Sauenjagd mit Grünlicht, BaWü, Alternative
Von Andreas Hunter am 17. September 2018

Guten Abend,

aus aktuellem Anlass möchte ich euch eine alternative zu Mondnächten und Nachtzielgeräten (mit Genehmigung) geben.
Die ASP steht vor den Toren Deutschlands, so heißt es in den Medien.
Erster Ausbruch in Belgien (13.9.2018) es scheint nur noch eine Frage von Tagen/Wochen zu sein wann das Virus bei uns ankommt.

Nicht nur aufgrund der drohenden ASP müssen die derzeit überhöhten Wildschweinbestände dringend einreguliert werden. Ein neues Schreiben der Obersten Jagdbehörde BaWü liefert Bejagungserleichterungen und konkretisiert Massnahmen zum Umgang mit der ASP.

Ob künstliche Lichtquelle oder Nachtzielgeräte die Jägerschaft ist sich bei diesem Thema nicht einig. Dies soll nur eine Information sein, also seid nicht so hart mit eurer Kritik am Ende ;)

Zur Info:

Die oberste Jagdbehörde beabsichtigt, im Wege der Allgemeinverfügung das sachliche Verbot zur Verwendung künstlicher Lichtquellen bei der Jagd auf Schwarzwild probeweise einzuschränken. Eine Allgemeinverfügung zur Zulassung einer Ausnahme zum Verbot der Verwendung künstlicher Lichtquellen in § 31 Absatz 1 Nummer 10 a JWMG ist in Vorbereitung. Noch gibt es diese Verfügung nicht. Einstweilen sind laut der Verfügung Zuwiderhandlungen nicht mehr als jagdrechtliche Ordnungswidrigkeiten zu verfolgen, da in der Regel kein öffentliches Interesse an der Verfolgung besteht.

Achtung: Die Vorgaben des Waffenrechts sind natürlich weiterhin zu beachten! auf keinen Fall dürfen die künstlichen Lichtquellen mit der Schusswaffe verbunden werden (Verstoß WaffG!). Über Kirrungen oder andere günstige Stellen montierte Lampen, Kopflampen, etc. oder das jagen in Zweierteams mit einem menschlichen Lampenhalter sind aber möglich und fallweise durchaus Erfolg versprechend.

Das Verbot von waffenseitig montierten Lampen ist im Waffengesetz verankert. Dieses wurde bislang nicht geändert.

Die Maßnahme soll auf ihre Wirksamkeit im Rahmen des Monitoring evaluiert werden. Die Verfügung gilt bis zum 31.März 2019. Danach wird anhand der vorliegenden Erfahrungen weiter entschieden.

Nach einem Urlaub in Übersee wo ich unter anderem in einem großen "Outdoor Store" Names "Bass Pro Shop" war, habe ich etwas mitgebracht welches unbedingt hier mal ausprobiert werden sollte, so war zumindest mein Gedanke. Über Grünlicht habe ich schon einiges gelesen aber hatte nie selbst die Möglichkeit damit Erfahrung zu machen.
Da bei uns die Sauen nur im Wald anzutreffen sind und man dort so gut wie kein Licht zur Verfügung hat wurde eine Grünlichtlampe mit Bewegungsmelder an der Kirrung angebracht.

Bei diesem Modell welches für 25$ erworben wurde ist sogar ein Solarmodul integiert also muss man sich um die Batterien keine Gedanken machen.
Nur sollte logischerweise auch etwas Sonnenlicht auf das Solarmodul gelangen, bzw. sollte es je nach Aktivität immer wieder mal im Sonnenlicht aufgeladen werden.
Nach Auslösung des Bewegungsmelders beträgt die Leuchtdauer ca. 30Sekunden also genügend Zeit um ansprechen zu können.

Seid neustem gibts dieses Teil auch bei uns über Amazon:

https://www.amazon.de/Feeder-Vizzlema-Outdoor-Motion-Camouflage/dp/B075C4WC3R/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1536953169&sr=8-1&keywords=feeder+light

Montiert habe ich es direkt Gegenüber einer Wildkamera damit ich sehe wie das Wild darauf reagieret wenn die Lampe an geht.

Ich muss sagen Reh, Dachs, Waschbär und Marder interessiert es gar nicht soweit ich beobachten konnte. Beim Fuchs sah das etwas anders aus, Reineke war die Situation wohl nichts ganz geheuer. Aussagekräftig ist das wohl nicht aber zumindest ein kleiner Anhaltspunkt.
Bei Schwarzwild auf das wir es abgesehen haben konnte ich bei Frischlingen und Überläufer kaum eine Reaktion feststellen, bei Bachen sah das schon etwas anders aus. Eventuell haben diese schon Erfahrung damit gemacht...

Es gibt aber immer zwei Seiten, nun fragen sicherlich einige ob dies überhaupt Sinn macht oder ob die Sauen dadurch noch heimlicher werden.
Dazu muss gesagt werden das dies wohl nur durch ein Langzeittest heraus gefunden werden kann, somit haben wir nur eine dieser Lampen aufgehängt um zu sehen wie oft das Wild tatsächlich trotz dem Licht an die Kirrung geht. Diese Lampe hängt nun seid Juni.
Ich denke auch das man den Sauen erstmal Zeit geben muss damit diese sich daran gewöhnen, auf den Kamera Aufnahmen sind die Sauen in der Umgebung ja schließlich nicht zu sehen... 

Dazu zwei kleine Videos:

1. Keine Reaktion...

2. Flucht Reaktion...

Nun bin ich gespannt was Ihr davon haltet...

Waidmannsheil Gruß Andi

Kommentare

Björn Trib

Hallo Andreas, sehr schöner Bericht. Die Videos sind ja mal echt interessant. Meine Theorie dazu die Sauen die schon mal eine negative Erfahrung mit Licht assoziieren, werden wie auf dem 2. Video gezeigt, eine Fluchtverhalten beim einschalten des Lichtes zeigen.
Hast du schon jagdlichen Erfolg damit gehabt? Und sind die Sauen bei euch so "platz treu"??
Waidmannheil Björn

Andreas Hunter

Morgen... ja einmal hatte ich ne Sau vor die in grünen Licht stand jedoch wurde diese nicht erlegt da die Bache führend war. Platztreu naja nur beim Nachbar...😅 bei uns kommen sie aber regelmässig rüber.

Patrick Braun

Künstliche, sichtbare Lichtquellen halte ich für den falschen Weg. Wenn eine Wildart schnell lernt, sind es die Schweinchen. Das mag ein mal bei einer Rotte oder unerfahrenen Stücken funktionieren, sobald sie aber raus haben was es damit auf sich hat, wird die Bühne leer sein bevor man einen Schuss abgeben kann. Die Jägerschaften sollten lieber an die UJB appellieren, für diesen Zweck Vorsatzgeräte zu erlauben. Hier in Bayern klappt es auch und die Schweinchen werden in diesem Fall nichts davon bemerken und Licht mit Gefahr verbinden. Und natürlich kostet so ein Vorsatzgerät etwas mehr, aber wir schmeißen für so viele sinnlose Sachen Geld raus, da kann man für so eine Investition auch mal etwas sparen. Nun aber zum eigentlichen: Auch wenn es nichts für mich persönlich ist, der Bericht ist top und lässt nichts zu wünschen übrig. 👍🏻