Die Jagd mit dem GECO GOLD 2,5-15x56i
Von hunt.and.smoke am 22. Oktober 2018

„Wirklich „ALL YOU NEED“ oder doch nur ausreichend“?

Ein Erfahrungsbericht von hunt.and.smoke JJ 2018-19

Horrido Geartestergemeinde,

Mit diesem Bericht möchte ich euch wieder einen kleinen Langzeittest, ähnlich dem Test mit den Flintenlaufgeschossen oder der GECO Zero, präsentieren.

Dieses mal geht es jedoch um eine Optik, genauer gesagt um ein Zielfernrohr

Vorab möchte ich euch ehrlicher Weise aufzeigen das ich das ZFR von Geco für diesen Test zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dennoch versichere ich euch, dass die Erfahrungen und auch die Kritik meine eigenen Wahrnehmungen zu dem Produkt darstellen und eigenständig ohne Fremdeinfluss entstanden sind. Vielen Dank an Geco für die Bereitstellung des ZFR für diesen Test.

Viel Spaß beim Lesen....

➢ Grundsätzliches:

Hört man von GECO, so denkt man zunächst an Munition mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis. Dafür ist das Unternehmen in jagdlichen und sportlichen Bereichen weit bekannt. Woran man vermutlich weniger denkt sind Optiken wie Ferngläser und Zielfernrohre.

Detailfoto

Unter dem Markennamen GECO wurden aber bereits in den 30er Jahren Zielfernrohre vertrieben. Das Unternehmen hat also durchaus eine gewisse Tradition im Optik Bereich auch wenn diese Tradition bis vor Kurzem zugegebener Maßen etwas eingeschlafen war.

Ich selbst habe ein neues Zielfernrohr für meine Ansitzwaffe gesucht. Es sollte für weite Schüsse im Feld genauso wie auf Kirrungsdistanz im Wald geeignet sein. Außerdem war es mir wichtig möglichst lange sitzen zu können. Somit sollte das ZFR ein 56er Objektivdurchmesser haben um auch das letzte Restlicht gut nutzen zu können.

Gesagt, geschaut und gefunden...... die Beschreibung des GECO Gold 2,5-15x56i hörte sich gut an und so wagte ich den Versuch mit dem „Neuen“ auf dem Markt. Stimmt auch hier die Preis-Leistung so wie bei der Munition des Unternehmens?

➢ Details:

„Der Allrounder für nahezu alle Jagdsituationen. Zoomfaktor und Sehfeld bieten Einsatzbereiche von der Bewegungsjagd bis hin zu präzisen Distanzschüssen mittels Parallaxenausgleich. Ein großer Objektivdurchmesser kombiniert mit einer hervorragenden Transmission bietet maximale Treffsicherheit auch bei widrigsten Lichtverhältnissen.“

So heißt es auf der Website von GECO. Das klingt ja erst einmal gut.

Das Zielfernrohr hat Absehen 4, wiegt 780g, hat einen verstellbaren Leuchtpunkt und der Preis liegt Online (bei verschiedenen Händlern) bei ca. 1100 - 1299Euro. Soweit so gut...

Geco Gold 2,5-15x56i

➢ Jagd:

Nun kommen wir, wie immer zum wichtigsten Punkt bei meinen Langzeittests: Der Praxis im Revier. Das Zielfernrohr teste ich nun seit Juli 2018. Das erste Stück Wild mit dem GECO Gold 2,5-15x56i war ein kranker Fuchs an einem Maisfeld im letzten Büchsenlicht auf ca. 120-130 Meter am 28 Juli. Seitdem folgte einiges an Wild und auch einige erfolglose Ansitze bei denen ich das Glas dennoch auf diverse Eigenschaften testen konnte.

Kitz auf ca.130 Meter in Brandenburg

➢ Fazit:

Grundsätzlich bin ich mit dem GECO Gold 2,5-15x56i zufrieden. Es fühlt sich wertig verarbeitet an und sieht sauber verarbeitet aus. Wenn man durch das ZFR schaut ist das Bild klar und scharf bis in die späte Dämmerung herein. Merkliche Unterschiede zu meinen anderen Zielfernrohren kann ich nicht feststellen. Gefühlt kann ich genauso lange beziehungsweise kurz sitzen wie mit anderen Marken auch. Mit dem Parallaxenausgleich kann man das Bild auf jede Distanz zwischen 50 und 500 Meter (weiter habe ich nicht angehalten) gestochen scharf stellen. Die Vergrößerung lässt sich sauber und ohne großen Kraftaufwand auch im Anschlag regulieren. Der Leuchtpunkt lässt sich intuitiv und mit einem simplen drehen einschalten und in der Stärke variieren.

Nun kommen wir zu den Dingen die ich nicht optimal gelöst finde:

1) Der Leuchtpunkt selbst. Dieser lässt sich zwar sehr einfach ein- und ausschalten sowie in der Stärke regulieren aber ist nach meinem empfinden für den Nachtansitz nur bedingt geeignet. Er hat einen langen Vorlaufweg und ist dann plötzlich relativ kräftig da. Für den Ansitz an der Kirrung bei Nacht ist er für meinen Geschmack viel zu kräftig. Dort wäre es wünschenswert den langen Vorlaufweg mit einer Feindimmung des Leuchtpunktes sinnvoll zu nutzen.

2) Der Parallaxenausgleich ist direkt hinter dem Leuchtpunkt am selben Drehturm angesetzt. Dies kann im Eifer des Gefechtes dazu führen das man dreht und dreht und die Parallaxe komplett verstellt. Dies führt dazu, dass das Bild unscharf und der Leuchtpunkt trotzdem noch aus ist. Gerade bei Nacht führt das zu Problemen die man dann ohne künstliches Licht nur schwer wieder ausgleichen kann. Meiner Meinung nach ist auch dies etwas, dass man anders hätte lösen können.

Alles in Allem ist das GECO GOLD 2,5-15x56i jedoch ein rundum alltagstaugliches ZFR zu einem fairen Preis. Wenn die 2 Verbesserungen umgesetzt werden sollten bin ich sogar der Meinung, dass sich dieses Glas vor der großen Konkurrenz nicht verstecken muss. Empfehlen würde ich dieses Glas momentan für alle Jagdarten von der Pirsch, über den Ansitz und Bewegungsjagden (dafür ist der Leuchtpunkt sehr gut finde ich). Jedoch ist das ZFR für den nächtlichen Sauenansitz aufgrund der Intensität des Leuchtpunktes nur bedingt geeignet. Man kann den Leuchtpunkt natürlich ausgeschaltet lassen, aber wenn die Möglichkeit, einen Leuchtpunkt zu nutzen, vorhanden ist, sollte diese auch genutzt werden können. Gerade bei Schwarzwild ist es wichtig genau zu sehen wo man abkommt, was ich ohne Leuchtpunkt, gerade bei Nacht, eher schwierig finde.

ERGÄNZUNG: ICH HABE BEI GECO NACHGEFRAGT UND DAS PROBLEM MIT DEM LEUCHTPUNKT WURDE BEHOBEN. BEI MEINEM ZFR HANDELTE ES SICH UM EINES DER ERSTEN AUF DEM MARKT WELCHES DIESES PROBLEM NOCH BEINHALTETE. DIES WURDE MITTLERWEILE GEÄNDERT. SOMIT IST DIESER KRITIKPUNKT AUS DER WELT. 

Ich hoffe das der Bericht euch weiterhilft. Anbei noch einige Bilder des ZFR im Jagdeinsatz.

Waidmannsheil euer Philipp

von hunt.and.smoke


Während der Jagd auf dem Drückjagdstand
Nach dem Morgenansitz in Brandenburg


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