähen und vor allem auf Fuchs?! Vielen Dank im Voraus. Gruß, Oliver

Dreiviertelmond

Hallo Oliver! Zum NTX kann ich leider nichts sagen, da ich es noch nicht geschossen habe. Ich schieße seit Beginn ausschließlich das V-MAX Geschoss und bin sehr zufrieden damit. Auf Krähen sehr explosiv, aber auf Füchse genial. Blitzartige Wirkung und meist kein Ausschuss. Also top verwertbare Bälge.

Christian Süß

Danke für den tollen Bericht! Bist du mit der Wirkung auf Dachse zufrieden?

Dreiviertelmond

Sehr gerne! Bisher habe ich nur zwei Dachse erlegt und da war die Wirkung sehr gut, allerdings waren es Schüsse auf ganz kurze Distanz und auf Kopf und Wirbelsäule.
Jedoch konnte ich im laufenden Jahr eine sehr ansehnliche Zahl Marderhunde erlegen. Die zeigten sich deutlich zäher als Füchse und lagen bei besten Treffern auf und hinters Blatt fast nie im Knall, aber nach maximal 5-10 Metern. Also ich bin immer noch begeistert!

DonCremoso

Wie sieht die Wirkung auf Hasen und Kanin aus? Kann diese dann noch kulinarisch verwerten?

Constantin_W

Ich kann mal ein Bild von einem Kopftreffer auf einen Hasen hochladen. Leider sieht das sehr unappetitlich aus, weshalb ich das ungerne unter die Momente setzen würde :-( Auf jeden Fall ist die Kugel ziemlich zerstörerisch wenn sie auf Knochen trifft und als Zerleger auch etwas großräumig

Dreiviertelmond

Wie immer entscheidet hier der Treffersitz! ;-)
Übrigens kam kürzlich neben Füchsen und Enoks noch ein weiterer starker Dachs mit Kammertreffer zur Strecke. Lag am Platz.

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