Hubertus 1-Riemen Lodenrucksack
Von Constantin_W am 7. Februar 2019

Eigentlich braucht man auf der Jagd nicht viel. Messer, Waffe, Munition und Gehörschutz wären theoretisch fast ausreichend. Aber was würden wir hier tun, wenn wir nicht einen gewissen Fetisch für jagdliche Ausrüstungsgegenstände hätten?! Und diverse zusätzliche Ausrüstung machen ja die Jagd auch deutlich komfortabler. Taschenlampen, Wärmebildkamera, Akkus, Fernglas, Handschuhe, Locker, dicke Socken, Tempos, Tarnschal, Pustefix,... all das will untergebracht und bequem transportiert werden. Und so rückt der Jagdrucksack schon früh im Jägerleben in den Fokus.

Ich bekam den Rucksack irgendwann geschenkt. Als alter Traditionalist wurde mir ein grauer 1-Riemen Lodenrucksack von Hubertus geschenkt. Mit 15 Litern passt schon einiges in den Rucksack ohne zu sehr aufzutragen. Das empfinde ich bis heute als praktisch, da gerade auf engen Kanzeln jeder Quadratzentimeter wertvoll ist. Der einzelne, quer laufende Riemen aus mit Loden gepolstertem Rindsleder ist ebenfalls sehr durchdacht, da man mit aufgesetztem Rucksack, zumindest als Rechtsschütze, die rechte Schulter frei hat und perfekt schießen kann. Zudem ist der Riemen breit genug, um auch bei längeren Strecken bequem zu sein. Die ledernen Hüftriemen sind sicherlich beim Bergsteigen hilfreich, aber für mich in der Ebene eher störend. Diese Zusatzriemen lassen sich aber ohne Aufwand einfach entfernen. Die metallenen Schnallen werden alle mit Lederüberschüben verdeckt, sodass sie nicht ungewollt rumblitzen. Leider sind diese Überschübe aber nicht befestigt und nach dem zweiten mal Öffnen sind die schicken Lederteile weg... Schade. Oben auf dem Rucksack sind zwei belastbare Kordeln angebracht, mit denen ich meine Jacke o.ä. problemlos außen an den Rucksack binden kann.

Im Inneren gibt es nur eine große Tasche und zwei Einschubtaschen. Das hat zwar so ein bisschen das Feeling einer Frauenhandtasche, aber man gewöhnt sich daran. Das große Innenfach ist als einziges mit einem hochwertigen und relativ leisen Reißverschluss verschlossen, die zwei Einschubtaschen im Inneren sind offen. Außen sind zwei mittelgroße aufgesetzte Taschen aufgenäht, die von lautlosen Verbindern zu gehalten werden. Im Rückenteil ist zur Stabilisierung ein dickes Dreieck aus Loden eingeschoben, welches man separat auch als Sitzunterlage nutzen kann. Sehr praktisch, bequem und gut isolierend.

Noch ein paar Worte zum Material. Ja, Loden wird oft mit alten, dicken Männern und Bart in Verbindung gebracht, die fröhlich mit ihrer Flinte auf Gehör einfach mal in den Mais halten. Zum Glück gehört diese Spezies inzwischen zum alten Eisen - Loden jedoch nicht. Als Naturstoff ist das Zeug nämlich eine Wucht. Egal ob als Kleidungsstück, oder wie hier als Ausrüstungsgegenstand ist Loden sehr belastbar, flexibel, leicht zu reinigen, wärmend (das kommt hier natürlich eher am Rande zum Tragen), luftdurchlässig (und dadurch am Rücken etwas transpirationsmindernd) und dennoch gut wasserabweisend. Natürlich gibt das Material irgendwann den Wassermassen nach und im Inneren sollte man gegen Feuchtigkeit empfindliche Dinge getrennt einpacken, aber da das meiste Jagdequipment eine gewisse Feuchtigkeitsresistenz aufweist habe ich damit bisher keine Probleme gehabt. Vor allem weil normaler Regen wirklich lange braucht, bis er den Rucksack durchweicht. Durch die Möglichkeiten bei der Farbwahl zwischen braun, grau und grün macht der Rucksack auch optisch keinen veralteten Eindruck.

Zusätzlich kann man sich bei Hubertus, die auch in Deutschland fertigen und ein Ladengeschäft in München am Viktualienmarkt betreiben, Initialen in den Rucksack sticken lassen.

Bei einem Listenpreis von 205 Eur für den Rucksack muss man schon tief durchatmen. Noch einmal 10 Eur kommen für die Initialen dazu. Das ist schon die preisliche Königsklasse bei kleinen Jagdrucksäcken. Für den Preis bekommt man dann jedoch auch ein Stück Qualität an die Hand, was mich ohne größere Abnutzungserscheinungen inzwischen 8 Jahre begleitet und auch den Anschein erweckt noch viele Jahre durchzuhalten. Ich würde den Rucksack auf jeden Fall nur sehr ungerne ersetzen!

Kommentare

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklärst du dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren