Erfahrungsbericht Heizweste Lenz „heat vest“
Von Monchichi am 9. November 2018

Nachdem ich schon seit geraumer Zeit von den Erfahrungsberichten anderer „geartester“ profitierte, möchte ich in Zukunft die Erfahrungen meiner Jagdausrüstung teilen. Heute stelle ich euch meine Heizweste von Lenz vor, die ich seit nunmehr 11 Monaten (bis auf den Sommer) ständig nutze.

Warum überhaupt eine Heizweste?

Von Mai bis Mitte/Ende November nutze ich die vorhandenen geschlossen Kanzeln im Revier (mit wenigen Ausnahmen) nicht. Ich bevorzuge die Pirsch, offene Leitern oder stelle mich mit dem Pirschstock in verschiedene„Ecken“ im Revier, wo sich sonst keiner aufhält. Dementsprechend bevorzuge ich leichte, dünne und geräuchslose Bekleidung ( Softshelljacke in Tarn, darunter ein Pullover von Woolpower, ggf. Noch eine Weste).Mit dicken Jacken kann ich grundsätzlich wenig anfangen. So „dünn“ angezogen zu sein hat zwar den Vorteil der Beweglichkeit, morgens, abends oder auch bei Wind kann es aber schnell unangenehm kühl werden. Abhilfe sollte eine Heizweste schaffen.

Warum die Heizweste von Lenz?

Vorab möchte ich sagen, dass meine Recherche zu den Heizwesten ausschließlich auf Grundlage von Berichten (Jagdzeitschriften, Internet) erfolgte. Ich habe keine andere Heizweste physisch vorliegen gehabt. Wichtig waren mir drei Faktoren:

1. Die Weste sollte möglichst dünn und flexibel sein, sowie eng anliegen

2. Der Nierenbereich muss gewärmt werden

3. Die Weste sollte einfach zu Waschen sein

Die Westen die im Netz gefunden hatte waren oft aus Fleece, oder es fehlte der Nierenbereich. Schlussendlich bin ich nach längerer Suche auf die Weste von Lenz gestoßen. Die Weste ist aus elastischen Matrial, extrem dünn und lässt sich in der Maschine waschen. Laut Herstelle soll diese Winddicht sein, konnte ich nicht testen weil ich immer etwas drüber trage. Es stehen verschiedene Akkus zur Verfügung, ich habe mich für den leistungsstärksten entschieden (RCB 1800). Die Akkus (2 Stück) kommen in die dafür vorgesehen Innentaschen, die sich (links und rechts) auf „Blinddarmhöhe“ befinden. Sitz man, merkt man diese anfangs etwas, es ist aber keinesfalls störend. Die Akkus können manuell (drei Heizstufen), oder mit einer kostenpflichtigen App (neun Heizstufen) via Bluetooth bedient werden.

Reviererfahrungen

Was mich von Anfang an begeistert hat, ist das diese Weste sehr dünn und flexibel ist. Man merkt es kaum, dass man diese trägt. In der Regel habe ich ein Funktionsshirt (hauteng) an, darüber die Heizweste und darüber dann je nach Wetter weitere Schichten. Wie schon angemerkt handelt es sich hierbei um verschiedene Produkte von Woolpower eine Softshelljacke und/oder eine Weste). Es ist extrem Wichtig, dass die Weste eng anliegt um das beste Heizergebnis zu erreichen. Ich trage die Weste, mit Aussnahme der heißen Sommermonate, inzwischen fast immer. Auch wenn ich diese dann teilweise garnicht erst anschalte. Sowohl bei der Pirsch als auch auf offenen Leitern ist ein warmer Rücken etwas feines. Meist kroch mir die Kälte irgendwann den Rücken hoch, dies hat sich mit der Weste erledigt. Ich bediene die Weste inzwischen mit der App, da der Knopf an den Akkus durch die verschiedenen Lagen an Kleidung schwer zu erreichen ist. Zusätzlich empfinde ich die Steuerung mittels neun anstatt drei Heizstufen sehr praktikabel. Neben der Wahl der Heizstufen, zeigt die App den ungefähren Ladestand der Akkus an. In der Regel habe ich die Weste auf maximal vier stehen und schalte diese auch erst an wenn es kurz davor ist langsam frisch zu werden. Auf voller Leistung fühlt es sich so ähnlich an wie die Sitzheizung im Auto auf höchster Stufe. Die Akkuleistung variiert natürlich je nach Wahl der Heizstufe.

Ich saß vergangene Woche bei ca. 4 Grad von ca. 21:00 bis 6:00 Uhr am nächsten Morgen an (geschlossene Kanzel) auf Sauen an. Die Weste stellte ich so gegen 24:00 Uhr auf Stufe 3 und zog dann meine dicke (ungeliebte) Ansitzjacke an. Beim abbaumen hatte ich immer noch ca. 20% Rest in den Akkus. Im Mai morgens auf einer Leiter (5 bis 10 Grad) reicht ein Funktionsshirt, die Weste ein dünnerer Pullover und eine Weste. Auch angenehm ist es beim pirschen die Weste auf Stufe 1 zu nutzen, bleibt man irgendwo länger stehen dreht man die Leistung auf 3 oder 4 und der Rücken bleibt warm. Durch die Weste erspare ich mir einige Lagen Kleidung, was das schießen und geräuchsarme Bewegen deutlich verbessert. Dieser Vorteil zahlt sich natürlich auch auf Drückjagden aus. Beim bergen von Wild oder längeren Wegen zum Ansitz schalte ich die Weste aus um nicht ins schwitzen zu geraten. Was mir zusätzlich aufgefallen ist (ganz subjektiv), ist dass ein warmer Rücken die Kälte an Händen, Beinen und/oder Füßen erträglicher macht.

Fazit

Die Heizweste gehört definitiv zu den jagdlichen Anschaffungen, die ich nicht mehr missen möchte. Oft werden die Heizwesten ausschließlich für Drückjagden beschrieben. Der Einsatzbereich erstreckt sich bei mir auf das gesamte Jagdjahr und alle Jagdformen. Die Zeiten als ich mit der Beweglichkeit eines Michelin Männchens gejagd habe sind zum Glück vorbei. Preislich lieg die Weste (soweit mir bekannt) im oberen Bereich. Ich habe damals um die 220 Euro bezahlt. Je nach Akku wird die Weste auch günstiger angeboten. Hier empfehle ich persönlich aber die stärkeren Akkus (RCB 1800). Die App kosten nochmals 5 Euro extra, hier kann man sich darüber streiten, warum bei einem solchen Preis diese App nicht mit im Paket ist. Die Weste funktioniert auch wunderbar ohne die App, es handelt sich hierbei um eine Option die man nehmen kann oder auch nicht. Ich habe mir die App gekauft und würde es wieder tun.

Anbei noch Bilder zur Weste, der App und den Akkus


Kommentare

FranzFerdinand

Monchichi, dem ist nichts hinzuzufügen oder zu ergänzen!
Ach doch... ich nutze auch noch die Heizsocken von Lenz, lassen sich auch über die eine App steuern.
= Empfehlenswert

Monchichi

Bei den Socken schwanke ich noch zwischen neuen Winterstiefeln (Baffin) oder den Socken.

FranzFerdinand

Mit den Socken bist etwas flexibler...

Monchichi

Da hast du vollkommen recht. Gerade beim pirschen. Bzw. Man kann die Socken ja anstellen oder eben nicht.
Weihnachten ist ja auch bald wieder :)

Monchichi

Wie ist das mit dem Tragegefühl mit den Akkus am Bein? Gibts da auch den großen Akku (1800) oder nur den kleineren (1200) ?

FranzFerdinand

Ist am Anfang etwas ungewohnt, geht aber.
Habe den 1.800er dran und den 1.200 an der Weste. Also die Akkus einfach getauscht und auch entsprechend in der App angemeldet. So kann ich unterschiedlich „heizen“.

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