Langzeittest- HUNDE-NAVI-Hundeschutzweste
Von Jagderfinder am 3. August 2019

Moin liebe Geartester und herzlich willkommen zu meinem neuesten Test!

Als ich mich vor nun mehr als neun Jahren dazu entschloss, mir einen Deutsch-Kurzhaar zuzulegen, war mir zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, dass ich diesen mal vermehrt auf Drück- und Stöberjagden und weniger auf den ortsüblichen Niederwildjagden einsetzen werde.

Nach mehreren Jagdeinsätzen in einem großen Jagdgatter -welche zum Glück ohne Blessuren überstanden wurden, fasste ich den Entschluss, meiner liebsten Jagdbegleiterin eine Hundeschutzweste zu spendieren.


In mehreren Test schloss die Hunde-Navi Schutzweste sehr gut ab und die Tatsache, dass diese im nassen Zustand nicht wesentlich schwerer wird, hat mich dann zu einem Telefonat mit der Firma animiert.

Alles Tests sind auch auf der Homepage zu finden.

https://hunde-navi.de/de/tests/

Der Erstkontakt war freundlich und kompetent, denn der Firmeninhaber Björn Köhne ist selbst Hundeführer und weiß, wovon er spricht. So kam es dann auch an diesem Tag zur Auftragserteilung der Weste.

Ausleihen statt Kaufen- Der Schutz für den jungen Hund

An dieser Stelle möchte ich, gerade für Erstlingsführer und Hundeführer von jungen Hunden, die Möglichkeit aufzeigen, dass Hunde-Navi auch Westen auf Lager hat, die für eine kleine Gebühr für eine Saison ausgeliehen werden können. Ist der Hund dann ausgewachsen und es kommt zur Bestellung einer richtigen Weste, wird diese Gebühr verrechnet.

Dies finde ich äußerst fair und sehr nachhaltig.

Die Maßanfertigung

Jede Weste wird individuell auf den jeweiligen Hund zugeschnitten und auch das Wesen des Hundes muss dabei berücksichtigt werden!

In der folgenden Tabelle werden die Maße der Messpunkte und die besonderen Wünsche berücksichtigt.

https://hunde-navi.de/de/downloads/2019/bestellformular-2019.pdf

Ist zum Beispiel der Hund eher der Draufgänger, macht es Sinn in eine Extralage Stichschutz zu investieren und die leicht verminderte Bewegungsfreiheit in Kauf zu nehmen.

So oder so ähnlich habe ich es dann vor 5 Jahren vermessen, eingesendet und hatte nach ein zwei Wochen meine Weste (Lieferzeit hängt stark von Auftragslage ab- am besten vorher erfragen!)

Farben und Ausstattung

Ich habe meine Weste in Signal-Orange und -Gelb mit Telefonnummer, und Glockenschlaufe bestellt.

Blau Westen sehe ich eher kritisch, da blau keine Signalfarbe darstellt und die Angriffe der Sauen eher erhöhen soll und somit bei Hunde-Navi nicht bestelltbar ist.

Die Praxis

Da ich weder Berufsjäger noch Jagdaufseher bin, beschränken sich meine Jagdeinsätze mit Hund und Weste auf 5-10 Jagden pro Jahr, wobei die Weste an ähnlich große Hunde schon häufiger ausgeliehen wurde.

Am Anfang musste sich meine Hündin erst an das Tragen gewöhnen, seit sie jedoch das Jagen an Sauen damit verbindet, ist das kein Thema mehr. Dicke Weste heißt Drückjagd, kleine Signalweste heißt Niederwildjagd.

Somit hat die Weste aktuell 40-50 Jagdeinsätze hinter sich und sieht noch sehr gut aus.

Keiler vs. Weste

Auf unserer großen November-Drückjagd im letzten Jahr kamen wir am zweiten Tag und zum Ende der Jagd an eine junge Fichtendickung.

Nicht besonderes- eigentlich.

Es waren zwei Sauen drin -wie sich später herausstellte zwei Keiler, eine reifer und ein "Adjudant", der dann später mit 88kg zur Strecke kam.

Der "Alte" drückte sich nach hinten und man konnte den Sichtlaut der Hunde noch lange hören.

Nach dieser Dickung machten wir uns auf dem Weg zu den Fahrzeugen und ich konnte noch einen Frischling direkt vor mir strecken, der sich zu drücken versuchte.

Meine Hündin ist mittlerweile im 8. Feld und ich habe ihre Erschöpfung in dieser Situation auf ihr Alter geschoben- weit gefehlt,wie sich am Auto heraustellte:

Ich fiel beim Ausziehen der Weste aus allen Wolken, da ich damit am allerwenigsten gerechnet hätte.

Äußerlich war lediglich ein kleiner Einstich zu sehen, durch den dann vermutlich der alte Keiler in einer Aufwärtsbewegung das Fell auf dem Brustkorb geöffnet hatte.

Zum Glück sind bei unseren Jagden immer Veterinäre zugegen und die Wunde wurde schnell versorgt und geklammert.

Ohne Weste wäre das sicherlich ihre letzte Jagd gewesen!

Warum schreibe ich das? Hätte die Weste das nicht abhalten müssen?

Ich denke nicht!

Ganz bewusst habe ich mich vor über 5 Jahren für eine eher leichte Version ohne extra Stichschutz entschieden, da ich auf den Gatterjagden beobachten konnte, wie meine Hündin alle Sauen über 30kg nicht hielt, sondern auschließlich stellte und somit nicht den maximalen Stichschutz benötigt.

Reparatur und Service

Nach dieser Jagd schickte ich die Weste zur Reparatur ein und hatte diese innerhalb von einer Woche wieder. Die Reinigung war bei den knapp 50€ inklusive.

Auch markenfremde Weste werden repariert.

Für die nächste Saison bekommt die Weste ein Upgrade auf Neon-Pink und Ellbogenschutz, sowie einer weiteren Stichschutzlage.

Fazit

Eine Weste ist besser als keine mag der Sparfuchs sagen, aber dafür habe ich schon zu viele Westen von der Stange gesehen, wo die Hunde wund wurden oder sich kaum noch bewegen konnten.

Die Westen von Hunde-Navi sind alles Einzelanfertigungen aus Deutschland und somit belief sich meine Weste auf 550€. Sicherlich erstmal ein Brocken nur arbeiten Tierärzte auch nicht für den Mindestlohn...

Somit kann ich meine Weste von Hunde-Navi nur jedem sehr empfehlen, der sich und seinem Hund etwas Gutes tun möchte, denn sie schützt den Hund und Herrchens oder Frauchens Geldbeutel, wenn auch erst später...

Ich hoffe, der Test hat auch gefallen und ich wünsche viel Erfolg bei der Hundeausbildung und den kommenden Jagden!


Euer Jagderfinder



Jagderfinder
Spezialist

Kommentare

Out_in_the_forest

Toller Bericht,
vielen Dank für deinen ehrlichen Umgang auch mit dem Thema, dass eine Weste nicht immer standhalten aber anstehende Verletzungen trotzdem stark minimiert. Viel Weidmannsheil dir und deinem treuen Vierbeiner für die kommende Saison

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