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S&B exergy .308 Win. - Dort wo sich die Geister scheiden

Die S&B exergy ist, wie vieles von S&B eine günstige Alternative zu teurer Jagdmunition.
Im Bleifreisegment sind die 49€/20Stk. ein guter Preis und bisher das günstigste was ich finden konnte.

Jedoch geht es nicht nur um den Preis der mich zu diese Patrone bewegt hat.
Bisher schoss ich die Honrady SPFI (GMX Geschoss) aus meiner Sako 85 in Stainless mit 51cm Lauf.
Doch leider war die Präzision mehr als unzufriedenstellend.
Streukreise von bis zu 8cm auf 100m waren keine Seltenheit.

Also probierte ich es einmal mit der S&B. Warum? Der Waffenshop hatte es da. Also warum auch nicht.
Ergebnis auf dem Schießstand: Ein Traum.
Nachdem die ersten 3 Schuss nach der Honrnady merklich nach rechts wanderten lagen die weiter 3 Schuss wunderschön im Streukreis von 2cm.
Dazu sei gesagt das mit einem 1-6x24 Glas geschossen wird.
Der Leuchpunkt deckt hier rund 4x4cm ab.
Unter diesen Bedingungen also hoch zufriedenstellend.

Glücklich über das Ergebnis ging es also mit der Patrone auf die Jagd.

Meine Typischen Jagdsituationen sind hier folgende:
Waldjagd. Schussentfernung seltenst bis an die 80m. Normalerweise im Bereich 5-30m.
Bejagd wird Reh und Schwarzwild. Bisher wurde jedoch nur Rehwild mit der exergy geschossen.

Jetzt also zur Wirkung.
Hier kann man beim großen F in den Kundenbewertungen sehr viel lesen.
Die einen sind hochbegeistert von der Patrone, alles liegt sofort, und Wildbretentwertung gibt es quasi nicht.
Die anderen sind total unzufrieden und berichten von langen Fluchten.
Was stimmt jetzt also !?

Problem solcher Bewertungen ist, das meist die Rahmeninfos fehlen. Zwar geht es immer um die .308. Das ist gut. Denn kalieber machen hier schon viel aus.
Aber wie weit wird geschossen ?
Wird aufs, oder hinters Blatt geschossen ?
Kommt das Wild vertraut oder verhofft auf einer DJ nur kurz ?

Alles Fragen die die Reaktion des Wildes beeinflussen, und damit subjektiv eine andere Wirkung der Patrone hervorrufen.

Was sind also meine Erfahrungen:

1. Reh mit der exergy
Geiß Kitz kombination kommt angewechselt. Das Kitz mit aufgebrochen 7kg wird beschossen (ca 35m).
Keinerlei Reaktion! Der Kitz springt ab, verhofft nach 5m erneut und liegt mit dem 2. Schuss im Feuer.

Was war hier los?
Zum 1. Anschuss. NICHTS!!! kein Schnitthar, kein Schweis, nichts.
Der ungefähren Fluchtrichtung gefolgt, nach ein paar Schitten minimaler Lungenschweis. Der auch nicht mehr wird.
Am 2. Anschuss deutlich Schweiß und Schnitthar und auch das Kitz.

Beim Aufbrechen wird klar. Der erste Schuss ging zwischen den Rippen rein und auch weider raus. Das Geschoss hat wohl kaum bis garnicht reagiert.
Beim 2. Schuss ging die Kugel auf die Rippe. Der Ausschuss ist der selbe wie beim 1. Schuss.
Mehrere Rippen sind beim Ausschuss gebrochen.


Oben der erste Schuss zwischen den Rippen druch.

Für das erste Stück, sehr unzufiredenstellen !

Ein Jagdkolege hatte im Jahr vor mir im selben Revier ebenfalls mit der .308 exergy gut 20 Rehe geschossen.
Bei ihm lagen alle im Feuer.
Also ließ ich die Hoffnung noch nicht fallen.

2. Reh mit der exergy
Ein Bock kommt auf ca 5m aus der Dickung (13kg Aufgebrochen). Wird beschossen. Zeichnet gut und rennt in den Busch zurück. Ich höre wie er nach einigen Metern zusammenbricht.
Am Anschuss Schweiß und Schnitthar, jedoch weniger als von der GMX gewohnt.
Diese zerlegt aber zugegebenerweise die Rehe auch gewaltig.

Die Blutspur ist anfangs gut zu verfolgen, wird aber mit jedem Schritt weniger.
Wer hier einen Hund hat ist im klaren vorteil. Auch wenn es sich nur um 15m Totflucht handelte kann man in einer Dickung doch lange suchen wenn man die Blutspur nicht richtig sieht.
Mit der Entsprechenden konzetration und früherem Abbaumen bevor es völlig dunkel war konnte der Bock aber auf Anhieb gefunden werden.

Der Schuss traf hier wiederum Rippen, keine Blätter.

3. Reh mit der exergy
Im Grunde die selbe Geschichte wie bei 2
Auf 30m ein Bockkitz mit aufgebrochen 12kg. Zeichnet, geht noch 10-15m. Am anschuss jedoch gutes Schnitthar und deutlicher Leber und Lungenschweiß.
Schuss weiderum hinter den Blättern auf den Rippen.

4. Reh mit exergy
Geiß mit aufgebrochen 16kg auf 35m Entfernung.
Zeichnet, fällt auf den Rücken. Bewegt sich kein Stück mehr.
Der Schuss traf hier beide Blätter.
Am Anschuss aber wiederum wenig Schnitthar und nur 4-5 Tropfen Schweiß.

Im Grunde Zeigt sich was ich von vorn herein vermutet hatte. Schüsse hinters Blatt führen unweigerlich zu, wenn auch kurze, Fluchten.
Gerade wenn mehrer Stücke vorstehen sehr ärgerlich, da die weiteren Stücke durch das davonrasende beschossene Stück erstmal so nervörgemacht werden, dass sie zumindest einmal eineige Meter ebenfalls vollgas geben.
Liegt das Stück im Schuss ist mit dem Schalldämpfer oftmals eine Doublette möglich.

Das Ganze passt aber auch sehr gut zu den Eckdaten der Muntion.
ein 180gr schweres Geschoss aus Messing/Bronze in einer .308
Wir haben hier ein sehr schweres Geschoss für Bleifrei (Hornady SPFI 150/165grs). Das ganze verladen in der Schwästen Patrone in der .30er Reihe.
Kombiniert mit einem härteren Matreial als Tombak oder Kuper.
Dazu noch eine Aluspitze anstelle einer Polimerspitze.
Da Resultiert in einer geringen V0 so wie V100 und einem insgesammt schlechten Ansprechen, besonders wenn auchnoch kein Knochenkontakt stattfindet.

Wildbretentwertung:
Wer jedoch nur Rewild damit bejagd ist wiederum gut bedient was die Wildbretentwertung angeht.
Schießt man direkt aufs Blatt liegt das Reh. Und das wird es immer tun, wo soll es hin auf 2 Läufen?
Beim Zerwirken war ich hier jedoch mehr als begeistert.
Der Schuss hat bei der Geiß die Blätter genau am Gelenk oder kurz dahinter (auf Blatt) durchschlagen.
Ich konnte hier das Blatt auslösen und ca 2cm um den Ausschuss etwas Einblutung ausschneiden. Ansonsten war das Fleisch vom Blatt wunderbar zu verwenden.
Zwar ist das Blatt jetzt angeschnitten. Für den Gulasch aber immernoch mehr als gut.

Das halb ausgelöste Blatt. Das Messer zeigt den Wundkanal.


Das ausgelöste Blatt. Der Wundkanal wurde Schräg angeschnitten. Es sind Knochensplitter und Schnitthar im Wundkanal zu erkennen. Unmittelbar neben dem Wundkanal ist bestes Wildbret.


Das bisher geschossene GMX ließ vom Blatt nichtsmehr übrig wenn dieses getroffen wurden. Teilweise gingen Hämatome bis in den Rücken.

Beschossener Bock mit der GMX zeigt beim Blatttreffer eine ordentliche Zerstörung beim Ausschuss.

Schweres Wild wurde bisher nocht nicht beschossen. Hier bin ich v.a. auf den Ausschus gespannt.
Auf Rehwild allerdings eine durchaus brauchbare Patrone die auch im für Rehwild verhältnissmäßig starken Kaliber .308 wenig Wildbretentwerung bringt.

Ich hoffe eucht hilft meine Erfahrung mit dem S&B etwas weiter.
Letztlich bleibt aber leider für Jeden nur der versuch was für einen am besten funktioniert.
Leider eine teure angelegenheit mit der Bleifreien Munition.

lg, Max (BCB)
Testbericht folgen
picture verfasst
von Lockjäger

Ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht aber bei 7x57R. Guter Bericht.

picture verfasst
von JayEll

Meine Erfahrungen mit der Xergy beziehen sich auf die 7x64 hier kann ich nur positives berichten. Sicherlich, eine kurze bis mittlere Totflucht ist jederzeit drin. Dies verwundert bzw. irritiert mich jedoch überhaupt nicht, da abhängig von der jeweiligen Treffpunktlage, der Zerstörungswucht des Geschosses die Wirkung mal mehr oder minder gravierend ausfallen kann. Meine Erklärung für kurze / mittlere Totfluchten ist zudem die, dass die "Pumpe" (das Herz bzw. auch die Lungen) bei entsprechenden Treffern so lange weiterarbeiten, bis Füllstand leer erreicht ist.

Bislang habe ich mit der Xergy 7 Stück Wild (6x Reh, 1x Fuchs) erlegt. Nur bei bislang zwei Stücken Rehwild hatte ich kurze Totfluchten von 15-30 Mtr. stets mit ausreichendem, gut sichtbarem Anschuss und einer Schweißspur a la Gießkanne. Einschuss oftmals nur schwer zu erkennen, Ausschuß in der Regel um die 2 EUR groß.

Somit für mich eine gute Jagdpatrone.

JL

picture verfasst
von Oberjäger

Ich schließe mich hier @JayEll an! Ich habe gleiche praktischen Erfahrungen gemacht und halte die gegebenen Fluchten für vertretbar, bei dem harten Geschoss...

Glückwunsch zum tollen Beitrag @BushcraftBear

picture verfasst
von Team Nordschleswig

Sehr guter Beitrag! Danke dafür! Freuen uns auf noch mehr Erfahrungen...
Grüße Jagd-Team Nordschleswig

picture verfasst
von Willi@hunt

Schießt du vom Ansitz/in der Dämmerung auch mit dem 1-6×24?
Sehr guter Bericht, Waidmannsheil und weiter so

picture verfasst
von BushcraftBear

@Willi@hunt Ich jage momentan auch mit dem 1-6x24 vom Ansitz. Von der Vergrößerung völlig ausreichend im Wald. Für Rehwild wars bisher auch ausreichend. Habe noch keins wegen Dunkelheit nicht schießen können. Aber baume meist auch ab wenn ich durchs Glas nichtsmehr sehe.

Ein x56 Glas ist lichtstärker. Mit Sicherheit und die ein oder andere Minute ist sicher noch drinne. Ob sich der mehrpreis für ein 2. Glas lohnt ?!
Ich zweifle selbst am Kauf eines Ansitzglases....ich kann dir also keine befriedigende Antwort geben :)

Es sei aber gesagt. Schee + Vollmond ist auch im Wald wie wenn einer das Licht angeschaltet hat.

lg, Max (BCB)

picture verfasst
von Deerstalker

Du meinst mit "Blut" sicher Schweiß oder? ;)

Also der Ausschuss sieht - wenn auch direkt auf dem Blatt - schon extrem aus. Ich schieße auch eine .308 und muss sagen solch immensen Ausschuss habe ich noch nicht gehabt.

Ich muss aber noch anmerken: bleifrei schieße ich nicht. Bringt die bleifreie Munition grundsätzlich mehr Gewebezerstörung mit sich?

picture verfasst
von BushcraftBear

@Deerstalker

Wer nicht nur auf Blut oder Schweis achtet, was...scheiß egal ist. Die rote Suppe die da raus läuft... :)
Der bemerkt das beim unteren Bild mit dem Ausschus vom Bock (Im Bast...nein!..doch!..) die Unterschrift "Beschossener Bock mit der GMX..." steht.
Die GMX ist das Bleifreigeschoss von Hornady. Verladen in der SPFI und FullBoar.
Hat also nichs mit S&B zu tun sondern dient hier dem Verlgeich der Wildbretentwertung.

Grundsätzlich kann man zu Munition und dessen Wirkung so viel sagen wie zu Waffen. Hinten klick, vorne peng. Mehr gibts generell aber auch nicht..
Jedes Geschoss ist in der Wirkung anders. Je nach Waffe, Lauflänge, Kaliber, Wildstärke, Wildart, Treffersitz usw.
Man kann lediglich tendenzen sehen und Erfahrungen vergleich.
Da Bleifrei noch recht neu ist gibt es hier wie bei bleihaltig gute und schlechte Geschosse die gut und weniger gut wirken und zerstören. Bei Blei kauft nur keiner die schelchten Geschosse weil sie mitlerweile bekannt sind. Man muss es halt selbst probieren.

Was man aber bei einem bleifreien Deformierer mit Sicherheit nicht hat sind Splitter und Blei im Wildbret.

Aber ob da mehr oder weniger Zersörung ist....das hängt von vielen Faktoren ab...

lg, Max (BCB)

picture verfasst
von JayEll

Hier muss ich mich nochmals zu Wort melden Zitat des Vorredners:

"Was man aber bei einem bleifreien Deformieren mit Sicherheit nicht hat sind Splitter und Blei im Wildbret"

Hinsichtlich Blei kann ich zustimmen. Was das Thema Splitter im Wildbret bei bleifrei anbelangt bin ich eines besseren belehrt worden. Das zuletzt erlegte Stück hatte einen Hochblatttreffer und im Filet fand sich wider erwarten ein Geschosssplitter.... Auch hier gilt - in Anlehnung an meinen Post zu Beginn - keine Regel ohne Ausnahme. Ein Treffer auf einen Knochen und auch der Deformierer kann splittern. Sicher, nicht in dem Maße wie ein Zerlegergeschoss aber es kommt vor.... Die absolute Sicherheit gibt es - insbesondere bei der Jagd - m.E. nach nicht.

WMH!

picture verfasst
von Deerstalker

Ich sprach ja auch nicht vom S&B, sondern vom bleifreien Geschoss. Und das GMX ist ja auch bleifrei. Meine Frage bezog sich ja auf bleifreie Geschosse generell. Meine Erfahrung damit? Null, daher eine grundsätzliche Frage zu bleifrei.

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