Mittelhessen_hunting zu Besuch bei Rößler Austria
Von mittelhessen_hunting am 14. Januar 2019

„Und hier soll es sein?“

Denke ich mir, als ich um die Ecke biege und mir das Navigationsgerät des Mietwagens anzeigt, dass ich am Ziel angekommen bin.

Doch tatsächlich kann ich ein kleines Schild mit der Aufschrift „RÖWA AUSTRIA“ sehen, welches bestätigt, dass ich hier richtig bin.

Nach einstündiger Autofahrt von Salzburg bin ich hier in Kufstein, um mir die Firma Rößler anzuschauen.

Als ich vor ein paar Monaten anfing mir Gedanken über eine neue Waffe für Ansitz- und Drückjagd zu machen, war ich noch unentschlossen für welchen Hersteller ich mich entscheiden würde.

Da schon einige Waffen von den großen namhaften Herstellern in unserem Jägerhaushalt vorhanden sind und ich mich gerne mal nach einer Alternative umschauen wollte, habe ich mein Augenmerk auf kleinere Hersteller der Jagdwaffenbranche gerichtet, die nicht so präsent in diversen Jagdzeitschriften und Social Media sind.

Nach einigem Suchen bin ich auf die Firma Rößler in Kufstein gestoßen und war sofort begeistert von deren Firmenphilosophie: „Handwerk trifft Hightech“. Als ich mich in einigen Foren belesen habe, hat mich dabei gewundert dass die Waffen dieser Firma bei all dem Lob, welches dort ausgesprochen wird, in Deutschland doch relativ unbekannt sind. Deswegen beschloss ich kurzerhand Kontakt aufzunehmen und anzufragen, ob eine Besichtigung des Unternehmens möglich wäre, da ich dies mit einem ohnehin geplanten Aufenthalt in Salzburg sehr gut kombinieren könnte.

Hannes Prückler, meldete sich sofort und nach einigen E-Mails stand fest, dass ich Anfang Dezember die Firma besichtigen und mir meine Wunschwaffe aussuchen würde. Üblicherweise bietet Rössler keine Unternehmensbesichtigungen an und daher freute ich mich über diese seltene Möglichkeit.

Verschlüsse aus Rößler -Fertigung

Nach freundlicher Begrüßung und einer Tasse Kaffee führten Firmeninhaber Walter Rößler und Hannes mich durch die die Räume der Firma. Angefangen wurde bei der Fertigung, in der mehrere hochautomatisierte Dreh- und Fräszentren Teile für das System, den Verschluss und die Abzugseinheit fertigen. Sehr beeindruckend für einen Waffenhersteller, der lediglich acht Mitarbeiter beschäftigt und mit diesen circa 2000 Waffen im Jahr fertigt.

Zugekauft werden bei Rößler lediglich die Läufe, welche Lothar Walther in Deutschland fertigt und die Schäfte, bei denen die Holzvarianten aus Italien und von GRS und die Kunststoffvarianten aus Deutschland bezogen werden.

Auf meine Frage, wie ein kleines Unternehmen wie Rößler eine solche Menge Waffen in solch einer Variationsvielfalt anbieten kann (bei dem Modell Titan6 aktuell über 200.000) bekam ich von Walter die Antwort, dass Rößler, im Gegensatz zum aktuellen Trend, einen sehr hohen Lagerbestand vorhält. Wovon ich mich bei der weiteren Besichtigung des Öfteren überzeugen konnte.

TITAN 6  mit Integralschalldämpfer
Zerlegter Integralschalldämpfer

Dass ein solch kleines Unternehmen mit einer so großen Jahresmenge an produzierten Waffen flexible Mitarbeiter benötigt, sieht man alleine daran, dass der Firmeninhaber persönlich für die Fertigung der Magazine verantwortlich ist und jede Waffe selbst der Endkontrolle unterzieht. Ebenso ist es selbstverständlich, dass ein Mitarbeiter aus der Entwicklung auch mal im Bereich der Produktion mit anpacken muss. Dieses familiäre und bodenständige Auftreten bemerkte ich bei der Besichtigung immer wieder.

Angekommen im Schaftlager wurde mir das Ausmaß des hohen Lagerbestandes erstmalig bewusst.

In etlichen Regalen lagern mehrere hundert Schäfte in allen möglichen Holzklassen und Variationen.

Schaftlager

Was das Jägerherz dann natürlich höher schlagen lässt, ist der Moment, indem man sich seinen eigenen Schaft aussuchen darf. Da es bei meiner neuen Waffe an nichts fehlen sollte, habe ich mich dazu entschlossen die höchste Holzklasse zu wählen.

Den Konfigurationsmöglichkeiten sind fast keine Grenzen gesetzt. Rößler hat auf seiner Homepage einen Konfigurator, mit dem man sich seine Wunschaffe zusammenstellen kann und bei dem man die Preise direkt sieht.

Vertrieben werden die Waffen in Deutschland und Österreich über die Firma RUAG, mit der Rößler einen sehr starken Kooperationspartner hat. Durch das große Händlernetz kann man fast überall in Deutschland seine Waffe bestellen.

Was mir gut gefallen hat ist die Tatsache, dass Kundenzufriedenheit sehr groß geschrieben wird. Etliche Verbesserungen und Erweiterungen der Konfigurationsmöglichkeiten wurden auf Kundenwunsch durchgeführt und dann beibehalten. Mitarbeiter der Firma lesen in Internetforen mit und versuchen daraus Kritikpunkte zu finden und diese abzustellen.

Firmengeschichte

Firmengründer ist Erich Rößler, der als gelernter Büchsenmacher bis 1996 bei Voere in Kufstein gearbeitet hat und sich anschließend selbstständig gemacht hat. Nachdem die Firma erst Kipplaufwaffen und anschließend 98er in Serie fertigte, stieg der Sohn und heutige Firmeninhaber Walter Rößler ins Unternehmen ein. Im Jahr 2002 stellte das Unternehmen seine erste eigene Waffe, die TITAN6 vor.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem kleinen Bericht ein paar interessante Infos vermitteln und würde mich freuen, wenn er euch gefallen hat. Wenn ihr weitere Fragen habt, kommentiert einfach diesen Bericht.

Einen weiteren Bericht mit einem Unboxing – Video meiner TITAN6 wird circa mitte März hier auf Geartester.de und YouTube erscheinen.

Grüße und Waidmannsheil im neuen Jahr!

Marc

mittelhessen_hunting


Kommentare

FlitzerTom .

Ich führe selbst eine Titan 6 Allround in einer Sonderedition. Nach der Drückjagdsaison werde ich die Waffe hier vorstellen. Wer in der Preisklasse bis 2000 Euro sucht, der sollte eine Titan 6 unbedingt anschauen.

XXX YYY

@Flitzer Tom, ich komme im Konfigurator mit Kunststoffschaft und ein paar unwesentlichen Extras auf 3000 Euro...…
Für den Betrag gibt es andere Marken....

mittelhessen_hunting

Also ich habe an meiner Waffe nicht gespart was Ausstattung angeht und das beste Schaftholz gewählt und komme auf den gleichen Preis.
Grüße

XXX YYY

Sorry muss mich korrigieren, der Target Light - Black ist ein Holzschaft aber mit diesem Schaft kostet die Waffe ohne Extras schon über 2000 Euro. Mit Extras steht fast eine 3 Vorne....

FlitzerTom .

@XXX Natürlich kostet solch ein Schaft etwas mehr. Eine Mauser M12 May hat auch einen Grundpreis von über 2000 Euro. Der Target-light-Schaft ist aber noch längenverstellbar. Zeige mir bitte eine Werkswaffe mit solch einem Schaft für einen Basispreis von kanpp über 2100 Euro. Ich selbst finde den Preis in Ordnung.
Wer Interesse an einer seiner konfigurierten Waffe hat, der druckt die Daten aus und geht zum nächsten Händler. Dort bekommt man meist einen Rabatt.
Meine Titan 6 Sonderedition mit 47er Lauf kostet im Konfigurator mit 51er Lauf (47er muss direkt bei RöWa angefragt werden) knapp 1800 Euro. Gezahlt habe ich beim Büchsenmacher 1290 Euro. Dazu ein Kahles Helia 5 mit Schwenkmontage kostete mich insgesamt mit Montage und Einschiessen runde 3000 Euro. Die Waffe hat ein Top Schußverhalten. Der Abzug ist ein Traum. Insgesamt ist die Waffe qualitativ hochwertig verarbeitet und das Preis-/Leisuntgsverhältnis ist sehr gut. Ich würde die Waffe wieder kaufen und bin froh, dass ich mich gegen eine Sauer und Mauser entschieden habe. Waldfein hat auf seinem yt-Kanal ein Video über eine Rössler https://www.youtube.com/watch?v=zMzBHCIgOac

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