Forstjacke e.s. vision
Von Wildling am 14. Oktober 2018

Jeder Jäger hat ja so seine eigene Art zu jagen. Ich bevorzuge es, auf Drückjagden als Durchgeh-Schütze & Hundeführer mit der Treiberwehr den Forst zu durchkämmen und dem Laut der Hunde zu folgen. Man ist nah am Geschehen, bekommt meist mehr Anblick als die Stand-Schützen und vor allem muss man sich nicht sorgen, dass einem kalt werden könnte. Im Gegenteil: Je nach gegebenen Revier-Verhältnissen kann man ganz schön ins Schwitzen kommen!

Da stellt sich natürlich die Frage nach der richtigen Kleidung. Im folgenden möchte ich euch daher die Jacke vorstellen, die ich seit der letzten Drückjagdsaison trage und dabei auf allgemeine Anforderungen an dieses Kleidungsstück im Drückjagdbetrieb eingehen.

Im Jagdalltag hatte ich bereits einige gute Erfahrungen mit der Marke Engelbert Strauss gemacht und war regelmäßig zu der Erkenntnis gekommen, dass Produkte mit vergleichbaren Eigenschaften und ähnlicher Qualität von speziell jagdlichen Herstellen meistens um einiges teurer sind. Zugegeben, die Eigenschaften der E.S. Produkte sind nicht speziell auf die Jagd zugeschnitten, aber dennoch in der Regel im Jagdalltag sehr praktisch.

Als ich die Forstjacke "e.s. vision" im Katalog sah, bin ich zunächst einmal wegen des Designs darauf aufmerksam geworden. Die Jacke hat einen schlanken, modernen Schnitt. Das auffällige Neon-Orange, das bei Forstarbeiten (wie auf der Drückjagd) lebensnotwendig sein kann, wirkt dank der Kombination mit schwarzen Akzenten verhältnismäßig adrett.

Da man ja als Durchgeher ohnehin schon einiges an Gepäck zu tragen hat (Langwaffe, Hundeleine, GPS, Handy, Abfangmesser, ggf. Proviant usw.), sollte die Jacke möglichst leicht sein. Neben dem Tragegewicht geht es besonders im Busch natürlich auch um Bewegungsfreiheit. Mit einer leichten, elastischen Jacke ist es wesentlich komfortabler, sich seinen Weg durch den Dickicht zu bahnen. Spätestens, wenn ich in eine Gefahren-Situation mit gestelltem oder krankgeschossenem Wild komme, muss ich schnell und sicher agieren können. Die e.s. vision Forstjacke bietet durch EAZYFIT®-Einsätze an den Schulter-/Rückenpartien ein sehr hohes Maß an Bewegungsfreiheit. Außerdem ist die Winterausfürhung der Jacke mit 827g (in Gr. L) verhältnismäßig leicht. Die Sommerausführung (ohne Innenfutter) wäre mit 516g noch wesentlich leichter. Da ich die Jacke aber auch auf der ein oder andere Drückjagd in Kombination mit einer Weste auf dem Stand trage und es auch als Durchgeher einmal längere Wartezeiten geben kann, habe ich mich für die gefütterte Winter-Ausführung entschieden.

Wo wir auch schon beim nächsten, wichtigen Thema wären: Den klimatischen Anforderungen an eine Drückjagd-Jacke. Wie bereits erwähnt, kann man als Durchgeher schon mal ins Schwitzen kommen. Eine atmungsaktive Jacke ist daher mehr als sinnvoll. Gleichzeitig kommt es aber auch regelmäßg vor, dass Treiber den Anschluss verloren haben oder man auf einen Hund warten muss. Die Jacke sollte also auch während der Ruhephasen warm halten, besonders nachdem man geschwitzt hat. Durch die dryplexx® softlight-Ausstattung ist die e.s. vision atmungsaktiv, wasser- und windabweisend und dank der leichten Fleece-Fütterung für kurze bis mittlere Pausen auf jeden Fall warm genung. Aber Achtung: Die Atmungsaktivität ist nur dann wirklich effektiv, wenn auch die Kleidung darunter atmungsakiv ist!

Viele Reviere, in denen ich im Herbst & Winter auf Drückjagden gehe, sind geplagt von riesigen Himbeer- & Brombeer-Dickichten. Diese Hinterlassenschaften des Orkans "Kyrill" bieten einerseits den Sauen wunderbar Deckung, anderseits erschweren Sie eine Bejagung durch Mensch und Hund ungemein. Wenn es als Mensch überhaupt machbar ist, durch diese Dickungen zu kommen, dann nur mit der Richtigen Kleidung. Hier fing nun das eigentliche Experiment bei meinem Jacken-Kauf an. Daran, dass mich die Jacke vom Tragekomfort und den Eigenschaften hinsichtlich Atmungsaktivität und Wind-/Wasserabweisung überzeugen würde, hatte ich eigentlich keinen Zweifel. Zurecht. Aber würde sie die Dornen der Brombeeren überstehen? Da der Hersteller sie als besonders strapazierfähig beschreibt und sie außerdem mit dem KWF-Pofi Emblem versehen ist, dass eine Prüfung im forstlichen Dauereinsatz attestiert, bin ich das Risiko eingegangen. Nach nun einem Jahr mit vielen Drückjagden & einigen Nachsuchen kann ich bislang nur sagen: Hut ab. Die Jacke kann echt was ab.

Einmal mehr überzeugt mich die Firma Engelbert Strauss mit ihrer Berufskleidung, die ja eigentlich gar nicht direkt für Jäger konzipiert ist.

Einziges Manko in meinen Augen: Die Jacke hat keine Kaputze, was beim Durchgehen theoretisch störend sein kann. Da der Kragen allerdings sehr eng anliegt, habe ich es bisher noch nicht als negativ empfunden.

Außerdem bleibt zu sagen, dass der Hersteller die Jacke lediglich als wasserabweisend, nicht als wasserdicht bezeichnet. Ich habe allerdings nun viele Treiben, teilweise bei Regen und durch sehr dichtes, nasses Terrain mit der Jacke durchgemacht und bin immer trocken geblieben. Es mag allerdings sein, dass sie einem 4-Stündigem Dauerregen auf freiem Feld nicht stand hält.

Weitere Details: 

1 Brusttasche, 2 Bauchtaschen, 1 Erstehilfetasche am Rücken, 3 Innentaschen, angenehmer Bund mit EAZYFIT® comfort technology,


Wildling
Offizielles Profil

Kommentare

Maximilian Stinnes

Super Bericht.
Ich habe auch schon länger ES im Visier und probiere diese Jagdsaison mal Ihre Schuhe aus.
Danke für deinen Bericht

Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Mehr erfahren