Einsatzerfahrungen im Revier mit einer Akkukettensäge Husqvarna „436 Li”
Von Daniel Schlüter am 3. Mai 2020

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Hallo Geartester, Waidmannsheil !


Der eine belächelt sie, der andere schwört auf sie: Akku-Kettensägen. 

Bei Revierarbeiten eine nützliche und absolute alternative. Doch was taugen sie wirklich?

„Was willst du denn mit dem Spielzeug? Streichhölzer schnitzen?“ Verächtlich schaut mein Kumpel auf meine Gerätschaft und geht lachend vom Kofferraum weg. Das musste ja so kommen. Und um ehrlich zu sein: Ja, auch ich hege Vorurteile gegenüber Akku-Geräten.

Die Husqvarna hebt schon beim Entasten die Vorurteile auf. Zügig gleitet sie am Stamm entlang. Und die Schnitte durchs Stammholz laufen wie durch warme Butter.

Nach Feierabend muss ich mein Vorurteil gegenüber Akku-Kettensägen teilweise revidieren. Die Leistungen der Husqvarna übertrafen deutlich meine Erwartungen. Bestätigt hat sich hingegen die Vermutung dürftiger Ausdauer im Vergleich zur Motor befeuerten Variante.

Wer kennt es nicht, mal eben noch an der Kirrung einen Ast abschneiden oder den umgefallenen Baum vom Waldweg räumen, nicht immer habe ich eine Motorsäge im Auto (da sie nun mal immer leicht nach Sprit riecht) oder ich bin mit der Handsäge zu faul. Also habe ich über den Kauf einer Akkukettensäge nachgedacht. Für mal eben zwischen durch oder aber auch um weniger Lärm zu machen, die kann auch einfach im Auto bleiben da sie eben kein ausdampfenden Benzingeruch verteilt. Ich habe mich 2016 für eine Husqvarna 436Li entschieden. Warum Husqvarna ? Ich besitze schon zwei Motorsägen von denen und bin sehr zufrieden.

Technische Daten Husqvarna 436Li:

Akku „BLi150“

Bauart Back-Handle

Gewicht komplett 4,5 kg

Leistung (Akku-Energie)151,2 Wh

Akku-Spannung 36 V

Akku-Kapazität 4,2 Ah

Schwertlänge 35 cm

Kettengeschwindigkeit 15,0 m/s

Sägekette 3/8"

Öltank-Inhalt 200 ml

Schalldruckpegel 93,0 dB(A)

Schallleistungspegel 106 dB(A)

Vibration 2,2/2,4 m/s2

Preis (UVP des Herstellers) 743 €

Ich nutze die Akkukettensäge für alles mal eben oder zwischendurch, wo man eben mit einem Akku (ca. 20 Minuten) gut hinkommt. Ob es hier und da mal einen Ast abschneiden ist oder auch mal mehr. Besonders beim Hochsitz bau kommt die Akkukettensäge oft zum Einsatz. Hier reicht der Akku auch um 2-3 Drückjagdböcke aus Fichte an einem Tag aufzubauen. Die Leistung ist für Stämme von 8-20 cm ideal und absolut ausreichend, wenn es mal 30 cm sind geht das auch ganz gut aber eben nicht den ganzen Tag und dauerhaft. Angenehm finde ich es eben wenn man mit mehreren Leuten einen Sitz baut und sich immer unterhalten kann ohne das eine Motorsäge schreit, denn bist auf das Ketten rotieren hört man von der Akkukettensäge nicht viel oder es ist nicht so störend wie ein Motor der 16.500 U/min macht. Zu dem kommt dazu dass die Akkukettensäge durch den Elektromotor auch deutlich weniger Vibrationen an den Händen verursacht. Tatsächlich ist sie für den Dauereinsatz Brennholz schneiden nicht gemacht aber das muss sie ja auch nicht. Es ist eine Alternative im Revier und jeder muss natürlich selber wissen was er will. Aber wer über den Kauf einer „kleinen“ Motorsäge oder Einhand Kettensäge nachdenkt sollte in jedem Fall eine Akkukettensäge in Betracht ziehen. Gerade in diesen Zeiten wo immer wieder über Emission und CO² Ausstoß diskutiert wird, ist es eine Überlegung wert.

Bedienung:

Der Akku sitzt mittig in der Säge und bringt die Säge in eine gute Balance. Auf dem Akku selber sind LED Lampen, diese zeigen auf Knopfdruck den Ladezustand vom Akku an. Um die Akkukettensäge zu „starten“ ist auf dem Griffholm ein Bedienfeld mit LED´s und Softkey´s. Auf dem einen größeren Knopf wird die Säge eingeschaltet & ausgeschaltet, der zweite Knopf ist ein ECO-Modus, dieser lässt die Säge mit reduzierter Leistung laufen… Das spart Akku aber dann ist auch nur noch leichter Einsatz möglich. Einen Baum fällt man dann nicht mehr. Die Akkukettensäge schaltet sich von alleine nach wirklich kurzer Zeit aus (manchmal zu kurz wie ich finde). Das kann man aber durch betätigen der Kettenbremse umgehen, wenn die Kettenbremse aktiv ist blinkt auf dem Display eine Rote LED. Das Ketten spannen geht Werkzeuglos auf der rechten Seite einfach und problemlos. Wie gewohnt liegt der Kettenöltank vorne links, er ist gut erreichbar und hält auch für ca. 3 Akkuladungen. Das Ladegerät hat eine Schnellladefunktion, so wird der Akku in 30 Minuten wieder auf 80% Ladezustand gebracht.

Start/Stopknopf & ECO-Taste


Kettenspanner
Akku Ladezustand
Akku Schnellladestation

Fazit:

Wie oben schon geschildert bin ich sehr zufrieden mit der Husqvarna 436Li, für den leichten Einsatz ist eine Akkukettensäge eine echte Alternative zur Handsäge und auch zur Motorkettensäge. Ich würde mir als zweite oder dritte Säge immer wieder eine Akkukettensäge kaufen. Auch hat sich in den letzten vier Jahren noch einiges an der Technik und den Akkus getan. Zum Beispiel der aktuelle Akku hat jetzt 5,2V (vorher 4,2V) was bedeutet das die Wh von 151,2Wh auf 187,2Wh gesteigert wurde.

Ich wünsche allen viel Spaß bei der Entscheidungsfindung und hoffe dass der Bericht etwas dazu beitragen kann.

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Kommentare

waldfein

Vielen Dank für Deinen Bericht, hat mir sehr geholfen. Ich überlege auch schon eine Weile auf eine Akku-Kettensäge umzusteigen. Hast Du euch Erfahrungen mit anderen Herstellern? Ein Vergleich wäre mal spanend.

Daniel Schlüter

Hallo Waldfein,

ich habe nur Husqvarna, die Stihl wird wohl nicht schlechter sein... Aber wie gesagt ich besitze nur Husqvarna. Ich würde mir an deiner stelle von beiden ein Angebot holen und dann entscheiden. Du musst nur wissen das es dann auch sinn macht bei der Marke zu bleiben falls noch mehr Akku-Geräte folgen sollten.
Viel Erfolg und Beste Grüße

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