Strasser RS14 Evolution
Von Carl M. Lidl am 19. September 2018


Strasser RS14 Evolution (Modell "Standard")

Hersteller

Die Strasser RS14 Evolution kommt aus dem Hause HMS Präzisionstechnik GmbH bei Salzburg in Österreich. Es handelt sich bei HMS um ein Familienunternehmen, das neben Jagdbüchsen auch Präzisionsteile für die europäische Weltraumrakete Ariane herstellt. Die Waffen aus eigener Produktion vertreibt das Unternehmen und dem Namen „Strasser“ – nach den beiden Firmeninhabern, dem Vater Herbert und dem Sohn Mathias Strasser, die beide nicht nur Ingenieure sondern auch passionierte Jäger sind. Außerdem verbindet die Familie Strasser eine langjährige Freundschaft zu einem gewissen Herrn Horst Blaser.

Im Laufe der Jahre brachte Strasser verschiedene Geradezugrepetierer auf den Markt. Zunächst die RS5, dann folgte im Jahr 2014 das Modell RS14. Und in 2017 folgte das hier getestete Modell „RS14 Evolution“, das sich durch die auf dem Systemkasten eingefräste Picatinny-Schiene von der normalen RS14 unterscheidet.

Zur Waffe

Bei der RS14 Evo handelt es sich um einen Geradezugrepetierer. Interessanterweise ist diese Büchse jedoch nicht mit einem Handspannsystem ausgestattet, sondern verfügt ganz klassisch über eine manuelle 2-Stellungs-Sicherung. 

Strasser RS14 Evolution mit 2-Stellungs-Sicherung


Auch wenn die RS14 Evo vom Design her eher an eine klassische Jagdbüchse erinnern mag, so ist sie doch im inneren eine hochmoderne Waffe ganz auf dem aktuellen Stand der Technik:

- Modularer Aufbau, schnell zerlegbar

- Lauf und Verschlusskopf lassen sich schnell auswechseln (ganz ähnlich wie bei Blaser R8, Sauer 404 usw.)

- über 20 Kaliber verfügbar

- ausgeklügelte Sicherheitsmechanik

- herausnehmbare Abzugseinheit mit einstellbarem Abzugsgewicht

- Rückstecher (Abzugsgewicht ebenfalls einstellbar)

- Mündungsgewinde bereits ab Werk

- Magazin aus Metall

- Plasmanitrierung der Oberflächen

- Große Auswahl an verschiedenen Läufen

- verschiedene Schäftungen verfügbar

- Linkshänderversion verfügbar

- Möglichkeiten zur Individualisierung (Gravuren usw.)

- hohe Präzision

- tadellose Verarbeitung

Bis auf die Kammergriffkugel (oder eher: die Kammergriffbirne) ist nichts ist aus Plastik. Alles ist aus Metall oder aus Holz.

 
Bild der Testwaffe: Strasser RS14 Evolution Standard (Holzklasse 1) in Kaliber 30.06, Lauf 56cm.


Herausnehmbare Abzugseinheit.


Kammergriffstengel.


Die Läufe kauft Strasser bei der Firma Lothar Walter in Deutschland.

Die Schäfte kauft Strasser von einem Unternehmen aus Italien zu (den Namen konnte ich nicht herausfinden).

Strasser wirbt damit, dass sie keinerlei Bauteile aus Asien oder Amerika beziehen. Alles wird in der eigenen Fertigung in Salzburg hergestellt und zusammengebaut. Die Verarbeitung ist tadellos.


Alles ist sehr ordentlich verarbeitet.


Testwaffe

Bei meiner Testwaffe handelt es sich um eine RS14 Evolution Standard mit Holzschaft (Holzklasse 1) in Kaliber 30.06 und einem normalen Lauf mit 56 cm Länge

Abmessungen und Gewicht

Die RS14 Evo wiegt ca. 3,4 kg. Vergleichbare Jagdbüchsen (Blaser R8, Sauer 404, Merkel Helix, Heym SR30, Steel Action) bringen ebenfalls zwischen knapp über 3 kg bis 3,5 kg auf die Waage.

Die Gesamtlänge der RS14 Evo beträgt 108 cm.

Systemkasten

Der massive Systemkasten aus Aluminium verfügt über eine an der Oberseite eingefräste Picatinnyschiene, die zusätzliche Stabilität verleiht. 

Die beiden Seitenplatten des Systemkastens lassen sich abnehmen, z.B. für eine Gravur.


Wer seine RS14 beispielsweise durch eine Gravur für sich individualisieren lassen möchte, der kann die beiden schwarzen Seitenplatten auf dem Systemkasten abschrauben und zu einem entsprechenden Künstler seines Vertrauens geben. Auch direkt ab Werk kann man sich gravierte Seitenplatten dazu kaufen.

Picatinny-Schiene

Etwas ungewöhnlich für eine Premiumjagdbüchse ist die eingefräste Picatinny-Schiene. Die erwartet man sonst eher bei einer Büchse aus dem unteren Preissegment, während man bei den hochpreisigen Büchsen in aller Regel ein proprietäres Montagesystem des jeweiligen Herstellers findet (das gibt es natürlich auch bei Strasser. Das entsprechende Modell heißt dann einfach nur RS14 – also ohne den Zusatz „Evolution“). Diese Montagesysteme sind zwar kostspielig, dafür aber durch die Bank sehr wiederholgenau. Sie sollen den Jäger/die Jägerin möglichst an den jeweiligen Hersteller binden. Das ist ja nichts Neues. Aber diese hauseigenen Montagen haben noch einen weiteren, viel gravierenderen Nachteil: sie wurden lediglich für die Verwendung von Zielfernrohren entwickelt, nicht aber für die Verwendung von zusätzlichen Nachtsicht-/Wärmebildvorsatzgeräten vorne dran. Diese (multifunktionalen) Vorsatzgeräte waren in Deutschland bislang verboten. Angesichts der immer näher rückenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) werden diese Geräte aber in einem Bundesland nach dem anderen für die Jagd auf Schwarzwild zugelassen. Wie man auf dem Foto deutlich erkennen kann, wirken hier ganz andere (Hebel-)Kräfte auf die Montage und es ist nach Verwendung von Vorsatzgeräten schon zu Beschädigungen an Montagen gekommen. Im Internet ist zu lesen, dass einige Büchsenhersteller entsprechende Reparatur-/Garantieanfragen zurückgewiesen haben mit der Begründung, dass deren Montage für solche Einsatzzwecke eben nicht ausgelegt sind. Da ist also Vorsicht geboten. Für die robuste Picatinny-Schiene ist das zusätzliche Gewicht vorne am Zielfernrohr hingegen überhaupt kein Problem, denn sie wurde exakt für solche Einsatzzwecke entwickelt (militärischer Einsatz). Damit hat die RS14 hier ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber ihren Kollegen zu bieten.


Nachtsicht-Vorsatzgerät auf Zielfernrohr.


Verschluss

Der Vorteil eines Geradezugrepetierers ist, dass man damit schnelle Schussfolgen hinlegen kann, ohne die Waffe aus dem Anschlag nehmen zu müssen. Beim Ansitz mag das nicht ganz so entscheidend sein. Aber im Schießkino (https://www.geartester.de/articles/3378) und bei der Drückjagd ist das schon eine tolle Sache. Das Repetieren im Anschlag geht bei der RS14 Evo in der Tat äußerst schnell und völlig intuitiv. Der Verschluss kommt dem eigenen Gesicht nicht zu nahe, so dass man sorglos und mit vollem Elan durchrepetieren kann. Das kann man auch ruhig mit Schmackes machen, das macht der RS14 Evo überhaupt nichts aus.

Der Schlossgang ist bemerkenswert weich. Da gibt sich die Präzisionswerkstatt von HMS/Strasser ganz offensichtlich besondere Mühe.

Die RS14 Evo verriegelt mit vier Verschlusselementen im Lauf. Die dadurch erreichte Verriegelungsfläche ist sogar noch etwas größer als beim bekannten 98er-System von Mauser, das hinlänglich bekannt ist für seine Unverwüstlichkeit.

Bevor so eine Jagdwaffe ihre Zulassung erhält, wird sie natürlich extremen Tests unterzogen. Der Geschäftsführer der deutschen Generalvertretung für Strasser, Maximilian Sedlmair, hat mir ein paar Details erzählt. Einmal wurde der Lauf verstopft, so dass er (kaum verwunderlich) bei der Schussabgabe platzte. Ein anderes Mal wurden drei der vier Verschlusselemente entfernt und damit der Beschuss durchgeführt. Auch diese Tests hat das System der RS14 Evo sicher überstanden - der Verschluss blieb stets an Ort und Stelle.

Dennoch hat Strasser der RS14 Evo noch einen weiteren Sicherheitsmechanismus spendiert durch eine zusätzliche Sperrvorrichtung im Systemkasten, die sich mittels einer Feder dem Verschluss in den Weg stellt, sollte die Verriegelung des Systems mit den vier großen Verschlusselementen aus irgendeinem Grunde einmal versagen.

Dieses robuste und redundante Sicherheitssystem wirkt gut durchdacht und gibt Vertrauen in die Waffe.

Verschluss, Verschlusskopf und Kammerstängel sind schwarz plasmanitriert.

Der Verschlusskopf lässt sich ohne Werkzeug austauschen.

Schaft

Der italienische Holzschaft (Holzklasse 1) mit Pistolengriff liegt mit seinem relativ hohen Rücken und der Backe super im Anschlag. Die Fischhaut ist schön ausgeführt und griffig.

 
Pistolengriff.


Hoher Schaft mit Backe.


Den Vorderschaft ist nicht zu schlank und lässt sich gut greifen.

 
Vorderschaft mit griffiger Fischhaut.


Am Hinterschaft ist eine schwarze Gummischaftkappe, die den Rückstoss etwas mildert (mit Schalldämpfer schießt sich die RS14 Evo sowieso völlig entspannt).

Gegen Aufpreis gibt es den Schaft auch für Linkshänder.

Den Lochschaft aus Holz hatte ich nur zweimal kurz in der Hand. Aber mir fiel auf, dass das Loch für den Daumen relativ klein ist. Daher mein Tipp: vor dem Kauf des Lochschaftes unbedingt vorher ausprobieren. Für viele Jäger dürfte das Loch m.E. zu klein sein. Für Jägerinnen hingegen vermutlich genau passend.

Der Trageriemen ist aus Leder, hochwertig gefertigt und bequem beim Tragen. Mittels eines Klickverschlusses lässt er sich leicht abnehmen und wieder anbringen.

Trageriemen aus Leder


Lauf

Die Läufe kauft Strasser in Deutschland von der Firma Lothar Walter zu, die sie für die RS14 Evolution schwarz plasmaoxidiert.

Kimme und Korn sind mit dabei und aus Metall.

Der Laufwechsel vollzieht sich relativ einfach: in der herausnehmbaren Abzugseinheit befindet sich ein kleiner Imbusschlüssel. Damit kann man den Vorderschaft abschrauben, in dem sich wiederum ein kleines Werkzeug befindet, mit dem man den Lauf wechseln kann. Dies geht schnell und komplikationslos.

Allerdings hatte ich hinterher eine minimale Treffpunktabweichung. Daher sollte man nach dem Lauf-/Kaliberwechsel mit der Büchse sicherheitshalber 1-2 Probeschüsse machen und die genaue Treffpunktlage prüfen (das trifft nach meiner Erfahrung übrigens auf alle Jagdbüchsen zu, die so einen schnellen Laufwechsel erlauben).

Der Lauf meiner Testwaffe kam ab Werk mit einem Mündungsgewinde M14x1. Also habe ich mir kurzerhand einen Adapter für meinen Hausken JD224 XTRM Schalldämpfer (der hat ein M18x1 Gewinde) besorgt und den Schalldämpfer regelmäßig auf der Testwaffe mitgeführt. Die RS14 Evo schießt sich damit sehr sanft und genau.

 
Mündungsgewinde ist ab Werk dabei.


Gegen Aufpreis gibt es auch Semi-Weight-Läufe, Laufkannellierung, kurze Läufe, Läufe in Stainless-Steel, Läufe mit Cera-Cote-Beschichtung usw.

Kaliber

Strasser bietet über 20 Kaliber für die RS14 Evolution an: .222 Rem., .223 Rem., .300 AAC Blackout, .22-250 Rem., .243 Win., 6 XC, 6,5 Creedmoor, 6,5-284 Norma, 6,5x55SE, 6,5x65RWS, .270 Win., 7x64, 7 mm-08 Rem., .308 Win., .30-06, 8x57 IS, 8,5x63, 9,3x62, 7 mm Rem. Mag., .300 Win. Mag., .375 Ruger, .338 Win. Mag.

Gegen Ende 2018 soll auch 10,3x68 dazu kommen (siehe dazu GT Artikel https://www.geartester.de/articles/3079).

Abzug

Die Abzugseinheit kann ohne Werkzeug aus dem Systemkasten herausgenommen werden.

Herausnehmbare Abzugseinheit. Hier kann man das Abzugsgewicht einstellen. Links in der blauen Halterung sieht man den kleinen Imbusschlüssel für die Demontage des Vorderschafts. Diese Halterung ist neben dem Kammerstängelgriff tatsächlich das zweite Element an der RS14 Evo, das nicht aus Metall oder Holz ist.

Darin verbaut ist ein sehr guter trockenstehender Direktabzug (Flintenabzug). Das Abzugsgewicht lässt sich an der herausgenommenen Abzugseinheit ohne Werkzeug auf drei Werte (Leicht, Mittel, Schwer) einstellen.

Zusätzlich verfügt der Abzug über einen Rückstecher, dessen Abzugsgewicht man mittels einer Stellschraube verstellen kann ist. Wird der Verschluss geöffnet, dann entsticht der Abzug (wie es sich gehört) automatisch.

Ich persönlich war mit dem normalen Abzug auf „Mittel“ sehr zufrieden und habe das Setting dann dabei belassen.

Sicherung

Anders als viele andere Jagdbüchsen hat Strasser sich gegen ein Handspannsystem entschieden. Stattdessen wird die Waffe beim Durchrepetieren gespannt und mittels einer 2-Stellungs-Schiebesicherung gesichert/entsichert.

Zum Sichern der Waffe drückt man den kleinen Schieber nach unten – was dieser beim Einrasten unten mit einem leisen Klicken quittiert.

Zum Entsichern schiebt man den kleinen Schieber nach oben, wobei man gleichzeitig den kleinen darin eingebetteten Knopf hineindrücken muss.

 
2-Stellungs-Sicherung (hier im Bild: Schieber ist unten -> Waffe ist gesichert)


Wenn die Waffe gespannt ist, schaut auf der Oberseite des Schlösschens ein kleiner roter Signalstift heraus (der sich auch ertasten lässt). 

Roter Signalstift.

Die Sicherung wirkt direkt auf den Schlagbolzen. Und eine Schussabgabe ist natürlich nur bei komplett geschlossenem Verschluss möglich.

Bei einer entsicherten Waffe kann man den Verschluss öffnen, beispielsweise um für den nächsten Schuss durch zu repetieren.

Bei gesicherter Waffe kann man den Verschluss nur öffnen, wenn man zusätzlich den kleinen Knopf im Sicherungs-Schieber drückt (so kann die Waffe sicher entladen werden, z.B. vor dem Abbaumen).

Magazin

Das Magazin ist aus Metall und fasst drei Patronen (bei Magnum-Kalibern 2+1 Patronen), d.h. die Kapazität ist 3+1.

Magazin aus Metall.

Es lässt sich leicht herausnehmen, indem man zwei Knöpfe links und rechts am Systemkasten drückt. Ein versehentlicher Auswurf des Magazins ist daher nahezu ausgeschlossen.

Rechts ist einer der zwei beidseitig angebrachten Magazinauswurfknöpfe zu sehen.


Ein großes Magazin für sechs Patronen kostet stolze €300,- extra.

Das Korn vorne am Lauf lässt sich abschrauben (für Over-Barrell-Schalldämpfer). Das habe ich bei meiner Testwaffe gemacht, denn ich schieße nicht über die offene Visierung.

Schussbild

Mein Kumpel Nils arbeitet bei RUAG (das ist der Konzern, der u.a. hinter RWS, Rottweil, GECO, Norma steht) und nachdem ich meine Testwaffe im Mai 2018 bekommen habe, hat er mich nach Fürth zu sich in die Konzernzentrale eingeladen. Bepackt mit einer Tüte voller Munition ging es auf die 100m-Schießbahn um dort die neue RS14 Evolution auszuprobieren und einzuschießen.

 
Zu Besuch bei Nils auf dem 100m-Schießstand der RUAG


Verwendet haben wir die GECO Plus und die GECO Teilmantel. Ein Riesenspaß - und die RS14 Evo und die GECO-Munition haben sehr gut harmoniert. Die Streukreise lagen bei ca. 15-30 mm.

Erstes Einschießen der neuen Jagdbüchse.


Zurück in München war ich später immer wieder mal auf dem Schießstand. Wieder mit der GECO Teilmantel, aber auch mit der RWS Doppelkern – das ist die Munition, die ich normalerweise mit meiner eigenen Jagdbüchse verwende. 

GECO Teilmantel, 100m


RWS Doppelkern, 100m


Auch hier bestätigte sich die sehr gute Präzision der RS14 Evolution.

Insb. die GECO Teilmantel (https://geco-munition.de/munition/buechsenpatronen-fuer-jagd-und-sport/Product/show/geco-teilmantel/30-06.html#!0/5/16) ist ideal für Rehwild, geht aber auch für Schwarzwild. Und da ich in meinem Revier v.a. Reh- und nur gelegentlich Schwarzwild bejage, bin ich bei dieser Munition geblieben und habe sie während des gesamten Testzeitraumes verwendet. Sie erwies sich als konstant präzise und verfügt über eine hohe Stoppwirkung. Zudem kostet eine 20er Packung mit ca. €35,- nur etwas mehr als die Hälfte von einer 20er Packung RWS Doppelkern (ca. €65,-). Mit dem Wildbret ging die GECO TM schonend um, wobei das für mich zweitrangig war. Weil ich viel im Wald jage und keinen Jagdhund habe, bevorzuge ich Jagdmunition mit hoher Augenblickswirkung. Eine Nachsuche möchte ich möglichst vermeiden. Mit der GECO Teilmantel lagen alle Stücke entweder sofort im Feuer oder nach einer kurzen Fluchtstrecke von 10-15m. Ich hatte immer einen Ausschuss, obwohl das eigentlich nicht die Stärke dieses Geschosses ist, denn bauartbedingt passt es seine Deformation dem beschossenen Wild an, d.h. bei starkem Wild deformiert es auch entsprechend mehr. Da kann es bei der GECO Teilmantel passieren, dass man bei starkem Wild auch mal keinen Ausschuss hat. Aber das kam bei mir nie vor.

 


Zielfernrohr

Meine Testwaffe kam mit einem Zielfernrohr von Nightforce SHV 4-14x56.

Das Nightforce-Zielfernrohr verfügt über ein beleuchtetes, aber etwas ungewöhnliches Absehen, das unserem Absehen 4A ähnelt.

Ein Klick an den Ballistiktürmen verschiebt die Treffpunktlage auf der Zielscheibe um 0,25 MOA.

Eine Nullstellung mit Drehstopp sucht man bei diesem Zielfernrohr jedoch vergeblich.

Preis

Das hier getestete Modell Strasser RS14 Evolution Standard (Holzklasse 1) gibt es ab €2987,-.

Etwas tiefer in die Tasche greifen muss man für die Modelle RS14 Evolution TAHR (dunkelgrauer Schichtholzschaft mit höhenverstellbarer Wangenauflage; €3257,-) und RS14 Evolution Tracker (für Nachsuche mit rotem Schichtholzschaft; €3615,-).

Fazit

Die Strasser RS14 Evolution ist eine moderne, sichere und präzise Jagdbüchse, mit der auch sehr schnelle Schussfolgen kein Problem sind.

 
Insb. mit einem Schalldämpfer schießt sie sich sehr angenehm und im Revier ist weniger Unruhe. Damit sind dann auch schnelle Doubletten wie diese möglich. Beide Stücke wurden mit der GECO Teilmantel erlegt und lagen im Feuer.


Die RS14 Evo ist hervorragend verarbeitet, insbesondere der Schlossgang ist bemerkenswert weich.

Durch ihre Modularität ist sie sehr flexibel einsetzbar, ihre üppige Ausstattung bietet viele Einstellmöglichkeiten und lässt auch bei ambitionierten Jägern/Jägerinnen kaum Wünsche offen.

Die Picatinny-Schiene und die damit verbundene stabile Montage von Nachtsicht-/Wärmebildvorsatzgeräten sind ein nicht zu unterschätzender Aspekt, wenn man vorhat, sich entsprechendes Equipment zuzulegen und Sorge um seine aktuelle Jagdbüchse mit ihrer proprietären und leider für Vorsatzgeräte unterdimensionierte Zielfernrohrmontage hat.

Der Preis der RS14 Evo ist dabei moderat und liegt beim Standardmodell mit Holzschaft für €2987,- etwas unter dem vergleichbarer Premiumjagdbüchsen. 

Man kann sogar noch günstiger wegkommen, wenn man gar nicht vor hat, den Lauf der RS14 zu wechseln. Dann kann man nämlich zur billigeren Variante RS SOLO Evolution für €2450,- greifen (da ist kein Lauf-/Kaliberwechsel möglich). 

Wer auch die Picatinny-Schiene nicht benötigt, der kann gar zur RS SOLO Standard für €1935,- greifen.

Hier der Link zur Strasser Generalvertretung für Deutschland: https://www.sedlmair.online/waffenhandel/produkte/strasser.htm

Und hier ein kurzes Video zur RS14 Evo auf Youtube, aufgenommen auf der Messe IWA in Nürnberg Anfang 2018, als unser Messeteam am Strasserstand vorbeigeschaut hat: https://www.youtube.com/watch?v=TXfwsAHpZjc

Zum Thema Transparenz: Die Testwaffe wurde mir kostenlos von der Firma Sedlmair zur Verfügung gestellt. Finanzielle oder andere Vergünstigungen sind nicht geflossen. Die Munition wurde mir teils von der Firma Sedlmair (RWS) und teils von RUAG (GECO) kostenlos zur Verfügung gestellt. Drei Packungen GECO TM habe ich mir aus eigener Tasche nachgekauft. Auf das Event ins Schießkino (https://www.geartester.de/articles/3378) wurde ich von den Firmen Strasser, Sedlmair und Aimcenter Irschenberg eingeladen.

Die Testwaffe geht Mitte September 2018 mit sämtlichem Zubehör an die Firma Sedlmair zurück.

Dieser Testbericht spiegelt unbeeinflusst von Dritten meine persönliche Meinung und meine Erfahrungen mit der RS14 Evo auf dem Schießstand, im Schießkino und v.a. im Revier wider.


Kommentare

Franz Baumann

Wieder ein sehr guter Bericht von Dir. Besonders gut gefallen hat mir, dass Du auf wesentliche Details wie die Sicherheitseinrichtungen (wie ist die Waffe bei nicht ganz geschlossenem Verschluss trotzdem gesichert) eingegangen bist, denn das ist die essentielle Frage. Oder anders gesagt: Wenn ich andere Geradezugrepetierer nicht ganz schließe, spanne und abziehe, hat das ZH einen Eindruck. Die Fotos fand ich ebenfalls gut.

Carl M. Lidl

Danke für Dein Feedback und das Lob. Ja, gerade bei Geradezugrepetierern ist dieser Aspekt besonders relevant.

Anton Weiglhuber

Wer einmal den Werbefilm (Drehort Neuseeland) von Strasser gesehen hat, der wird es sich vielleicht zweimal überlegen, ob er der Firma Strasser auch nur einen Euro bezahlt.
Keine Ahnung was die geritten hat, solche aufnahmen in ein Werbevideo reinzunhemen. Thardrückjagd mit dem Hubschrauber und die nächtliche Opossumjagd mit den dazugehörigen Dialogen - Waidmannsheil!
Kein Wunder, dass das Bild der Jagd in der Öffentlichkeit immer schlechter wird.