Tierfund-Kataster
Von Huntress_sh am 4. Mai 2019

Jeder von uns kennt die Situation, dass Telefon klingelt und gerade jetzt vermehrt im Frühling meldet die Polizei einen Wildunfall. Durch das warme Wetter diesen Frühling war das Wild extrem früh unterwegs und nicht nur unser Revier hat dieses Jahr mit stark ansteigenden Zahlen von Wildunfällen zu kämpfen. 

Durch Zufall bin ich letztes Jahr auf die Kampagne Tierfund-Kataster des Deutschen Jagdverbandes gestoßen, wofür seit letztem Jahr auch eine App zum eintragen der Wildunfälle zur Verfügung steht. Insgesamt ermittelt der Deutsche Jagdverband jährlich zwischen 200.000 und 250.000 Kollisionen mit Rot-, Schwarz- oder Rehwild. Die Dunkelziffer liegt jedoch laut Schätzungen vermutlich 5 mal so hoch und berücksichtigt vor allem kleiner Wildtierarten wie Raubwild, Hase oder Greifvögel nicht. 

Aber wie kann uns Jägern jetzt eine Seite beziehungsweise App helfen um in Zukunft unsere Wildtiere besser vor Wildunfällen zu schützen? Das Tierfund-Kataster liefert Daten, die zusammen mit anderen Aspekten Grundlage sein können für:

-Verkehrsgestaltung und Landschaftsplanung (z.B. Verkehrsschutzzäune, Querungshilfen und Geschwindigkeitsbegrenzungen, Straßenraumgestaltung und Biotopverbund),

-Arten- und Naturschutzprojekte und

-Verbesserung des Tierschutzes

-Für folgende Fragestellungen können die Daten des Projektes u.a. eingesetzt werden:

-Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden?

-Welche Maßnahmen der Verkehrsplanung vermindern Wildunfälle?

-Welche Unfallvermeidungstechniken wirken langfristig?

-Wo müssen Querungshilfen entstehen?

-Wo sind Verkehrsschilder „Achtung Wildwechsel“ sinnvoll?

-Welche Jagdmethoden helfen, Wildunfälle zu verringern?

-Welche Wildtierarten sind betroffen?

-Welche Auswirkungen haben Wildunfälle auf Tierpopulationen?

-Welche Auswirkungen haben andere Todesursachen, zum Beispiel Windräder?

Ohne beweiskräftige Daten, ist dies allerdings ein sehr schwieriges Unterfangen und daher sollten wir Jäger uns aktiv hier einbringen und jeden Wildunfall oder Fallwild durch Windräder oder Zäune hier dokumentieren.

Um sich zu registrieren, geht man entweder auf die Internetseite: https://www.tierfund-kataster.de/tfk/tfk_user_reg.php 

oder lädt sich die App Tierfund-Kataster (TFK) auf sein Smartphone. Dort gibt man seine persönlichen Daten zu seiner Person aber auch zu seinem Bundesland und Kreisgebiet ein. 

Anschließend erhält man dann eine Registrierungs-Email und kann ab dann Wildunfälle über den Button "Fund erfassen" eintragen. Interessant ist, dass man auch Funde aus der Vergangenheit nachtragen kann und nicht nur das aktuelle Datum zur Verfügung steht. Über den Standortermittler oder Google Maps kann man eine relativ genaue Position des Fundortes eintragen. Anschließend gibt man ein um welche Tierart es sich handelt, welches Geschlecht, Alter, Todesursache, ob der Tierkörper vorliegt und ob eine Unfallbescheinigung vorliegt. Dazu können Bilder hochgeladen werden und Anmerkungen hinzugefügt werden.

Am Anfang gab es mit der App gerade beim registrieren noch einige Schwierigkeiten, allerdings scheint diese Kinderkrankheit mittlerweile behoben zu sein. Wir tragen mittlerweile alle Wildunfälle dort ein und ich kann es eigentlich nur jedem empfehlen. Oft geht gerade dieses traurige Thema unter und handfeste Zahlen können nicht nur zeigen wie viel Wild jedes Jahr tatsächlich sein Leben auf der Straße lässt, sondern auch wie viel Zeit wir jedes Jahr damit verbringen um Fallwild einzusammeln oder angefahrenes Wild von seinem Leiden zu erlösen.


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