Schädelpräparation by hunting_philipp
Von hunting_philipp am 14. März 2019

Schädelpräparation: Die Anleitung

Dies ist eine Anleitung zum schonenden Präparieren der Schädel von Raubwild, Bock und Co.,  sodass Nasenschwamm und Zähne erhalten bleiben und das Fett nicht eingekocht wird.

Wer Lust auf die Schädel von Raubwild oder auch mal den Bock im Ganzen hat sollte diesen Beitrag lesen. Hier meine ausführliche Anleitung zum Schädel präparieren in 10 Schritten.

Wichtig: Dies ist eine Methode von vielen um ans Ziel, eine weiße Trophäe, zu kommen. Es gibt natürlich auch die Methode Kochen und Kerkern (Umprofessionell und oftmals sind die Ergebnisse einfach Schwach) oder die Methode mit Enzymen zu arbeiten (im Prinzip das selbe wie meine Methode). Als kostenlos und sehr natürlich kann man meine Methode sicherlich bezeichnen und wenn man nicht 50 Schädel zu machen hat ist sie auch eine gute Möglichkeit sich eine schöne Raubwildtrophäe oder eine außergewöhnliche Bocktrophäe zu machen.

Normale Böcke die man vor dem Kochen abschlägt kann man auch "Kochen und Kerchern" weil das das Gehirn als größte Fettquelle aus dem Schädel entfernt ist!

Nun die 10 Schritte zum Erfolg:

1. Den Schädel vom Balg und vom gröbsten Fleisch (Zunge, Augen, Backen) trennen und in einen Eimer Wasser legen.

2. Das Wasser 3 Tage in Folge jeden Tag wechseln( dadurch wird das Blut ausgewaschen).

3. Den Schädel 2 bis 3 Wochen in dem Wasser des 4. Tages liegen lassen. Er ist soweit wenn die ersten Zähne ausgefallen sind und das Fleisch fast von alleine vom Knochen rutscht (schwabbelig/schwammig in der Konsistenz ist). Die besten Temperaturen sind ab 15°C aufwärts.

4. Zusammen mit Waschmittel ( ich nehme Persil) einmal aufkochen und ca. 15 min köcheln lassen. (Letzte Reste mit einer Bürste oder Draht entfernen).

5. Die Knochen aus dem Wasser holen und die Zähne mit einem Sieb aus dem Topf Sammeln( Sie werden nach dem Kochen fast alle ausgefallen sein).

6. Die Knochen leicht trocken tupfen und mit Wasserstoffperoxid einpinseln. Ich nehme dazu gerne Wattestäbchen/Ohrstäbchen. 

Bei fettigen Schädeln wie Waschbär und Dachs kann es sein, dass Schritt  4 und 6 wiederholt werden müssen falls beim ersten Kochen das Fett nicht zu 100% entfernt werden konnte. Das sieht man an speckigen Stellen am Knochen.

7. Die Knochen trocknen und bleichen lassen und im Anschluss die Zähne einkleben. Es empfiehlt sich die Zähne vorher einmal ohne Kleber einzusetzen damit alles am richtigen Platz ist.

8. Sind die Zähne eingeklebt werden diese noch mit einer dünnen Schicht klarem Sekundenkleber oder Nagellack vor Rissen geschützt.(Wichtig: Die Zähne nicht bleichen da sie dadurch sehr spröde werden und Risse bekommen).

9. Es kann sein das durch die Verwesung die Schädelplatten gelockert sind. Auch hier helfen 1bis 2 tropfen Sekundenkleber wie man bei der Frontansicht des Fuchsschädels sieht.

10. Gegen den Geruch hilft ein Eimer mit Deckel und eine Ecke im Garten (Wichtig: Für ein Wohngebiet oder empfindliche Nachbarn nicht geeignet, man kann es aber auch im Revier deponieren, dann muss man die Eimer aber absichern, sodass kein Fuchs rangeht).

Anbei sind einige Bilder meiner Schädel nach dieser Methode

Waidmannsheil und viel Spaß, euer Philipp 


Danke an Lisa-Cathrin die einen Teil der Fotos gemacht hat.

hunting_philipp
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Kommentare

Franz Baumann

Sehr guter Bericht und schön hergerichtete Trophäen!

hunting_philipp

Vielen Dank.

Grünhorn

Warum ist Abkochen und Kärchern unprofessionell??
Ich lege mein Schädel für 2 3 Tage in Wasser mit Waschpulver, dann Decke, Fleisch, Augen, etc. raus, ca. 3 - 5x. aufkochen (nach Alter) im Wasserkocher und dann mit dem Kärcher und Schmutzfräse alles raus.
Machen nach meiner Erfahrung (33 JJ) viele Präparatoren so. Geht schnell, einfach und der Gestank ist nicht vorhanden wie beim "Verwesen".

hunting_philipp

@Grünhorn: Das will ich dir erklären: Du zerstörst damit aber die feinen Nasenstrukturen die man für museale Präparate benötigt. Je schonender desto besser. Mit dem Geruch habe ich keine Probleme mehr. Wie gesagt man KANN es so machen. Ich halte es nicht für den besten Weg. Ich kenne es eher so das Leute die es so machen nach 1 -2 Jahren das Problem haben das die Schädel nachfetten.

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