PUMA IP Rotfuchs - Das perfekte Messer zum "Ringeln"
Von Jagd-Team Nordschleswig am 20. September 2018


In der heutigen Zeit, in der Wildbrethygiene wichtiger ist den je, spielt das dazu gehörige Werkzeug, unter anderem das Messer eine entscheidende Rolle. Das saubere Versorgen des Stückes nach dem Schuss, insbesondere nach einem Schuss durch das Gescheide oder den Pansen beeinflussen die Qualität des Fleisches, daher des späteren Lebensmittel enorm. Ein schlechter Schuss führt durch sauberes und schnelles Aufbrechen, sowie reinigen des Stückes nur zu einer geringen Entwertung des Fleisches. Natürlich ist es mehr bakteriell belastet jedoch für den Verzehr noch unerheblich. Ein schlechter Schuss in Verbindung mit schlechtem Aufbrechen kann unter Umständen zum Verwerfen des Stückes führen. Das sogenannte „Ringeln“ ist eine Methode des Aufbrechens die meines Erachtens die sauberste und schnellste Art ist ein Stück zu versorgen. Das gilt für gute als auch für schlechte Schüsse, die im jagdalltag nun mal passieren können. Für diese Methodik eignet sich jedoch nicht jedes Messer, denn gerade die klassischen Jagdmesser sind in ihrer Form oft zu breit um den Darm sauber zu lösen. Das neue Messer „Rotfuchs“ von PUMA IP ist speziell für das Ringeln konzipiert und deswegen mit einer schlanken Klinge ausgestattet die es einem erlaubt den Darm sauber aus dem hinteren Becken zu lösen. Das Messer hat eine Klingenlänge von knapp 10 cm und somit auch lang genug um bei stärkeren Stücken, wie z.B Rotwild den Darm tief genug frei zu legen. Die Klingenstärke beträgt 3 mm. Die Klinge besteht aus 440C Stahl und weißt eine Härte von 57-60 HRC auf (Härte nach Rockwell, Skala C). Die Gesamtlänge des Messers ist mit ca. 20 cm noch sehr handlich und mit 108 g wirklich leicht. Die Griffschalen bestehen aus optisch sehr ansprechendem Olivenholz, welches dem gesamten Messer ein edles Äußeres verleiht.

Viele scheuen das Ringeln und führen als Argumente an das es zu lange dauert oder einfach nicht nötig sei. Richtig durchgeführt ist es meiner Meinung nach wesentlich schneller und es lohnt sich immer.

Bricht man das erlegte Stück direkt im Revier auf, stellt man sich über das Stück, dreht es auf den Rücken und fixiertes zwischen seinen Beinen. Nun erfolgt ein kurzer Schnitt entlang des Schwanzwurzelknochens. In diesen Schnitt wird das Messer eingesetzt und nun um das Weidloch, wenn das Stück weiblich ist ebenso um die Schürze herum geführt. Gerade bei Rehwild, dessen Beckenkanal sehr klein ist spielt das Messer mit der schmalen Klinge seine Vorzüge voll aus. Ein breites Messer passt hier schlicht und einfach nicht rein und ein sauberes umschärfen ist nicht möglich. Nach dem das Weidloch einmal umschärft ist, wird dieses mit dem Darm etwas heraus gezogen und gleichzeitig mit dem Messer weiter umschärft. Da man hier im Beckenkanal schneidet ist es unmöglich in das Fleisch der Keulen zu gelangen da diese durch den Knochen geschützt sind. Nun ist der Darm soweit frei gelegt das dieser von der anderen Seite durchs Becken gezogen werden kann. Das weitere Aufbrechen erfolgt wie gewohnt. Nach dem Entfernen des Kurzwildbrets, bei einem männlichen Stück wird die Bauchdecke geöffnet und das Stück bis zum Unterkiefer aufgeschärft. Im Revier hänge ich leichtere Stücke wie Rehwild oder kleinere Sauen an einen Ast am Hinterlauf auf. Bei Größeren Stücken die man selten alleine birgt, bitte ich meinem Helfer das Stück an beiden Hinterläufen anzuheben. Nun wird mit einer Hand in den Beckenkanal gegriffen und der gelöste Darm durch diesen gezogen. Durch die Schwerkraft fällt das Gescheide meist schon von alleine aus dem Stück, sodass hier einfach nur mit leichten Schnitten nachgeholfen werden muss. Der Vorteil ist hier das keinerlei Gefahr besteht den Pansen oder Weidsack zu öffnen da dieser nach vorne rausfällt und man ohne Probleme das Zwerchfell durchtrennen kann. Ein leichter Zug reicht nun um den Schlund aus dem Träger zu lösen und diesen dann hinter dem Drosselknopf abzuschärfen. Das Stück ist nun sauber und fertig aufgebrochen. Das ganze dauert bei einem Reh mit geübter Hand, nicht länger als zwei bis drei Minuten. Natürlich ist dieser Vorgang auch komplett im Hängen in der Wildkammer möglich und hier noch hygienischer und durch eine bessere Arbeitshöhe noch einfacher.


Was sind nun die Vor-und Nachteile des Ringelns? Da die Keulen geschlossen bleiben gibt es hier keine Fläche in die Dreck oder Bakterien gelangen können. Gerade wenn das Stück noch einige Meter zum Auto gezogen werden muss bleiben die Keulen absolut sauber. Gleiches gilt für einen Schuss mit dem der Pansen geöffnet wurde. Keinerlei Mageninhalt gelangt auf das Fleisch der Keulen, welche bekanntlich einen Großteil des später zu verarbeitenden Wildbrets enthalten. In der Kühlzelle kommt es an der Schnittstelle an der das Becken geöffnet wurde nicht zum einem Austrockenen der der Keuleninnenseiten, da sich hier noch die Decke befindet und das wertwolle Fleisch schützt. Das Ringeln dauert auch nicht länger als das Schloss aufzubrechen und somit ist das Argument, der Zeitersparnis beim normalen Aufbrechen hinfällig. Einen wirklichen Nachteil sehe ich in der Methode des Ringelns nicht. Bei unsachgemäßem und nicht ordentlichem Freilegen des Darms, z.B durch die Verwendung eines nicht geeigneten Messers, können Teile vom Darm beim Durchziehen abreißen um im Beckenkanal verbleiben. Doch auch hier gilt, Übung macht den Meister und nach einigen Stücken geht das Ringeln leicht von der Hand. Das neue Messer „Rotfuchs“ von PUMA IP hat mich für das Ringeln sowie das weitere Aufbrechen überzeugt. Es sieht nicht nur sehr edel aus sondern ist mit seiner schlanken Form sehr gut zu handhaben und leistet auch sonst im Revier sehr gute Dienste. Sogar das Abfangen von Rehwild ist mit dem Messer möglich. Dennoch gibt es für diese Situation extra Messer die extra für diese Aufgabe gemacht sind. Das Messer „Rotfuchs“ ist wie von PUMA gewohnt, sehr gut verarbeitet und zur Aufbewahrung gibt es eine Messerscheide aus derbem Sattelleder dazu. Alles in allem erhält man hier ein zuverlässiges und schönes Werkzeug für das Revier. Das Messer kostet derzeit 80,-€. Wer das „Ringeln“ noch nicht ausprobiert hat, sollte dieses einmal versuchen. Das Wildbret ist das wertvollste was wir von einem erlegten Stück erhalten und so sollten wir auch alles dafür tun damit dieses so sauber und schnell wie möglich auf unseren Teller gelangt.



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Kommentare

Wildling

Super Beitrag. Stimme voll zu. Mit einer Bergehilfe kann man das Stück übrigens auch im Revier immer im Hängen aufbrechen (z.B. am Baum oder Kanzelleiter) - so ist man immer auf Arbeitshöhe und der angesprochene Vorteil der Schwerkraft kommt einem voll und Ganz zu Gute.

Eine kleine Anmerkung hätte ich jedoch noch, was manche "Ringler" etwas anders machen: Löse ich den Enddarm, so wie hier beschrieben, als ersten Arbeitsschritt aus, so befinden sich wahrscheinlich noch Losungsperlen im Darm, die dann ggf. den Beckenkanal verunreinigen. Um das zu vermeiden, kann man vor dem Ringeln die Bauchdecke öffnen und die Losungsperlen im Enddarm mit den Fingern nach unten drücken, den Enddarm dann abschneiden, knoten und anschließend beim Ringeln nach Außen aus dem Stück heraus ziehen. So bleibt der Beckenkanal zu 100% sauber.

LG und Waidmannsheil

Philip