.22 Winchester Magnum
Von hunting_philipp am 4. August 2019

„Abgeschlagen hinter den Zentralfeuerpatronen in 5.6mm oder eine durchaus sinnvolle Patrone?“

Ein Erfahrungsbericht von hunting_philipp 2019

Raubwildjagd Impressionen
Dachsschädel samt zugehörigem Geschoss

Horrido Geartestergemeinde,

Ich melde mich nun nach langer Pause mit einem Bericht zurück. Es soll um das Kaliber .22Magnum gehen. Eine Patrone welche ich seit gut 2 Jahren jagdlich einsetze.

➢ Grundsätzliches zum Kaliber:

Die Patrone .22WMR (ferner auch unter der Bezeichnung 5.7x26.8 bekannt) wurde 1959 durch die Firma Winchester im Markt eingeführt. Und Seit den 1960er Jahren ist die Patrone für die Jagd auf Kleinwild (bis hin zum Coyoten in den USA und dem Dachs in Deutschland) beliebt.

Die Geschossenergie der auf dem Markt verfügbaren Patronen bewegt sich zwischen 420-491 Joule an der Mündung und 198-245 Joule auf 100 Meter. Also erst einmal genug Kraft um Kleinwild sauber auch auf weitere Distanz zu erlegen aber nicht zu viel, als das Pelz und Fleisch unnötig zerstört wird.

Die Flugbahn ist, wenn man die Waffe auf 100 Meter eingeschossen hat, relativ gestreckt und zwischen 0 und 120 Metern kann man bedenkenlos den Finger krumm machen.

➢ Jagd mit der .22WMR:

Anbei findet ihr Tabellen und eine Grafik, welche die von mir erlegten Wildarten, die Fluchtdistanz, und die Verwertbarkeit aufzeigen.

Die Tabellen dienen der Übersichtlichkeit und ersparen lange Texte. Erlegt wurden diverse Kleinwildarten innerhalb der gesetzlichen Jagdzeiten in entsprechenden Bundesländern. Die Bewertung der Verwertbarkeit ist in einer Staffelung von 0-3 vorgenommen worden und unterliegt meiner subjektiven Wahrnehmung. In den 2 Jahren sind von mir 114 Stück Kleinwild in meinen beiden Revieren und in Revieren von Freunden mit der .22WMR erlegt worden. Diese Anzahl an Wild (Und die Anzahl der einzelnen Wildarten für sich genommen) ist sicher nicht repräsentativ lässt aber eine vorsichtige Einschätzung zur Wirkung dieses Kalibers zu.

Als „Waffen“, wurde ein Einstecklauf (40cm) aus einem Drilling und Repetierbüchsen verwendet.

➢ Fazit:

Mein Fazit nach 2 Jahren Jagd mit der .22WMR ist, dass es sich um ein kleines jedoch sehr wirkungsvolles Kaliber auf alles Raubwild, Krähen, Elstern, Gänse und Feldhase (Sicher auch Kaninchen) handelt. In einem Niederwildrevier hat diese Patrone noch viele Einsatzmöglichkeiten jedoch kann Sie auch in einem Hochwildrevier als „kleine Kugel“ im Bergstutzen, dem Drilling oder der BBF für den Gelegenheitsfuchs, Waschbär oder den Kugelhasen für Weihnachten geführt werden.

Nahaufnahme .22WMR

Im Vergleich zur .222Rem mit der ich ebenfalls jage hat die .22Mag nur eine beschränkte Reichweite und ist windanfälliger. Vorteil: Man kann sie in einer 50er Packung für ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis (im Vergleich zu anderen Zentralfeuer 5.6mm Patronen) erhalten. Leistungstechnisch kann die .22WMR natürlich nicht mit einer .222Rem, 223Rem oder gar einer .22-250 mithalten, aber das wäre auch ein Vergleich von Äpfeln und Birnen. Ein Urteil ob die .22WMR besser als X oder schlechter als Y ist ,maße ich mir daher nicht an. In meinen Revieren und für meine Verhältnisse taugt dieses Kaliber und ich jage sehr gerne damit.

Ich würde jetzt niemandem raten loszugehen und sich eine Waffe in .22WMR zu kaufen. 

ABER wenn sich jedoch die Chance bietet eine gut erhaltene Gebrauchtwaffe oder, für den versierten Nutria- oder Waschbärenjäger, eine Neuwaffe von bekannten Herstellern wie beispielsweise Anschütz zu erwerben, sollte man sich dies überlegen. Sofern man Einsatzmöglichkeiten im Revier hat wird man mit der .22WMR viel Freude haben und frisches Fleisch auf den Teller bzw. Pelz zum Kirschner bringen.

In diesem Sinne,

Waidmannsheil wünscht hunting_philipp

Schussbild auf 100 Meter nach dem Einschießen
Geborgenes Geschoss der .22WMR
  
Dachsdoublette mit der .22WMR


hunting_philipp
Offizielles Profil

Kommentare

Rolf Schneider

Hallo,
Guter Bericht, die Vor und auch Nachteile werden klar beschrieben. Ich habe mit 22 WMR ähnlich gute Erfahrung auf Kleinwild gemacht.
Wichtig ist, wie sehr gut beschrieben, man muss ihre Grenzen kennen.
Gruß
Rolf

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