Tuning für Funk-Wildkameras
Von Schwarzwild am 18. Juni 2018

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Hallo liebe Geartester,

hier mein erster Beitrag.

Mein Revier ist ca. 40 Minuten von zu Hause entfernt. Da ich beruflich sehr viel unterwegs bin, möchte ich gerne mit Wildkameras arbeiten, um zu wissen, wann Kirrungen angenommen sind und was im Revier los ist. Ich habe aber schlechte Erfahrungen mit Diebstahl und mit der Haltbarkeit der Kameras gemacht, wenn diese der direkten Witterung ausgesetzt sind.

Außerdem sind die Batterien ständig leer, teuer und eine Belastung für unsere geliebte Natur.

Darum habe mir für meine Funk-Wildkameras etwas einfallen lassen, sie in Nistkästen eingebaut und ca. 3,5-4m hoch in die Bäume gehängt. Ich benutze 2 Funk-Kameras von Suntec HC300 (seit ziemlich genau 2Jahren). Die kosten ca. 80-90€/Stück und eine Seissinger SpecialCam3 (seit Okt. 2017).

Um möglichst selten an die Kameras zu müssen, habe ich die Kameras mit 6Volt 12 Ah Bleigelakkus ausgerüstet (Preis ca. 12-18€). Diese Akkus halten bei den Suntec ca. 2-4 Monate (ohne zusätzliche Batterien in der Kamera), je nach Wetterlage. Die Seissinger habe ich seit dem 27.10.2017 (ca. 1000 Bilder) im Revier hängen, und es ist bis jetzt der erste Satz Batterien und der erste Akku. (läuft noch mit voller Akkuanzeige); laut Seissinger soll man immer beides verwenden.

Zwar sind die Bilder aus 4 m Höhe nicht so optimal, um Wild ansprechen zu können, aber mir geht es nur um die Bewegung im Revier.

Der Nistkasten ist so gebaut, dass man die vordere Wand, an der auch die Kamera befestigt ist, mit samt der Kamera heraus nehmen kann. Der Akku bleibt hinten an der Wand stehen und wird durch eine Leiste gehalten. Das Kabel ist circa 2 m lang, und so ist das Arbeiten auf der Leiter, um evtl. Einstellungen vorzunehmen, problemlos möglich, ohne den Akku heraus nehmen zu müssen. Die Position der Akkus ist egal. Man kann die Bleigelakkus in allen Positionen nutzen (hinstellen, hinlegen).

Was die Akkus allerdings nicht mögen, ist eine Tiefenentladung. Daher muss man auf den Ladezustand achten. Die Kameras sagen über Wochen einen Ladestatus von 100% an. In dem Moment, in dem der Status auf 99% springt, hat man je nach Menge der Fotos ca. 2-3 Tage Zeit, um den Akku zu wechseln. Ich schalte dann immer die Sendefunktion der Kamera via Internet ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass der Akku dann noch bisschen länger durchhält.

Hinter dem Kasten aussen habe ich einen Holzkeil befestigt. Im Keil ist ein Loch, um den Kasten mit einem Spanngurt zu befestigen. Somit hat der Kasten gleich die richtig Position und neigt sich zum Boden, auch das befestigen am Baum ist deutlich einfacher.

Wichtig beim Nistkasten ist ein großer Dachüberstand und ein eingelassener Boden, damit kein Wasser eindringen kann.

Zum Aufhängen der Kästen nutze ich eine 4 m hohe Alu-Klappleiter. Zum Akkuwechsel und für Einstellungen genügt mir lediglich ein 2,5 m lange Leiter, die im Wald bleibt. An geeigneter Stelle unter Laub verdeckt, habe ich sie immer griffbereit.

Viele Grüße, euer Schwarzwild


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Schwarzwild
Spezialist

Kommentare

Jay Ell

Ähnliche Erfahrungen mit einer Dörr Kamera, welche ich in 2015 beschafft habe. Dazu habe ich direkt eine "Umhausung" gefertigt, damit die Kamera möglichst aus dem Wetter kommt und nicht nass wird. Während andere Waidkameraden bereits die zweite oder sogar dritte Kamera gekauft und in Betrieb genommen haben, nutze ich noch immer die erste Kamera. Ich kann nur jedem empfehlen, zumindest ein kleines Dach über die Kamera zu machen. Feuchtigkeit mögen die Kameras nach meinem Empfingen nicht.

andreas topel

Super Bericht. Ich hab mit der HC300 (2 Stück) und der Denver von Conrad (gleiches Model) immer irgendwie Probleme beim Senden (Fotos werden auf der internen Karte gespeichert, aber nicht immer zuverlässig gesendet). Hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht?

Schwarzwild

Hallo Andreas,

ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Das ist aber leider bei meiner Seissinger nicht anders. Wenn ich zum Kirren gehe, und direkt davor stehe bzw. mich direkt davor bewege, kommt kein Bild.
Zwei Stunden Später sendet sie dann die Sauen, die gerade auf der Kirrung stehen.

Ich habe aber noch nicht rausgefunden, warum das so ist.

andreas topel

erstmal bin ich erleichtert, dass es nicht nur mir so geht :-). Vielen Dank für die schnelle Antwort. Für den aktuellen Preis werde ich mir wohl noch 2 dazu bestellen und mal ein Solarmodul ausprobieren.

Christallrainer

Danke für den Beitrag! Haben auch Seissiger im Einsatz und denke schon lange über die Erweiterung mit Bleigel-Akku nach, nun hat man mal einen Erfahrungsbericht und es scheint sich zu lohnen.
Das "Phänomen", dass beim Kirren kein Bild kommt, kenne ich zu gut. Ich konnte auch noch nicht rausfinden, wodran das liegt. Im großen und ganzen sind wir aber seit einigen Jahren sehr zufrieden (siehe Bericht von mir dazu).

Heiko Dudden

Interessanter Bericht. Wir arbeiten immer noch mit den "normalen" Wildkameras ohne Funk, was erheblich Zeit kostet, wenn man regelmäßig kontrolliert. Wie löst Du/Ihr dieses Thema in Bezug auf die SIM-Karten und die Einstellungen... d.h. hat es sich bewährt, Bilder per Mail oder sms zu senden ? Was für einen Kartenvertrag benötigt man und was sind in etwa die mtl. Kosten ?
1000 Dank für die Mühe !

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