ATN OTS Wärmebildkamera - Für den harten Einsatz in unübersichtlichem Gelänge
Von ThermoJagd TJ5 am 10. Dezember 2018

Diejenigen unter euch, die schon eine Wärmebildkamera haben, können sich sicher noch an das Gefühl erinnern, nachdem Sie das erste mal mit einer gejagt haben: WILL ICH AUCH.

Einziges Problem ist nur eine zu finden, die:

a) bezahlbar,

b) verfügbar und

c) für die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Warum es in meinem Fall ein ATN OTS-HD 640 1-10x wurde, das möchte ich euch im folgenden darstellen, denn ATN ist nicht die naheliegendste Entscheidung.

Ich habe mir natürlich nicht nur ATN angesehen, sondern auch PULSAR und FLIR. Aber gehen wir die Punkte von oben mal durch:

a) Preislich tut sich nicht viel aber etwas. Direkt vergleichbar ist nur das Pulsar XP 50, welches bei 3.900 liegt (FLIR Produkte sind schnell ausgeschieden). Ich habe das ATN OTS, für 3.400 Euro bekommen. Also etwas günstiger. FLIR hat nicht wirklich vergleichbare Lösungen und war daher schnell aus dem Rennen.

b) Verfügbarkeit ist in der Tat spannend. Das Pulsar, welches die bekanntere Marke ist, findet man bei Egun und Ebay recht häufig. Nur habe ich mir die Verkäufer einmal angesehen und festgestellt, das kaum namenhafte dabei waren. Dafür ist es mir zu viel Kohle. Das ATN konnte über den Handel schnell beim Vertreter für Deutschland bestellt, werden. Das ist mir wichtig in Punkte Service.

c) Der letzte Punkt ist aber der entscheidendste, die eigenen Bedürfnisse! Ich habe mich für für das ATN entschieden, obwohl es einem Pulsar in manchen Aspekten unterlegen ist. Aber dazu gleich mehr. Überzeugt haben die folgenden Punkte: Das Sehfehld ist super, da es bei 1-fach beginnt. Andere oftmals bei 1,9 oder 2-facher Vergrößerung. Da ich im Wald jage brauche ich Überblick, um nichts zu verpassen. Die hohen Vergrößerungen nutze ich hingegen so gut wie nie, da es dann eh "pixelig" wird.

Und außerdem: Ich will wertige Haptik. Ich bin absolut kein Freund von Plastik auf der Jagd. Und das, obwohl mir bewusst ist, dass Kunststoffe heutzutage enorm leistungsfähig sind! Ich will das Gefühl von Haltbarkeit spüren. Und so jage ich auch: Meine Geräte werden hart genutzt, ohne Rücksicht auf Verluste. Hier hatte ich bislang beim ATN ein sehr gutes Gefühl und wurde nicht enttäuscht.

Letzter Punkt, der nicht soooo relevant ist, aber auch erwähnt werden soll, ist die Energieversorgung. Flir und Pulsar haben eigene Akkulösungen. Ich finde es jedoch gut, wenn man mit normalen AA Batterien oder Akkus arbeiten kann. Das macht einen flexibel und es wird auch nicht so teuer, wenn die Lebensdauer erreicht ist.

Und so kam es, das ich mich für ein ATN entschied. Ob Du das auch solltest? Keine Ahnung, lies bitte weiter und entscheide, ob die Grenzen des Gerätes für Dich tragbar (im wahrsten Sinne!) sind, oder es doch ein anderes Produkt sein sollte...

Die Grenzen des Produktes liegen hier:

Die Tatsache, dass es ein Metallgehäuse ist, schlägt ordentlich zu Buche. Wir haben ca. 25% mehr Gewicht, als der vergleichbare Wettbewerb. Hier wird der Arm schon mal etwas schwer, wenn man nicht auf einem Stock oder der Kanzelbrüstung abstützen kann. Für mich ist es das wert, zu Gunsten der Haltbarkeit und der vermittelten Wertigkeit des Gerätes.

Optisch ist das Gerät FAST auf Augenhöhe mit Pulsar. Der Sensor ist sehr sensibel und man verpasst auch bei 1-facher Vergrößerung keine Details. Was jedoch gewöhnungsbedürftig ist, ist der "Sensorrefresh" (Das neu "kalibrieren"). Das Pulsar meines Jagdfreundes macht dies regelmäßig von allein und im ganz normalen Betrieb. Das ATN muss hierzu kurz mit der Hand abgedunkelt werden, um keine Schlieren im Bild zu verursachen. Ich habe mich recht schnell dran gewöhnt. Einmal auf den Jackenärmel und Knopf gedrückt, fertig... Ist jedoch nicht so gut gelöst wie bei Pulsar, muss man klar sagen.

Meine Verbesserungsvorschläge an den Hersteller:

Ganz klar, den "Sensorrefresh" automatisieren.

Die Schutzkappe des Objektives mit dem Gerät verbinden. Der geht schnell mal verloren.

Man sollte einen Riemen beilegen, sodass man das Gerät um den Hals tragen kann. Habe ich mir aus einem alten Fernglasriemen gebaut und das entlastet sehr. Macht das Gewicht (fast) vergessen.

Zusammenfassung:

Ich habe mich ganz bewusst für das schwerere Gerät entschieden. Ich wollte ein maximal großes Sehfeld und Haltbarkeit! Der Nutzwert der Optik ist nicht ganz auf Pulsar Level aber worauf man seine Prioritäten setzt, ist jedem überlassen. Dieser Bericht richtet sich an Jäger wie mich, die nicht nur in der Komfortzone eines Hochsitzes zuhause sind ;-)

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