Erläuterungen zur Nachtsichttechnik
Von Grimbart TV am 25. August 2019

Nachtsichttechnik ist ein heiß diskutiertes Thema in der Jägerschaft und in der Politik. Die einen sehen Tradition und Waidgerechtigkeit bedroht. Die anderen führen gerade die Waidgerechtigkeit als Hauptgrund an, denn sonst sei bei schlechtem Licht kein sauberer Schuss anzutragen bzw. nicht sauber anzusprechen.

Es geht also um die Deutung und Anwendung einer technischen Innovation im jagdlichen Bereich. Diese Herausforderung sieht sich die Jägerschaft gelegentlich gegenüber, und regelmäßig ist der Widerstand groß. Aber mal im Ernst, wir jagen nicht mehr mit Fallgruben, Speeren und dergleichen – und zwar aus gutem Grund: wir wollen ein hochwertiges Lebensmittel erlangen ohne unnötiges Leid zuzufügen. Gleichzeitig wollen wir das mit möglichst wenig Beunruhigung der Natur erreichen. Ganz nebenbei wollen wir auch stets das Risiko minimieren Sach- und Personenschaden zu verursachen.

Es erscheint also durchaus sinnvoll den Jäger zu befähigen bei Dunkelheit zu sehen – denn nur dann kann er Schwarzwild bejagen. Und das muss sein, denn wir leben in einer Kulturlandschaft, geprägt von intensivster Landwirtschaft, in der das Wild kaum noch echte Notzeiten erlebt. Kulturfolger wie das Schwarzwild profitiert davon. Die Bestände explodieren förmlich. D. h. der Wildschadensdruck auf die Jäger wächst und kann Existenzen betrogen. Außerdem lauert die ASP und versetzt Politik und Schweinemastindustrie in Angst und schrecken. Die Jäger als (neuentdeckte) Problemlöser sollen es richten. Aber wie bei nachtaktivem Wild? Und bei aller Einsicht, dass etwas passieren muss, die Jäger sind auch immer Anwalt des Wildes! Das bedeutet es kann und darf nicht um die Vernichtung ganzer Bestände gehen- wir sind keine Schädlingsbekämpfer.

Vor diesem Hintergrund ist GrimbartTV nach Bayern aufgebrochen und hat mit einem Fachmann gesprochen, um herauszufinden, was in Deutschland bereits wo erlaubt ist, welche technischen Dinge man bedenken muss, und was man von den verschiedenen Lösungen erwarten darf.

Denn wie auch immer die Diskussion ausgeht, Fakten helfen bei der Meinungsfindung. https://youtu.be/boOHKoiK1RQ 


Grimbart TV
Enthusiast

Kommentare

XXX YYY

Wenn die Politik reagieren würde und den Landwirten auferlegen würde das sie ihre Frucht einzäunt und damit schützt so wie sie ihr Vieh einzäunt, müsste man nicht über Nachtsichttechnik nachdenken.
Dann schieße ich bei Mondschein wie seit Jahrzehnten auf der Wiese oder Kirrung das Schwarzwild und gut iss......

Wilfried Reck

... Da is was dran ...

Hunters_View

Bevor wir die Hälfte unseres Landes einzäunen würde ich lieber mit Technik jagen.

Mathias Kühne

Ich glaube, wenn jeder Landwirt seine gefährdeten Feldfrüchte einzäunen müsste, hätten wir weniger Mais-/Papswüsten und somit würde auch die Landwirtschaft einen Teil dazu beitragen, dass sich das Schwarzwild nicht exponentiell ausbreitet.
@ Hunters_View wenn du bei Wind und Wetter nachts raus musst um die Schweine auf den riesengroßen Maiskirrungen der Landwirte zu erlegen wünschst du dir eher die Variante von XXXYYY als die Technik.

Hunters_View

@Mathias Kühne: Früher haben wir auch jedes Maisfeld eingezäunt Hat nur nie was gebracht. Egal wie viele Litzen oder wie hoch, irgendwann brechen die Sauen einfach durch und dann hast du sie eingezäunt. Wirklich helfen tut nur wenn ab und zu ein Frischling fehlt.

Mathias Kühne

@ Hunters_View : Mir geht es eher um die Mitverantwortung der Landwirtschaft, die momentan noch komplett auf uns Jäger abgeladen wird. Und bei gedrillten Maisflächen über 20ha mit einem willkürlichen Pflanzenabstand von unter 20cm, macht es keinen Spass wenn die Sauen einmal drin sind und man sie nicht mehr raus bekommt.

Hunters_View

@Mathias Kühne: Das sehe ich genauso. Drillen bis unter die Eichenkronen, keine Schneisen rein häckseln etc. geht nicht. Beide seiten müssen ihren Teil tun.

Mathias Kühne

@ Hunters_View : Zum Glück konnte sich da bei uns in Sachsen-Anhalt der Landesjagdverband durchsetzen und hat dem Landwirt seit etwas über einer Woche eine Mitverantwortung über eine Gesetzesänderung auferlegt.
"Wildschaden, der auf mit Mais oder Raps bebauten Flächen entsteht, ist nicht zu ersetzen, wenn die Herstellung von üblichen Schutzvorrichtungen unterblieb, die unter gewöhnlichen Umständen zur Abwendung des Schadens ausreichen. Die Ersatzpflicht für Wildschäden bleibt in vollem Umfang bestehen, wenn der Geschädigte auf der betroffenen Fläche Bejagungsschneisen freigehalten hat, die eine wirksame Bejagung des Schadwildes ermöglichen."

Ich bin nur gespannt wie das ganze umgesetzt wird.

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