Puli Jagdmesser
Von Kai Schäffler am 15. März 2019

Vor circa zwei Jahren lass ich hier auf Geartester einen Bericht über die Puli Jagdmesser, da ich damals schon länger auf der Suche nach einem guten und schönen Jagdmesser war, hatte ich dann kurzerhand zwei bestellt eines für meinen Vater und eines für mich.

Die Messer kamen und was soll ich sagen, sie waren perfekt gearbeitet, sehr schön und super scharf. Der Preis von ca. 150 Euro für so ein handgemachtes Messer waren wirklich gerechtfertigt und ich war sehr zufrieden. Auch im Einsatz bewährten sich die Klingen, obwohl ich mich noch nie so oft mit einem meiner Messer geschnitten hatte. Die Klingen waren und sind einfach so scharf, dass dieses oft beim Putzen durch den Lappen gleiten und darunter in die Haut. Mit der Zeit lernt man dann aber besser aufzupassen und beim Reinigen oder arbeiten mit dem Messer bei der Sache zu bleiben.

Natürlich lies aber auch irgendwann die Schärfe dieser Messer nach, durch das abziehen am Wetzstahl, nach dem aufbrechen, wurden Sie natürlich wieder schärfer, jedoch irgendwann half auch das nicht mehr und sie mussten nachgeschliffen werden. Also informierte ich mich etwas im Netz und schaute wie man so einen Hohlschliff an einem Messer selbst nachschleifen konnte. Ich kaufte mir sogar ein ganzes Set Wasser Schleifsteine dafür, jedoch bekam ich die Messer nie auf die Schärfe hin wie sie zu Anfang waren. Irgendwann gab ich auf und brachte die Messer zu unserem örtlichen Messerschleifer, welcher die Klingen für 6 Euro wieder zur alten Schärfe zurückbrachte. Somit werde ich ab jetzt wohl, die Messer nach jeder Saison für eine Woche zum professionellen Messerschärfer bringen und die Wasser Schleifsteine für meinen anderen Messer mit normalen Schliff nutzen.

Zum Messer an sich ist noch zu sagen, dass die Größe und Form, nach meiner Ansicht nach, perfekt für ein Jagdmesser ausgelegt ist. Es liegt durch die Form des Griffes super fest und sicher in der Hand. Trägt sich jedoch noch angenehm am Gürtel, ohne dass man ständig irgendwo damit anstößt oder nicht mehr richtig damit im Auto sitzen kann. Trotzdem ist es noch groß genug, um damit im Ernstfall auch mal eine Sau oder Reh abfangen zu können, man muss dann vielleicht bei größeren Sauen (50kg plus) etwas mehr schneiden, aber es geht zu Not schon. Kam bei mir jetzt auch schon ein paar Mal vor als ich auf Drückjagden Standschütze war und die Hunde eine kranke Sau vor dem Stand stellten, dass große Abfangmesser war wie immer bei solchen Situationen im Auto, der Hundeführer zu weit weg, ein Schuss verbot sich wegen den Hunden und die Sau klagte, da war ich froh um mein Puli, mit welchem ich die Sauen dann noch sauber und schnell erlösen konnte. Klar dies ist nicht das Haupteinsatzgebiet des Messers für welchen es konzipiert wurde, aber es ist beruhigend zu wissen, dass es zur Not auch geht. Das Haupteinsatzgebiet dieses Messer ist ganz klar beim Aufbrechen und versorgen des Wildes zu sehen und dafür ist es wirklich super geeignet.

Von daher kann ich diesen treuen Jagdbegleiter nur wärmstens empfehlen.



Kommentare

Rolf Schneider

Hallo Kai,

Danke für den sehr guten Bericht.
Das Messer hat eine sehr gut und Praxisorientierte Form, dazu schaut es noch sehr gut aus.
So ein Messer macht sich an jedem Jägergürtel gut.
Kannst Du noch etwas zu Klingenstahl, der Klingenlänge und Dicke sagen?
Auf den Bildern, würde ich die Länge der Klinge im direkten Vergleich mit der Hand, nicht länger als knapp 12 cm einschätzen. Damit würde ich das Messer zum Abfangen einer Wildsau wirklich nur als absolute Notlösung sehen und dies auch nur in den Händen eines erfahrenen Jägers, der ausreichend Erfahrung beim Abfangen von Schwarzwild hat. Da Du wohl Erfahrung mit dem Abfangen hast, weist Du wovon ich rede. Selbst ein Frischling mit 30 kg, entwickelt beachtliche Kräfte, die gehalten werden wollen, sonst kann es zu schlimmen Verletzungen kommen.

Gruß und Waidmannsheil
Rolf

Kai Schäffler

Hallo Rolf,

die Klinge hat ca. 11cm, hat eine breite hinten von 5-6mm geschätzt und ist aus 440C Stahl.
Auf der Homepage www.porta-hun.eu findest du alle Modelle und technischen Angaben zu den Messern.
Beim Abfangen der Sauen gebe ich dir natürlich recht, dieses Messer ist hier eine Notlösung. Bei mir waren immer meist 4-8 Hunde an den Sauen, die diese gut gebunden haben und mit meinen über 100kg kann ich die Sauen auch meist ganz gut beschweren und am Boden binden. Ohne diese Randbedingungen Rate ich natürlich auch von solchen Aktionen ab. An einen 40kg Keiler, welcher nur von einem Hund gestellt wird, würde ich mich mit dem Messer auch nicht rantrauen.

Grüße und WMH

Kai

Rolf Schneider

Hallo Kai,

440 C Stahl ist nach wie vor ein sehr guter Messerstahl, der einen Vergleich mit den neuen modernen Superstählen nicht zu scheuen baucht. 5-6mm Klingenstärke machen einen beruhigenden Eindruck und erlauben auch einmal einen brachialen Einsatz des Messers.
Alles zusammen ein rundum gelungenes praxisorientiertes Jagdmesser, das auch noch schön ausschaut.
Sehr freut mich, dass Du meine Einstellung zum Abfangen teilst und es auch richtig und deutlich zum Ausdruck gebracht hast.
Sicherheit geht immer vor.
Danke

Gruß und Waidmannsheil
Rolf