Vortex Viper HD 20-60x80 Spektiv
Von Jagd-Team Nordschleswig am 26. Januar 2019

Das genaue Beobachten ist ebenso ein Teil der Jagd wie der finale Schuss. Mit dem richtigen Werkzeug gelangt der Beobachter und Jäger optisch zum Greifen nahe an das Wild heran. Ob und wie das mit dem amerikanischen Spektiv Viper HD der Marke Vortex funktioniert, haben wir für euch getestet.

Ein Spektiv setzt da an, wo ein Fernglas oder sogar Zielfernrohr an seine Grenzen kommt. Für ein genaues Ansprechen auch auf weiteste Entfernung eignet sich nur ein Spektiv. Es verschafft Klarheit über die Kondition der Stücke und deckt Besonderheiten an der Trophäe auf die sonst wohlmöglich für immer verborgen bleiben würden. Im Wald ist es weniger dienlich als im Feld, spielt jedoch hier seine Stärken voll und ganz aus. Das vermeintliche Schmalreh lässt sich mit dem Spektiv auch auf 500 Meter doch noch als schwacher Knopfbock enttarnen und ein Blick auf die Rosen eines Damschauflers gibt Aufschluss darüber, ob die über den Habitus angesprochene Altersklasse die richtige ist. Ein vermeintlich abnormer Bock kann sich doch als normaler Bock entpuppen, der einen Ast zwischen den Stangen eingeklemmt hat und bei einem Muffelwidder lassen sich bei gutem Licht die Jahresringe auf den Schnecken zählen. Das Spektiv besitzt demnach viele Einsatzmöglichkeiten, die dem Jäger einen noch genaueren und selektiveren Blick ermöglichen. Auch ist ein Spektiv für Naturliebhaber ein unumgängliches Zubehör, möchte man selbst kleinste Singvögel genau ansprechen und erkennen.

Das Vortex Viper HD Spektiv wird als High-End Spektiv zu einem günstigen Preis beworben. Es bietet eine gute Randschärfe, ein klares und kontrastreiches Bild, welches Dank des 80 mm Objektiv auch bei schwierigen Lichtverhältnissen noch gute Bilder liefert. Für eine weit fortgeschrittene Dämmerung ist ein Spektiv jedoch das falsche optische Instrument. Alle verbauten Linsen sind mit einer Antireflexbeschichtung versehen um möglichst farbtreue und lichtstarke Bilder zu erhalten. Das Spektiv ist natürlich wasserdicht und beschlagfrei abgedichtet, sodass auch starke Temperaturschwankungen nicht zu einem Beschlagen im Inneren des Gehäuses führen. Eine von außen aufgetragene Amor-Tek Beschichtung schützt die Linsen vor Kratzern, Öl und Staub. Eine griffige Gummiarmierung sorgt für eine gute Haptik und schützt das Spektiv von außen vor Kratzern und sonstigen mechanischen Einwirkungen. Das Fokussierrad lässt sich angenehm leicht bedienen, ebenso der Vergrößerungsring am Okular. Die Multi-Position-Augenmuschel lässt sich über eine Drehung herausdrehen und für jeden Anwender den richtigen Augenabstand finden. Eine integrierte und herausziehbare Sonnenblende am Objektiv schützt vor störendem Gegenlicht. Das Spektiv ist mit einem Stativfuß ausgestattet, welcher in fast jedes handelsübliche Stativ passt. Ein Stativ erleichtert die ruhige und längere Beobachtung enorm, da ein wackelfreies Bild schon ab einer 30fachen Vergrößerung nahezu unmöglich ist. Der Stativfuß lässt sich über eine seitlich angebrachte Schraube lösen und das Spektiv sich nach Belieben drehen und wieder fixieren. Im Lieferumfang ist außerdem eine sehr praktische Neoprenhülle enthalten, die die Linsen und das Gehäuse zuverlässig schützt. Die Bedienung des Gerätes ist auch mit der Schutzhülle problemlos möglich, was keineswegs selbstverständlich ist.

Im Revier überzeugte das Spektiv von Vortex durch sein klares und helles Bild. Die Farben werden gut abgebildet, auch wenn das Bild eine kaum merklich „kühle Note“ besitzt. Das Zoomrad sowie das große Rad für die Schärfeneinstellung laufen sehr weich und angenehm. Ein Scharfstellen des gewünschten Objektes geht daher schnell und leicht von der Hand. Auch auf dem Schießstand bietet das Spektiv enorme Vorteile, wenn der Stand keine digitale Trefferanzeige besitzt. Schüsse können klar identifiziert werden, ohne nach jedem Schuss die Scheibe zurückholen zu müssen. Das spart nicht nur enorm viel Zeit, sondern auch Nerven. Das Spektiv ist zu jeder Jahreszeit ein fester Begleiter auf jeder Reviertour geworden. Denn es geht einem sprichwörtlich nichts mehr durch die Lappen und erspart so machen Erkundungsansitz, der einem Bock gilt, den man auf Grund der Entfernung nicht weiter exakt ansprechen konnte. Auch lassen sich Fuchsbaue im Frühjahr sehr genau beobachten, ohne diesen auch nur annähernd gefährlich nahe zu kommen. Mit einem Gewicht von ca. 2,3 kg und einer Länge von fast 45 cm sollte man zum Pirschen schon ein Rucksack mitnehmen, möchte man das Spektiv dabeihaben. Das Sehfeld wird bei einem Spektiv - genau wie bei einem Fernglas - in der Regel auf 1000 Meter gemessen und beträgt bei dem Viper HD 33,15 -17-45 Meter.

Mit dem Viper HD Spektiv erhält man ein gutes und absolut praxistaugliches Spektiv das zudem noch mit einer sehr guten optischen Leistung überzeugt. Es ist ein mehr als nützlicher Revierbegleiter und lässt den Nutzer so manches Geheimnis seiner Umgebung enttarnen. Der Preis überzeugt mit 999,00 € ebenso und steht im perfekten Verhältnis zu dem, was man dafür erhält. Ein Spektiv ist eben nicht nur ein optisches Gerät für Jäger und Naturfreunde mit einer stets gefüllten Brieftasche. Ein preiswertes und leistungsstarkes Gerät wie dieses ermöglicht neue Einblicke und unterstützt einen dabei die jagdlich richtigen Entscheidungen zu treffen. Sehr empfehlenswert.

Text und Bilder: Finn Marquradt


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