Überzeugt die neue Liemke Keiler 26Pro ?
Von 2-im-Revier-NDS am 11. Juni 2019

Für ein langes Wochenende hatte ich von dem Jagdspezi eine neue Keiler 26 Pro zur Verfügung gestellt bekommen.

Der erste Eindruck überzeugte, denn das neue etwas schärfere Design der Keiler 26 Pro macht ordentlich was her. Einzig gestört haben mich an der äußeren Hülle nur zwei kleine Sachen. Erst fiel es mir gar nicht auf da ich das zuvor getestete Gerät nicht auch zur Hand hatte (Keiler35ProGen1).

Doch nach längerem überlegen, was mich am haptischen stört, bin ich darauf gekommen das es an der Gummierung liegt. War doch die Keiler35 noch voll gummiert, wies die Keiler 26 Pro nur einige Bereiche auf die mit Gummi versehen waren. Hier hatte ich deutlich das Gefühl sie nicht sicher in der Hand zu halten. Mal eben schnell nach greifen, kann auch deutlich mal zu einem aus der Hand rutschen führen.

Der zweite Punkt ist die Schmutzabdeckung der Ladebuchse. Diese sitzt so locker das sie sich sehr schnell öffnet und so die Buchse an der Unterseite sehr schnell verschmutzt.

Hingegen gefällt mir die Handhabung und die Anordnung der Knöpfe nach wie vor gut. Die Kamera besitzt einen Aufnahmemodus für Film und Bilddateien welche auch über W-lan direkt auf dem Handy angesehen werden können. Der nun etwas größere Bildschirm der 26Pro mit 1280x960 Pixel liefert gute und aufschlussreiche Bilder. Ein Reh auf 150 Meter kann zweifelsfrei als Bock oder Ricke angesprochen werden und auf gute 80 Meter traue ich mir selbst zu bei freier Sicht zusagen ob die Ricke ein Kitz führt oder nicht und das Anhand der wärme im Gesäuge. Außerdem hat die Wärmebildkamera einen Sensor verbaut welcher Anhand eines einschaltbaren roten Kastens anzeigt welches im Blickfeld der wärmste Punkt ist. Dies ist am Tag und in der Dämmerung äußerst hilfreich. So kann ein Beispielsweise durch die Sonne aufgeheizter Stein schnell und deutlich von einem Waschbären oder ähnlichem unterscheiden werden.

Überzeugt bin ich von der Klarheit des Zoom, welcher sich über nur einen Knopfdruck auf 2 oder 4-Fach verstellen lässt. Von Haus aus hat die WBK eine 2-Fache optische Vergrößerung.

Das Sehfeld beträgt bei der Liemke Keiler 26 Pro genau 26 Meter auf eine Distanz von 100 Meter, welches auf jeden Fall für jeden Feld und Waldjäger ausreichend sein sollte.

Einen Entfernungsmesser gibt es jetzt auch. Dieser zeigt allerdings nicht die genau Entfernung zu einem Objekt an, sondern blendet im Display Vergleichsobjekte ein an denen dann eine ungefähre Entfernung abgeleitet werden kann. Meiner Meinung nach etwas Gewöhnungsbedürftig aber mit ein wenig Übung auch das kein Problem.

Alles in allem finde ich das getestete Produkt durchaus Empfehlenswert, wenn es eine Möglichkeit geben würde, das sie etwas sicherer in der Hand liegt. Den mit einem Preis von 2279,00€ ist sie in meinen Augen ein wahrer Allrounder, welcher für Jäger die Wald und Feld bejagen eine deutliche Vereinfachung da stellt. Der Aspekt der Sicherheit kommt dann noch dazu! So kann vor einem Schuss schnell das Umfeld abgeschaut werden, ob sich den auch niemand im Gefahrenbereich aufhält. Und gerade bei der Jagd auf Schwarzwild, welches zu unregelmäßigen Zeiten ihre Jungen frischt, möchte ich auf den Einsatz einer WBK nicht verzichten. So können schnell und einfach Frischlinge und führende Bachen ausgemacht werden.

Vielen Dank an den Jagdspezi für das zur Verfügung stellen des Wärmebildgerätes.

Waidmannsheil,

Lukas von den 2-im-Revier-NDS

Kommentare

Hunters_View

Danke für den Test! Ich konnte schon einige Geräte von Pulsar und Liemke testen. Deswegen glaube ich, dass du die folgende Aussage relativieren müsstest: "Ein Reh auf 150 Meter kann zweifelsfrei als Bock oder Ricke angesprochen werden und auf gute 80 Meter traue ich mir selbst zu bei freier Sicht zusagen ob die Ricke ein Kitz führt oder nicht und das Anhand der wärme im Gesäuge."
Rehwild lässt sich nur im Winter zweifelsfrei nach Geschlecht ansprechen. Denn nur wenn der Bock im Bast ist, sieht man das Gehörn im Wärmebild. Auch das Gesäuge im Wärmebild zu erkennen halte ich für gewagt. Besonders auf 80m.

2-im-Revier-NDS

Aus eigener Erfahrung und mit viel Übung ist es meiner Meinung nach definitiv möglich die zu erkennen. Wenn du einem Bock auf das Haupt schaust siehst du genau zwei Punkte die nicht ,,warm,, sind. Habe bis jetzt immer unterscheiden können um was ein Reh es sich handelt. Egal ob ich eine Keiler 26 Pro eine Keiler 35 Pro oder eine Pulsar XQ38F in der Hand hatte.

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