Fangschusspatrone .357 Magnum
Von Rolf Schneider am 26. März 2019

Hallo Zusammen,

ich möchte hier einen kurzen Erfahrungsbericht mit der Fangschuss Patrone 357 Magnum, 158 Grain Hydra-Shok Jacketed Hollow Point, Federal Premium geben. Ein großer langer Namen für ein Geschoß, das aber beim Fangschuss richtig Wirkung zeigt. Viele Jäger kennen die Situation, Nachts klingelt das Telefon, die Polizei meldet einen Wildunfall, das Stück liegt in Sichtweite und lebt noch. Also auf an den Unfallort, Polizei und Unfallfahrer/Fahrerin, bei Pech auch noch Schaulustige stehen da. Jetzt die Langwaffe aus dem Auto holen, da hatte ich  schon erlebt, dass Protestrufe laut wurden. Um mit dem Messer abfangen zu können, muss man an das Stück ran, was oft zu aufstehen und flüchten geführt hat. Die Alternative ist die Kurzwaffe. Nach einer kurzen Info an die anwesenden Polizisten, kann man in die Nähe des verletzten Stück Wild gehen, die verdeckt getragene Kurzwaffe ziehen und den Fangschuss abgeben. Aber, es muss auch ein geeignetes, kräftiges und schlagartig wirkendes Geschoss verwendet werden. Diese Anforderungen erfüllt die oben genannte Fangschuss Patrone meiner Ansicht nach voll und ganz. Bei Reh, Fuchs, Dachs und Schwarzwild, wirkt die Patrone schlagartig bei Schüssen aufs Blatt, Träger und Haupt. Da es sich um ein schnelles Zerlegungsgeschoß handelt, ist die Gefahr eines Abprallers beim eventuellen Ausschuss nicht so groß. Es muss natürlich trotzdem auf entsprechenden Kugelfang geachtet werden. Bei Sauen, aufs Blatt geschossen, gibt es meistens keinen Ausschuss, die Energie wird im Wildkörper abgegeben. Die Patrone ist stark genug, dass auch bei starken Sauen, Schüsse auf das Blatt den Schild durchdringen und entsprechende Wirkung im Brustraum erzielen. Selbst bei Schüssen aufs Haupt einer Sau, penetriert das Geschoss den Knochen. Da kommt die 9 mm Para oder 38 er schnell an ihre Grenzen. Nach nun gut 7 Jahren im Einsatz, mit pro Jahr mehr als 10 bis 15 Einsätzen, kann ich diese Patrone sehr empfehlen.

Das manchmal einsetzende Protest Gezeter der am Unfallort anwesenden Schaulustigen nach dem Schuss, und der Ruf nach einem Tierarzt, ist dann irrelevant geworden, das leidende Stück ist erlöst geworden.

Gruß und Waidmannsheil

Rolf


Kommentare

Constantin_W

Die Patrone hatte ich auch schon auf dem Schirm. Sie wird oft gelobt und ich würde sie auch gerne mal getestet haben. Leider ist die Verfügbarkeit - wie bei vielen US Produkten im Moment - ein echtes Thema. Wo beziehst Du sie her?

Rolf Schneider

Hallo Constantin,

ich hatte sie damals, ist schon ein paar Jahre her, über meinen Büchsenmacher gekauft. Über einen Bericht in irgend einer Jagdzeitschrift, dass diese Geschosse jetzt bei uns auch für den Fangschuss erlaubt sind, bin ich darauf gestoßen und wollte es ausprobieren.
Für meine 9 mm Para habe ich mir auch ein ähnliches Geschoss besorgt und bin damit auch, zumindest bei Rehwild, Dachs, Fuchs und schwachen Sauen zufrieden.

Gruß und Waidmannsheil
Rolf

XXX YYY

Geco Hollow Point hat die selbe Geschossgeometrie und ist überall verfügbar.

Die führe ich in der 357 Mag und der 45 Auto.

Constantin_W

Nein, das Besondere an der Hydra ist angeblich der Hartmetallstift in der Mitte. Und selbst zwischen den HP Patronen verschiedener Hersteller gibt es gravierende Unterschiede.

Rolf Schneider

Hallo Constantin,
Wo Du recht hast, hast Du recht. Der Stift ist mit ein Grund, warum sie sich nicht sofort bei Kontakt explosionsartig zerlegt, sondern auch durch den Knochen oder das Schild penetriert,
Gruß und Waidmannsheil
Rolf

XXX YYY

Wieder etwas gelernt!!!

Ging leider nicht aus dem Bericht hervor das ein Hartmetallstift verbaut ist.

Werden die in den Staaten nicht Copkiller genannt weil der Hartmetallstift durch die schußsichere Weste geht?

Rolf Schneider

Hallo xxx yyy,

es ist nicht dieses Geschoß das Copkiller genannte wird. Das sind Stahlkerngeschosse, wo das wesentliche größere Gewicht beim Stahlkern liegt. Im Lauf geführt wird es durch eine weiche Ummantelung, die sich in die Züge presst und damit das Geschoß stabilisiert. Diese Geschosse gibt es mit Führungsringen, die im Lauf durch die Pulvergase verbrennen oder als Restteilchen vom Geschoß abfallen. Das sind richtig Panzer brechende Geschosse, für Kriegswaffen gemacht. Diese Geschosse können auch nach dem Verlassen des Laufes, selbigem nicht mehr zugeordnet werden, da sie kleiner als der Laufdurchmesser sind und damit absolut keine Spuren der Felder und Züge aufweisen.. Diese Geschosse sind generell verboten. In der Hydra ist ein Hartmetallstift, der durch die Masse des Geschosses gehalten und geführt wird, damit eine kurze starke Penetration bewirkt, aber nach der Zerlegung des Geschosses, bedingt durch die fehlende Eigenmasse, sehr schnell die Eigenenergie verliert.
Auf jeden Fall tut die Hydra was sie tun soll, sie wirkt.
Gruß und Waidmannsheil
Rolf

XXX YYY

Hallo Rolf, das von dir beschriebene Geschoß in dem Beitrag über meinem nennt sich Treibspiegelgeschoß, hierzulande zu recht verboten.

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