LANGZEITERFAHRUNGEN MIT WÄRMEBILD: Oder wie eine Technologie die Jagd verändert
Von Jäger Hofmann am 27. Dezember 2018

Hallo an alle GearTester und frohe Weihnachten,

ich habe mich zum Thema Thermaloptik hier lange zurück gehalten, weil ich mit einem möglichst fundierten Langzeitbericht als ersten Bericht auftrumpfen will. Hier kommt er: Zwei Jahre Jagd mit Thermaloptik mit unterschiedlichen Geräten. Das ganze statistisch aufbereitet...

Die zentrale Frage ist doch, was bringt es einem 3.000 Euro für eine solche Optik auszugeben? 

Und ich möchte meine persönliche Antwort, basierend auf 2 Jahren intensiver Nutzung vorweg nehmen: Es revolutioniert dein Jagen. Nicht (nur), daß man mehr Strecke macht, viel entscheidender für mich, man erlebt mehr. Durch Thermaloptik sieht man das Revier mit anderen Augen, man hat viel mehr Anblick und ein viel intensiveres Erleben der Jagd. Was vorher im Verborgenen blieb, wird sichtbar. Langeweile auf dem Ansitz ist Vergangenheit. Und mehr Strecke? Ja, kann man auch machen, aber meine Empfindung dazu ist eine andere: Man jagt BESSER!! Man kann viel besser ansprechen, man kann deutlich selektiver jagen. Das alles, weil man soviel mehr sieht. Ist das 3.000 Euro wert? Ich würde sogar mehr dafür geben...

Nun zur sachlichen Teil, meines Berichtes:

Die folgenden Geräte wurden intensiv genutzt:

- FLIR SCOUT: Mein erstes Gerät. Solide aber nicht mehr up to Date.

- PULSAR HELION: Der Platzhirsch aus dem Baltikum. Super starke optische Leistung, die lange Zeit Maßstäbe gesetzt hat.

- LIEMKE KEILER: Mein aktuelles Gerät, bei dem ich bleiben werde. Ausgereift bis ins Detail.

Aber mir geht es hier nicht so sehr um die Geräte. Ich möchte vielmehr auf die Nutzung von Thermaloptik eingehen und die oben gestellte Frage beantworten, was es einem bringt mit einer "Kamera" jagen zu gehen. In einem weiteren Test werde ich nochmal den KEILER von LIEMKE vorstellen, da ich extrem überzeugt bin und hier noch nichts bei GearTester vorgestellt worden ist.

Wie verwende ich Thermaloptik:

Ich jage in einem Revier mit 50% Waldanteil. Die Kamera kommt immer und vielseitig zum Einsatz. Sowohl nachts wie tags ist sie mein Begleiter, beim Ansitz wie auf der Pirsch... Gerade in unwegsamen Gelände ist sie von Vorteil, da man Wild ausmacht, welches man mit konventioneller Optik NIE gesehen hätte. So macht es sogar Sinn, im Wald zu pirschen. Undenkbar ohne Kamera, da man sonst alles nur ver- statt bejagt.

Ein im Wald "erpirschtes" Stück Rehwild. Ohne Thermalkamera undenkbar.

Man sieht Wild auf dem Ansitz früher heranwechseln und nach dem Schuss ist es ein tolles Gefühl, das Stück liegen zu sehen, selbst wenn es größtenteils von Gras bedeckt ist. Daher: Auch super auf der Drückjagd und wer wäre von einer solchen Verwendung ausgegangen!?

Zur Statistik:

Ich habe seit ewig die Tradition, über meine Ansitze Buch zu führen. Ich notiere meinen Anblick sehr genau und führe über meine Erlegungen genau Buch. Ich bin sogar so ehrlich zu mir, das ich meinen Erlegungen bewerte, ob passend oder nicht. Hauptkriterium für letzteres ist: Das erlegte Stück muss das sein, was ich angesprochen habe. Ein Kitz ist ein Kitz und keine Geiß usw...

Ich habe für die Auswertung meiner Beobachtung den gleichen Zeitrum von zwei Jahren VOR Thermalkamera als Referenz genommen. Wie viel mehr ich Anblick hatte oder erlegt habe, drücke ich in den kleinen Grafiken in Prozent aus.

Ich habe den Hauptvorteil eingangs schon beschrieben: Man sieht mehr. Ich habe hier Wald und Feld unterschieden, da ich hier Unterschiede vermute.

Im Feld zeigt sich, das Rehwild auch ohne Thermalkamera recht zuverlässig in Anblick kommt. Sauen hingegen viel besser auch auf weite Distanzen ausgemacht werden können. Ich sah im Vergleichszeitraum 36% mehr Sauen mit als ohne Thermaloptik... Oftmals waren es auch Sauen im Waldschatten, die man mit normaler Optik ab 200m nicht mehr sah. Besonders spannend dann die Jagd: Schuhe aus und angehen. Eine Freude ;-)

Im Wald sieht man hier eine klare Verschiebung, hin zu Rehwild. Man wundert sich doch oft, wie ein graues Stück Rehwild im Wald mit der Umgebung verschmelzen kann. So ist es mir auch oft ergangen, daß ich ein Stück mit der Thermalkamera sah, es dann aber trotz größter Mühe nicht ins Zielfernrohr bekam. Grade in dichten Einständen. Aber das tolle: Oft klappt es auch und man kommt an heimliche Stücke erfolgreich ran... So kann man sinnvoll und sauber auf Rehwild im Wald jagen.

Und wenn ich meine Erlegungen vergleiche: Ja, man macht mit der Technik mehr Strecke. Gerade bei Sauen habe ich das ausgenutzt, um Schadensabwehr zu betreiben.

Aber das ist nicht mein Grund für die Lobeshymne auf diese Technologie. Ich habe es nicht genossen MEHR Strecke zu machen, ich habe es genossen, die RICHTIGE Strecke zu machen. Wie sehr die Technik einem dabei hilft, hat die Auswertung meiner "Fehlabschüsse" gezeigt:

Ich habe in den letzten beiden Jahren deutlich besser gejagt und so auch deutlich mehr Freude daran empfunden. Man sieht einfach die Frischlinge und Kitze oder man kann besser die Größen in einer Rotte vergleichen. Ich mag da etwas genau sein aber ich glaube ich bin damit zum Glück nicht allein. Irgendwelche Schießer aus dem Staatsforst haben eh schon bei der Einleitung aufgehört zu lesen und warten auf "die Lösung für die Auslandsjagd", um ihren Wald "rehrein" zu machen.

Mein Fazit:

Ich kann keine Technologie ersinnen, welche in den letzten Jahren die Jagd so sehr revolutioniert hat, wie Thermaloptik. Für mich kommt der Erfindung des Zielfernrohrs gleich!

Die enorme Steigerung des Anblicks macht Jagd zum noch intensiveren Genuss. Die Vielzahl an Beobachtungen auch unter schwierigen Bedingungen ermöglichen es einem Beute zu machen, und das auch noch sauber und präzise. Beim Thema Thermal geht es um weit mehr, als nur mehr Beute machen!! Es geht um intensiveres und besseres Jagen.

Und ich bin mir sicher, mit dieser Einschätzung stehe ich nicht allein dar...

WMH, euer Sebas Hofmann

Kommentare

HuntingChris

Guter Bericht. Würde ich mit meiner Erfahrung gleich setzen und genauso unterschreiben. Klasse Arbeit

ThermoJagd TJ5

Spannend, das mal Zahlen dahinter gepackt werden!!! Ich werde oft nach dem WIE VIEL MEHR Anblick mit Thermo gefragt... Werde auf deinen Bericht verweisen!

Hans Forstmann

Finde die differenzierte Betrachtung des Themas gelungen: Thermal Optik macht Dich eher zum besseren Jäger statt zum Mörder.
PS: Die dazu passende Persönlichkeit vorausgesetzt ;-)

Ober Jäger

Zum Glück gab es Weihnachtsgeld. Lege schon mal 3.000 Euro weg, für den Fall das dein Liemke Test genauso überzeugt...

Schwarzwild

Toller Bericht. Ich überlege auch schon länger, mir eine WBK zuzulegen. Die Frage ist Pulsar XP 38/50 oder Liemke Keiler 36 Pro/50 Pro. Ist echt schwierig......
Welche Bildqualität ist besser???

Christoph Gressel

Guten Morgen!
Habe ebenfalls seit Weihnachten eine Thermalkamera von Liemke. Tolles Gerät, nicht nur für die Jagd. So sieht man auch die Kältebrücken bei den Immobilien.
Bei uns im Bergwald kommt ein Problem dazu. Der Schnee. Die Flora ist in Relation zum kalten Schnee warm. Wenn ich über eine verschneite Wiese Richtung Wald beobachte, sehe ich nur eine geschlossene Front von Wärmeabstrahlenden Bäumen. Selbst auf kurze Distanz, strahlen die Bäume bei Schneelage so intensiv, dass man zu einer Fauna kaum Wärmedifferenzen sieht.
Wie löst Du das Problem?

Alphamimic

@schwarzwild
Am besten selber ein Bild machen beim jagdfux (Fabian Prüller) oder einem anderen Händler.
Liemke soll durch hervorragenden Kundenservice überzeugen. Ich persönlich hatte aber noch kein besseres Gerät als das Pulsar helion XP in der Hand.
+ maximale Robustheit, IP7X (siehe Youtube)
+leichte Bedienung nach kurzer Gewöhnung
+gelungener aufnahmemodus mit App um im Zweifel direkt dem Nachsuche-führer eine Aufnahme zeigen zu können
+akkulaufzeit schon mit dem KLEINEN akkupad mehr als 8h bei dauerhafter Benutzung
+Akku-Tausch mit einem Klick!
+lautlose und blinde Bedienung möglich
+mit Übung bei der Feldpirsch kann man bei normalen Verhältnissen auf mehr als 500m rehwild und Schwarzwild unterscheiden

Negativ:
-Kundenservice soll lange dauern (Einschicken von defekten Geräten)
-Kalibrierung an abgelegenen kirrungen und engen Schneisen könnte leiser sein

Mit beiden Geräten hast du auf jedenfall das beste was der zivile Markt zur Zeit hergibt!
Das größere objektiv lohnt sich auf jeden Fall. Also im Zweifel das 50er Modell.

Gruß
Fabian

Alphamimic

@christoph Gressel

Bei den Geräten von Pulsar kann ich das nicht bestätigen, bei Schnee noch viel deutlichere Unterscheidung möglich!

XXX YYY

@Alphamimic, das kalibrieren kann man umschalten, so das es an der Kirrung nicht dauernd automatisch kalibriert und den Kalibrierlärm vermeidet.
Gibt zwar Schleier auf dem Bild, ist aber immer noch besser als das Wild zu vergrämen.

Alphamimic

Stimmt, guter Tipp! Danke

Constantin_W

Ich habe mich für Pulsar XQ50F entschieden. Wechselakkus, Höhe Reichweite und der näher am Auge liegende Monitor waren mir ganz lieb. Auch dass die Liemke Geräte aus China zugekauft und wie viele andere Geräte unter Eigennamen verkauft werden ist nicht ganz mein Konzept. Der andere Sensor von Liemke ist jedoch auch schick, aber zog bei mir den Kürzeren. Glücklich kann man auf jeden Fall mit beiden Geräten werden.

Franz Baumann

Ich habe den Bericht zweimal gelesen und bin PRO WBK. Hier gibt`s zig gute Berichte über WBK, sehr gute Videos, wie die von Dreispross. Obiger Bericht ist in meinen Augen ein jägerisches Armutszeugnis. Jedes 7. Reh ohne WBK falsch erlegt / nun mit WBK erst die "richtige" Strecke machen im Sinne von "nichts Falsches erlegen" / Erfolg im heimischen Revier beim Anpirschen nur durch WBK / jetzt erst Rehe ansprechen können / die Schießer im Staatsforst und selbst kein Kitz von der Geiß wegkennen usw. Sorry, aber da fehlt`s ja eklatant am kleinen 1x1. Das liest sich wie ein Bericht für Leute, die das erste Mal einen Jagdkurs besuchen.

Weitaus gehaltvoller und wirklich interessant, die Kommentare. Da ist background vorhanden.

Jäger Hofmann

Hey Geartester Fans,
ich freue mich über all die Likes und das hier so rege diskutiert wird. Schön, das mein Bericht einen solchen Anstoß gab.
Was ich aus den vielen Kommentaren raus lese: Viele stehen vor der Entscheidung Liemke vs. Pulsar.
Ich werde dazu einen weiteren Bericht vorbereiten. Ich freue mich schon drauf...

Hans Forstmann

So sehe ich das auch: Liemke oder ein PULSAR? das ist die Kernfrage wenn es um das passende Gerät geht. Bin auf deine Einschätzung gespannt...

Christian Barthel

Vorab Danke für den interessanten grundlegenden Erfahrungsbericht. Vieles was sonst darüber zu lesen ist, verliert sich in technischen Einzelheiten und beantwortet mir zu wenig die praktischen Seiten. Mich interessiert das Thema WBK schon lange. Viele Freunde von mir sind begeistert. Für mich bleiben bei dem Thema bestimmte Punkte unklar:
- Man sieht mit der WBK das Wild, was man mit blossem Auge oder konventioneller Optik nicht gesehen hätte. Aber wie kann ich dann dieses - nur durch die WBK sichtbare Wild - bitte ins Zielfernrohr bekommen und erlegen? Es nutzt mir doch nicht viel, wenn ich weiss, da ist irgendwo Wild, wenn ich nicht daran komme.
- Bis ich im Wald, wo die Distanzen geringer sind aber mehr Deckung ist, die WBK einsatzfertig habe und damit angesprochen habe um dann die Waffe zu nehmen und es mit der Zieloptik anzuvisieren, ist die Gelegenheit doch weg.
- Im Wald höre ich mit meinem Peltor das anlaufende Wild viel früher als ich es sehen kann. Das gilt doch auch mit der WBK.
- Die WBK ist offenbar beim Kalibrieren laut. Bei mir und meinen üblichen Jagddistanzen reagiert das Wild bereits, wenn ich den Spannschieber meiner R8 "unvorsichtig" betätige.
- Beim Ansitz in der Dämmerung und Nacht nehme ich mir durch den ständigen Blick auf ein beleuchtetes Display die eigene Nachtsichtfähigkeit. Es dauert dann viel länger, wenn ich durch das Zielfernrohr schaue, bis ich etwas erkennen kann. Die Nachtsichtfähigkeit wird auch insgesamt herabgesetzt, wenn ich die WBK nur mit einem Auge nutze.
- Die Preise für WBK sind derzeit absurd hoch. Das Preis-Leistungsverhältnis ist schlecht. Die Spitzentechnologie ist für uns nicht verfügbar, weil nur fürs Militär, und nicht bezahlbar (ca. 20.000 €). Alles andere - also das was auf dem Jagdsektor angeboten wird - ist technisch nicht ausgereift und wird sich relativ schnell überleben. Die Preise verfallen bereits jetzt. Warum 3000 € investieren, wenn es morgen bereits bessere geräte für 2000 € gibt?
- Ich sehe keinen ausreichenden jagdlichen Nutzen. Besonders im Wald. Das Nadelöhr ist doch die Zieloptik auf meiner Waffe. Nur das, was ich darin klar sehen und ansprechen kann, kann ich auch erlegen. Solange es gesetzlich nicht erlaubt ist, die neue WBK-Technik auf der Waffe zu nutzen oder diese Nachts durch eine zusätzliche Lichtquelle (rote Lampe) LEGAL zu ergänzen, nutzt die WBK jagdlich nicht viel.
- einen Vorteil der WBK sehe ich nach dem Schuss. Ich finde das Wild damit in der Dunkelheit und sehe rechtzeitig, ob es verendet ist oder im Wundbett sitzt bzw. auf den Läufen ist.

Das sind meine Einwände gegen die WBK. Ich sehe in der WBK derzeit einen Hype, der nüchtern betrachtet unbegründet ist. Man sieht damit vielleicht mehr, kann das aber jagdlich nicht nutzen. Man schleppt weitere Ausrüstung mit sich und "technisiert" sich und Jagd noch mehr. Dabei will man doch eigentlich alles unmittelbar und unverfälscht erleben und so einfach wie möglich handhaben. Das ist schon ein Widerspruch, oder?
Vielleicht kann mal jemand mir meine o.g. Einwände nehmen. Dann würde die WBK Technik auch für mich interessant. Vielleicht kaufe ich mir dann sogar auch eine WBK. Übrigens, was ist eigentlich mit der klassischen Nachtsichttechnik? Ist die jetzt durch die WBK plötzlich obsolet? Gutes Neues Jahr Euch allen! Viel Erfolg und Freude auf der Jagd - ob mit oder ohne WBK!

Alphamimic

Das kalibrieren kann man auch manuell machen oder komplett weglassen.
Wenn du mal ein qualitativ hochwertiges Gerät in der Hand hattest, willst du nie wieder ohne.
Wie begründest du, das die aktuellen WBK nicht ausgereift sind? Für den jagdlichen Gebrauch sogar mehr als ausreichend meiner Meinung nach!

Christian Barthel

Die aktuell verfügbaren Geräte haben alle noch Verbesserungspotential in der Akkutechnik oder auch in der Bildqualität. Ich habe technisch keine Ahnung. Ich entnehme das den Testberichten der Geräte und den Aussagen der Freunde von mir, die selber von der WBK Technik überzeugt sind. Die meisten gestehen ein, dass diese Technik Grenzen hat, die zu jagdlichen Kompromissen zwingt. Kompromisse, die man mit dem Fernglas oder der Zieloptik nicht akzeptieren würde. Natürlich gibt es immer bessere Alternativen, die mehr Leistung bringen. Aber ist das bezahlbar und im jagdlichen Gebrauch noch zielführend?

Christian Barthel

So lange mir niemand beantwortet, wie er mit der WBK Wild ausmacht und anspricht und es dann gleichzeitig mit der konventionellen Zieloptik erfassen kann - die dieses Wild eben nicht abbildet - kann ich in der WBK keinen praktischen jagdlichen Vorteil sehen. Ich weiss auch so, ob Wild unsichtbar in der Nähe ist oder nicht. Dafür reicht ein guter Hund als Begleiter.

Constantin_W

Es ist wie bei Allem abhängig davon wie man die Technik nutzt. Klar, wer sich vorstellt bei absoluter Finsternis damit die Strecke aufzubauen, der kommt an aktuell illegalen Vorsatzgeräten nicht vorbei oder muss sich im Pirschen üben. Auf 30m reicht auch wenig Licht.
Für mich ist der Nutzen eher, dass ich nicht auf Wild auflaufe, dass ich sehe was insgesamt da ist (seit der Wolf bei uns herum tollt hat man bei Sicht oft das Gefühl eines verwaisten Reviers) und zur Sicherstellung ob man getroffen hat nach dem Schuss. Zuletzt gucke ich mit dem linken Auge durch und schieße mit rechts. Das löst das Nachtsichtproblem ein wenig. Besonders bei Schnee kann ich Wild früh erkennen, bin pünktlich fertig und weiss inzwischen etwas genauer, wo ich die Falle aufbauen sollte

Jäger Hofmann

Danke für die Unterstützung Constantin!
Ich nutze es genauso wie er: Auf Sicht jagen ist für mich die Hauptverwendung. Extrem langsame Pirsch und das Wild schneller sehen, als es einen selber sonst sieht und abspringt.

Die Frage von Christian, wie man dann weiter verfährt ist berechtigt. Ich Mache es so:
Ich mache Wild aus und gehe dann in mit der Waffe auf den Schießstock. Oft dauert es lange, bis man einen Blick frei auf das Stück hat. Manchmal klappt es nicht. Dann weiß ich jedoch wo Wild ist und setze mich am nächsten Tag dort an und bekomme es so oft in Anblick. Alles in allem: Erhöht es deine Chancen in schwierigen Revierecken signifikant.

Vielleicht hast Du ja einen guten Händler in der Gegend, der Dir ein Gerät zur Ansicht gibt, dann probiere es mal aus. Bin gespannt, was Du sagst...

WMH euch in 2019 und guten Rutsch!

XXX YYY

Ich nutze die WBK meist Tagsüber um Kahlschläge die bereits mit Dornen bewachsen sind abzuleuchten.Dort sehe ich dann ob Wild steht oder liegt und ob es sich lohnt an der Stelle zu sitzen. Das sitzen kann dann lange dauern bis das Wild aufsteht, mit dem Fernglas angesprochen werden kann und eventuell geschossen werden kann. Ohne WBK würde ich an der Stelle vielleicht umsonst sitzen in der Hoffnung das etwas Wild auf der Fläche äst oder liegt, mit der WBK weiß ich es vorher.

Nachts sieht man auf den Wiesen ob Wild steht und kann es bei gutem Wind angehen.

Auch muss man nicht mehr rätseln ob sich vor einem Wild befindet oder nur ein Stuken oder Maulwurfshügel.

Man sieht Nachts viel weiter mit der WBK und kann zb. einen weiten Fuchs den man mit dem Fernglas nicht gesehen hätte, ran locken.

Das sind nur einige Beispiele für die Vorteile einer WBK.

Braxl

Der Bericht von Jäger Hofmann ist symptomatisch für die aktuelle Jägergeneration: kaum Zeit, schnell raus und noch was töten und das mit viel Technik, dann zurück zu anderen Vergnügungen.
Das Wild in Einständen aufsuchen, vergrämen und für sich den Edeljäger beanspruchen; und mit gleichem Zungenschlag einen Berufsstand (Förster) pauschal verunglimpfen ("Irgendwelche Schießer aus dem Staatsforst"). Nach 46 JJ kenne ich genug Förster um zu wissen, dass solche Vorurteile kontraproduktiv sind. DIE Jäger sind die wahren Heuchler, sie gehen mit "Auslandstechnik" ins Revier und bekämpfen Wildschweine, schießen nächtens die Rehe, um den Abschußplan zu erfüllen und entwickeln sich successive zu reinen Schädlingsbekämpfern. Und dann werden am Stammtisch Sprüche geklopft, wieviel Sauen geschossen wurden. Jagdethik ade. Rehe werden am Tag geschossen, basta. Bei der Saujagd macht eine WBK nur Sinn in Kombination mit einer ebensolchen Zieloptik. Illegales Jagen ist auch Wilderei.

Dieter Kanngießer

Hallo zusammen,
nach vielen Jahren der Nachtjagd (Sauen) habe ich mich vor 6 Wochen dazu entschieden ein WBG zu kaufen. Habe mich für das JSA IR 415 Vox entschieden - für 1650,-€ und bin sehr zufrieden mit dem Gerät!

Unglaublich was ich in all den Jahren nachts nicht gesehen habe:-))

Spaß bei Seite - gerade bei der Wildschadensverhütung (Sauen) ist es eine unglaublich Hilfe man hat ja nicht endlos Zeit und muss bei dieser Jagdart um Effektivität bemüht sein.

Desweitern hilft sie mir ungemein bei Nachsuchen. Schon oft habe ich meinen Hund nicht geschnallt wenn erkennbar war das aus dem laut Schützen beschossener Frischling ein 90 kg Keiler wurde welcher noch im Wundbett am leben war.

Christian Schubert

Hallo Zusammen !
Jetzt schildere ich mal meine Entscheidung zum Kauf eines IR-Gerätes aus der Sicht
eines Nicht-Jägers sondern Naturbeobachters, Der schon seit 30 Jahre Nachtsichttechnik
und Restlichtverstärker als Hobby hat.

Die Wärmebildtechnik sehe ich Mittlerweile als König der Nachtsichttechnik.
Das US-Militär arbeitetet trotz sehr guten Gen3 Restlichtverstärker überwiegend
damit und ausschließlich mit Vox-IR Sensoren.
Warum das so ist erkläre ich in meinem Erfahrungsbericht:

Es gibt ja viele Hersteller wie Guide,IRay Pulsar ,Liemke,Armasight und FLIR.
FLIR ist sehr bekannt und bauen auch Geräte mit Militärstandart mit Vox-Sensor,
Die Allerdings nicht frei verkäuflich sind.

Kurzum, ich stand kurz vor der Entscheidung mir das Helion XP50 von Pulsar zu kaufen.
Hier hat mir die hohe Auflösung und die umfangreiche Bedienungsmöglichkeiten beeindruckt.
Auch der Bildschirm war zu diesem Zeitpunkt auch mit der Beste.

So, dann kamen ab November von Liemke die neuen Keiler 36 und 50 Pro heraus.
Der Sensor hat hier sogar 640x512 Auflösung und der Bildschirm ist statt 7.8mm hier
jetzt 10mm groß mit 1280x960 Auflösung.
Ganz entscheidend war für mich aber ist der verbaute Sensor (Das Herz eines jeden IR-Gerätes):
Es ist ein Vox (Vanadiumoxyd Sensor), Der eine noch bessere NETD<50mK und laut Hersteller
sogar bis auf 40mK hat, hinzu kommt ein super Kontrast mit weniger Rauschen und keine
Fehlerpixel aufweist.
Siehe auch hier: https://www.youtube.com/watch?v=8eID1BMuqus
… und hier: https://www.youtube.com/watch?v=DVgptn0HYso

Damit war bei mir der Fall gleich besprochen und ich habe mir dann bei Liemke direkt das
Keiler 50Pro gekauft.
Im Vergleich zum Pulsar (ASi-Sensor) kommt noch die bessere Optik mit vollen 50mm
Durchmesser und F1, statt 42mm und F1.2 sowie eine Naheinstellmöglichkeit ab 1.8 Meter,
beim Pulsar Helion XP50 geht das erst so ab 5.0 Meter.
Außerdem sind die Leute bei Liemke sehr freundlich und hilfsbereit, im Falle daß man mal
Probleme hat.

Ich lege jedem ans Herz die Geräte nicht nach den gezeigten Videos im Internet zu beurteilen,
sondern selber direkt hindurchzuschauen (sieht noch um Welten besser aus).
Ich kann nur sagen: Die Kontrastschärfe und Detailauflösung zusammen mit dem sehr komfortablen Bildschirm im Keiler 50 Pro haut einen aus den Latschen.
Ich meine da gibt es jetzt keinen großartigen Unterschied zu den teuren Militärgeräten.
Wenngleich 4.200.- eine Menge Geld sind (Jäger schlachten Wildschweine und ich habe
mein Sparschwein vor Weihnachten geschlachtet :-), hat sich der Kauf voll und ganz gelohnt.

Hat das Pulsar zwar noch mehr Bedienumfang mit Objektivwechselmöglichkeit, war bei mir
die Bildqualität letztendlich ausschlaggebend-und da ist das Keiler 50Pro der klare Sieger.

Zum Schluß noch folgende Anmerkung:
… und ja, Liemke kauft auch Geräte in China ein.
Bis auf die teuren Bussard und Milangeräte, wer da aber bereit ist noch das Doppelte zu
investieren muß das selber entscheiden.
Ich finde das es so die Möglichkeit gibt auch Geräte mit Vox-Detektoren zu bekommen
mit Militärstandart für weit unter 10.000.-
Das für 2.400.- Keiler 35Pro ist nach wie vor auch noch ein sehr beliebtes Gerät.
Es ist nicht mehr so daß China nur billige Massenware produziert sonder auch im High-End
Sektor tätig ist.Denkt man nur an die teuren Apple IPhones oder die besten Blu-Ray Player
von Oppo, die auch in China hergestellt werden, und auch ordentlich kosten.
Und Intel, AMD sowie nVidia lassen alle bei TSMC in Taiwan ihre Chips herstellen.
TSMC ist weltweit der bedeutenste Halbleiter-Fertiger.

Die IR-Geräte sind mit Sensoren von IRay aus China ausgestattet, Die mittlerweile
mit Weltmarktführer sind.
Die Geräte werden auch noch unter Namen wie Iray, E6Pro und NVECTech geführt.
Die haben sogar einen Vox-Sensor mit 1024x768 Auflösung:
https://www.youtube.com/watch?v=ZBgqQQNrhxU
Absolut beeindruckend.

Außerdem sind wir hier in Europa in der glücklichen Lage eine sehr liberale Gesetzgebung
für Nachtsichtgeräte zu haben (außer für Zielgeräte).
Wir dürfen Geräte mit hoher Auflösung und Vox-Sensoren, sowie hoher Bildfrequenz von
30/50 oder 60Hz, erwerben.
In den USA darf man nur maximal Geräte mit 9 Hz (siehe FLIR Zivilgeräte) besitzen.

Da haben wir es schon gut.